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Sigil ist tot, es lebe Calibri?

John Schember hat auf seinem Blog angekündigt, Sigil nicht weiterzuentwickeln. Das ist für mich ein Schlag ins Kontor. Zwar hatte sich der ersehnte ePub3-Support von Sigil schon so lange auf sich warten lassen, dass er immer unwahrscheinlicher schien, aber andererseits war Sigil meines erachtens und mit meinem schlanken Budget das beste Tool zur ePrdctn, das es bis dato gibt.

Schmeber selbst empfiehlt zu Calibre zu wechseln, aber meine Vorbehalte gegen Calibre scheinen in der Mobileread-Diskussion zu diesem Topic bestätigt zu werden. Daher meine Frage an euch da draußen, welche Tools zur ePrdctn nutzt ihr?

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E-Books lesen an Mac und PC

Wenn ihr in die E-Production einsteigt, wird euch nichts anderes übrig bleiben, als eure E-Books immer wieder zu checken. Die Interpretation des Quelltextes durch die Reader ist einfach zu unterschiedlich, als dass ihr euch darauf verlassen könntet, dass ihr die Matrix durch den Code hindurchsehen könnt.

E-Books sind natürlich in erster Linie für mobile Devices gemacht. Und wann immer möglich, solltet ihr euer Buch an euren Reader, das Tablet oder Smartphone senden und gucken, wie es wirkt. Allerdings ist das nicht immer praktikabel, denn oft müsst ihr Kleinigkeiten im Code mit „Trial and Error“ flicken. Ich bastele gerade an meinem Lebenslauf im ePub-Format. Durch die Zeugnisse, die ich als Bilddateien eingebunden habe, ist das gute Stück schon 30 MB groß. Mal eben per Mail ans Tablet schicken ist da keine Option. Hier helfen natürlich Clouddienste weiter, auf die ich später mal eingehen kann, aber auch Reader, die ihr direkt am Desktop einsehen könnt.

Ich habe mich mal umgeschaut, was es zur Zeit gibt und werde die Reader nach und nach für euch testen.

Die Liste ist erstaunlich lang. Testen werde ich für euch:

  • Adobe Digital Editions
  • Azardi
  • booki.sh
  • BookReaderLite
  • Bookshelf
  • calibre
  • die Firefox-Erweiterung ePubreader (gibt es auch für Google Chrome, glaube ich)
  • die „ePub eReader Platform“ von publiwide
  • FBReader
  • Die Kindle App
  • den Kindle Previewer
  • Kobo Desktop
  • Nook for Mac
  • Readium Plugin für Chrome
  • Sigil
  • Sony Reader for PC & Mac
  • Stanza

Wenn ihr noch weitere Reader kennt, die ich vergessen habe, schreibt sie doch in die Kommentare.
Die ausführlichste Liste von Reader-Software für die verschiedensten Plattformen habe ich hier gefunden.

Fangen wir an mit Adobe Digital Editions

ADE ist mit etwas über 40 MB ein relativ kleines Programm. Es unterstützt PDF (klar bei Adobe), ePub2 und ePub3 „in Teilen“ ̶ was auch immer das bedeuten soll. Fixed Layout mit Text vor Bildern habe ich ausprobiert: Fehlanzeige.

ADE verfügt über eine interne Bibliothek und legt viel Wert auf schickes Design. Insgesamt ist das komplette Programm ausgelegt für das Lesen von ausschließlich Text in ePub2. Denn immer, wenn Bilder in ePub ins Spiel kommen, beginnt ADE zu zicken. So verfügt das Programm über keinerlei Möglichkeiten Bilder zu zoomen oder zu scrollen. Was oft dazu führt, dass zu kleine Details in Bildern schlichtweg unerkennbar bleiben und zu große Bilder einfach abgeschnitten werden.

Ein Cover, das zu groß ist, schneidet ADE gnadenlos ab.

Merkwürdig ist das besonders, weil ADE mit Zoom und scrollen keinerlei Problem hat, sobald man ein PDF betrachtet. Einzige Schlussfolgerung, die ich dafür habe, ist, dass Adobe weiter gegen Windmühlen kämpfen will und versucht sein PDF als E-Book-Standard durchzudrücken, was nicht passieren wird, da Adobe das Rad der Zeit nicht zurückdrehen kann und PDF einfach nicht mit mobilen Devices zusammengeht.

Screenshot der Bibliothek von Adobe Digital Editions

Ein weiteres Manko ist die Bibliothek, erst einmal legt diese auf dem Rechner (sowohl in Windows als auch im Mac OS) im Dokumentenordner eine eigene Ordnerstruktur an, was ich persönlich hasse wie die Pest. Ich habe ein dezidiertes Ablagesystem für meine Dokumente und kann es nicht leiden, wenn Software sich nicht nach mir richtet, sondern mir Vorschriften macht, wie ich Dateien zu speichern habe. Diese eigene Ordnerstruktur führt zum zweiten Problem von ADE, das speziell uns in der E-Production betrifft. ADE rafft es nicht, wenn man ein Dokument geändert hat. Denn einmal importiert, legt es eine Kopie des Dokuments an. Das heißt, man muss das E-Book bei jedem neuen Check erst aus der Bibliothek löschen und es dann erneut importieren, bevor man die Fortschritte betrachten kann.

Dennoch kommt man an ADE leider nicht vorbei. Denn das DRM von Adobe, das viele deutsche Händler von Libri bis Weltbild benutzen, ist an ADE gekoppelt. Das heißt, dieses Programm ist Pflicht für jeden E-Book-Designer, denn es ist auf deutschen Rechnern zu weit verbreitet, um es zu ignorieren, sonst passiert am Ende so etwas:

Ein Fehler in der ePub-Datei führt bei diesem E-Book dazu, dass das Cover in ADE doppelt angezeigt wird.

Quellenangabe: Alle Screenshots von Adobe Digital Editions. E-Book: Platon: Des Sokrates Verteidigung. Apologie. (Apologia Sôkratous). (395-390 v. Chr.).

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E-Depesche, New Book, Check this out, fuck off and read, Nachrichten rund um E-Books, E-Book-News, E-Postkutsche, E-Taubenpost #3

Jedenfalls ist Folgendes in letzter Zeit passiert.

03.11.2012
heise hat ein Pamphlet ins Netz gestellt. Wonach die Welt schöne E-Books braucht. heise analysiert zutreffend, dass E-Books in Sachen Layout und Typographie noch in der tiefsten Steinzeit stecken. Über heise hinausgehend kann ich euch sogar drei Gründe dafür nennen:
1. Die zerklüfteten Formate. Es ist ja nicht einmal so, dass nur verschiedene Formate auf dem Markt sind, zudem wird der am weitesten verbreitete Standard ePUB von jedem Reader anders interpretiert. Sodass die Setzer lieber wenige Features einbauen als viele, um auf Nummer sicher zu gehen.
2. Die Setzer. Wenn man sich mal in einschlägigen Foren wie mediengestalter.info oder HilfDirSelbst.ch umschaut, findet man noch immer weitverbreitet die Klage, E-Books könne man gar nicht layouten. Dieses Vorurteil ist auf den fließenden Text zurückzuführen. Die Verlage setzen ihre Layouter an die E-Production, die seit Jahrzehnten für statische Buchseiten produziert haben. Doch die Regeln rund um Witwen und Waisen haben in einem variablen Text keine Bedeutung mehr. Statt dessen kann man mit Hilfe von CSS neue tolle Sachen anstellen. Aber das ist ein Wissen, das erst langsam von den Webdesignern rübergeschaufelt wird.
3. Das liebe Geld. Speziell in deutschen Verlagen gibt es derzeit zwei Paradigmen: ‚E-Books muss man haben‘ und ‚mit E-Books kann man kein Geld verdienen‘. Eine fatale Kombination, die dazu führt, dass alle E-Books quick and dirty konvertiert werden und das sieht man ihnen eben auch an.
Einen ersten Schritt, um dies zu ändern, finden wir bei Google, das Open-Source-Fonts, die weboptimiert sind, anbietet. Gewiss, letztlich kommt es wieder auf den Reader an, ob er die Schrift auch unterstützt. Technisch ist dies eigentlich kein Problem, da der Schriftsatz in der E-Book-Datei mitgegeben wird, aber gerade Apple ziert sich diesbezüglich öfter mal und möchte seinen Lesern nicht jede Schrift gönnen.

02.11.2012
ebooks-lesen.net berichtet, dass Thalia einen beleuchteten E-Reader auf den Markt bringen will mit dem unglaublich griffigen Namen „Cybook Odyssey HD FrontLight von Bookeen“. Der Reader soll 130 Euro kosten und dem beleuchteten Kindle Paperwhite Konkurrenz machen, der laut ebooks-lesen.net bis nächstes Jahr ausverkauft sein wird.

02.11.2012
Auf CARTA berichten Pia Ziefle und Vera Bunse mal wieder über Amazons merkwürdigen Umgang mit seinen Kunden und seinem DRM. Sie versuchen der Frage auf den Grund zu gehen, was denn eigentlich mit den Büchern auf dem Kindle passiert, wenn man sein Konto kündigt. Bislang ergebnislos, da Amazon auskunftsfreudig wie eh und je ist.

31.10.2012
Book To The Future meldet, dass der sehr gute Open Source ePUB-Editor Sigil mit der neuen Version 0.6 am Start ist. Sigil behauptet von sich selbst ein „What You See Is What You Get“-Editor zu sein, jedoch das ist reine Hybris. Aber wenn man in den Syntaxmodus umschaltet und in den Code abtaucht, ist es ein sehr gutes Tool. Das Besondere an Sigil ist, dass man ePUBs, die auf bestimmte Art gezippte Ordner sind, nicht entpacken muss, sondern direkt editieren kann. Leider unterstützt auch die neueste Version unverständlicherweise noch immer nicht ePUB3. Man muss sich also mit der Version 2 begnügen.
Ein weiteres Tool zur E-Production wanderte diese Woche durch meine Timeline. myebookmaker.com ist ein E-Book-Layout-Programm, das sich direkt aus dem Browser (chrome) heraus bedienen lässt. Leider sind die Infos, welche Formate unterstützt werden, ziemlich spärlich. Nur, dass E-Books für die großen Plattformen gemacht werden können, steht dort. Aber nicht, ob ePUB 2 oder 3 unterstützt wird und ob bereits Amazons kf8 oder noch den Vorgängerstandard unterstützt wird. myebookmaker.com behauptet zudem, einen ePUB-Validator anzubieten, jedoch der Link endet im Nirvana.
Doch ein solches Programm zur Syntaxprüfung von ePUBs (ePUBcheck) gibt es auch bei der IDPF online für nicht kommerzielle Zwecke oder zum Download als vertracktes Kommandozeilen-Tool. Wie man letzteres auf einem Server installiert, kann man seit einiger Zeit auf meBooks nachlesen.
Zudem bietet meBooks den Validator auch online an, solange die Bücher nicht größer als 10 MB sind und man nicht mehr als drei Bücher in 24h checkt.

31.10.2012
Außerdem fand noch die Konferenz ‚Books in Browsers statt‘. Deren Ergebnisse Publishers Weekly gut zusammenfasst.

Zu guter Letzt noch ein schönes Fundstück. Da ich mich hier ja schon öfter mit AGB auseinandergesetzt habe, präsentiere ich euch die besten AGB aller Zeiten!

P.S.: Seifenblasen!

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