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Satz mit X – txtr Beagle jetzt erhätlich

Wir erinnern uns zurück an den Oktober des Jahres 2012. Damals, auf der Frankfurter Buchmesse hatte uns txtr eine magische Zahl genannt: 10€. Für zehn Euro sollte ihr neuer E-Reader auf den Markt kommen. Ich hatte damals hier geschrieben, „Das Vier-Liter-Auto der Buchbranche„.

Jetzt ist er da, der Beagle. Und auch die 10 Euro tauchen wieder auf. Allerdings nicht in der Rubrik Preis, sondern als beigelegter Buchgutschein. Denn txtr hat kurzerhand vergessen, welchen Preis sie uns dereinst ankündigten und verlangt nun 59 Euro für den Beagle.

Gut, da könnte man sagen, das ist noch immer ein ordentlicher Preis für einen E-Reader. Das stimmt auch, aber nicht für den Beagle. Denn, lassen wir mal die Tatsache außer Acht, dass er keinen Akku hat, sondern mit handelsüblichen Batterien zu betreiben ist.

Entscheidender ist, dass der Beagel nur ein Buch abspeichern kann. In Zahlen: 1. Das war ein Kompromiss, mit dem man leben konnte, solange die magischen 10 Euro als Preis ausgerufen waren. Aber für 59 Euro? Are you kidding me?

Selbst der Platzhirsch Kindle kostet nur 79 Euro und du kannst mehr Bücher darauf speichern, als du in einem Leben lesen kannst. Ein weiteres Mal bin ich sehr enttäuscht, was das deutsche Verlagswesen in Sachen E-Publishing getan hat…

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Exkursion: Das Vier-Liter-Auto der Buchbranche

Ich unterbreche mein kleines Tutorial hier, um euch von einer Sensation zu berichten. Schon vor einer Woche erreichten mich Gerüchte, dass die Firma Txtr. aus Berlin, die einen eigenen E-Book-Shop betreibt, einen eigenen E-Reader herausbringen wird. Das wäre bis hierhin noch keine Sensation, wäre da nicht der Preis, den man munkelte. Ein Kampfpreis von sagenumwobenen 20 Euro sollte es sein, tickerte durch meine Timeline.

Jetzt ist es so weit. Txtr hat seinen „Beagle“ vorgestellt und sie haben den Preis sogar noch weiter gedrückt: 10 Euro, so lautet sie also, die magische Zahl. Die günstigsten Reader kosteten bislang mindestens 50 Euro. In Txtr.s Produktpräsentation lassen sich dafür vorallem zwei Gründe ausmachen: zum einen hat man sich W-Lan oder gar Handynetz gespart und setzt ausschließlich auf Bluetooth mit Hilfe dessen das E-Book auf den Reader kommt. Der zweite große Enspaarfaktor ist der Akku: er ist nicht vorhanden. Statt dessen läuft der Reader mit AAA-Batterien. Dennoch oder gerade deswegen verspricht Txtr eine Laufzeit von einem Jahr! Das wäre schon sensationell, muss sich aber in der Praxis erst einmal beweisen.

Wo genau Txtr. noch Abstriche gemacht hat, wird sich zeigen (The Digital Reader hat hier eine erste Rezension veröffentlicht). Denn ich werde mir den Reader natürlich nicht entgehen lassen. Mein Verdacht ist aber folgender: dass der Reader ein „Closed Garden“ ist und mit E-Book-Verkäufen über den Txtr.-Shop quersubventioniert wird. Auf ihrer Seite schreiben sie zumindest, dass man die Bücher über die Txtr-Android-App bezieht (von iOS schreiben sie übrigens nichts, liebe iPhone-Nutzer).

Spannend ist der Beagle aber vor allem als „Game Changer“. Der noch relativ junge E-Reader-Markt war zuletzt selbst durch immer günstigere aber dennoch qualitativ hochwertige Tablets wie dem Google Nexus 7 oder dem Kindle Fire unter Druck geraten (Gibt es eigentlich Neuigkeiten vom Mini-iPad?). Der Beagle könnte zeigen, wohin sich der Markt entwickeln wird.

Ich bleibe da auf alle Fälle am Ball.

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