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Blackbox Urheberrecht ist erschienen

Lange habe ich um den heißen Brei herumgeredet. Im Oktober 2012 habe ich angefangen: Ich habe mich bei Händlern angemeldet, Autoren akquiriert, Interviews geführt, zusammen mit Paula Hesse lektoriert, Freigaben eingeholt, das Buch gesetzt, den Code validiert, Belegexemplare verschickt und zuletzt auch noch das Buch bei den Händlern hochgeladen.

Mit anderen Worten: ich habe ein Buch herausgebracht.

Blackbox Urheberrecht

Cover meines Buches

Das Thema


Das Urheberrecht ist abgestürzt und dies ist seine Blackbox…

Das Thema des Buches ist, wie man unschwer am Cover erkennen kann, die Urheberrechtsdebatte. Vom GEMA-YouTube-Streit, über die DDoS-Attacken von Anonymous, den verbalen Angriff Ansgar Hevelings auf die Netzgemeinde, die Wutrede Sven Regeners und den offenen Brief der Tatort-Autoren bis hin zu den Anti-ACTA-Protesten beleuchtet der Sammelband alles, was wichtig wahr und ist in der Debatte um das Urheberrecht.

Mehr findet ihr auf der Infoseite.

Die Autoren

Voller Stolz darf ich sagen, dass so ziemlich alle, die von Rang und Namen sind, einen Beitrag zu meinem Sammelband beigetragen haben. Von Anonymous bis zur Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, von der Piratin Julia Schramm bis zur EU-Kommissions-Vizepräsidentin Neelie Kroes und von Tatort-Autor Pim Richter bis zum Herausgeber der FAZ Frank Schirrmacher ist es mir gelungen eine Starriege von JournalistInnen, JuristInnen, BloggerInnen, AutorInnen und PolitikerInnen für meinen Sammelband zu gewinnen. JedeR beleuchtet die Debatte, aus ihrer respektive seiner Perspektieve.

Das Buch bietet vielleicht keine Lösung der Krise des Internets, aber es bietet einen Anfang mit vielen Lösungsansätzen.

  • Mehr Infos findet ihr hier
  • Leseproben und Pressematerialien gibt es hier
  • Das Buch ist bei Amazon, Google Play und Apple iBooks für nur 5,99 Euro erhältlich

Kauft es in Scharen und habt Spaß beim Lesen!

EDIT (15:36h) Es dauert noch ein paar Stunden (hoffentlich nicht Tage), bis das Buch in den Läden steht. Amazon will noch (ironischerweise) Nachweise, dass ich die nötigen Urheberrechte innehabe. Google schweigt sich aus, außer „In Bearbeitung“ und bei Apple muss das Buch noch die hauseigene Zensur Qualitätsprüfung durchlaufen.

EDIT2 (8. Mai 2013): Das Buch ist jetzt auf Amazon erhältlich:
amazon kindle

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Zwischenstand: ich werde ein Buch herausgeben

Dieses Blog hatte ich ja als Dokumentation meiner eigenen Buchveröffentlichung gestartet. Und auch wenn ich hier in letzter Zeit in erster Linie Tutorials und Kummerkastenposts geschrieben habe, möchte ich euch mal ein kurzes „heads up“ geben, damit ihr wisst, was hinter den Kulissen abgeht und was man alles bei so einem Projekt bedenken muss.

In der Druckerei gibt es viel Papier

Auch wenn mir der Gang in die Druckerei erspart bleibt, wartet noch viel Arbeit auf mich

Ich gebe einen Sammelband heraus

  • Dafür habe ich zunächst Vertriebsverträge mit Amazon, Apple und Google geschlossen
  • Anschließend habe ich einen Autorenvertrag aufgesetzt
  • Dann habe ich ich angefangen Autoren zu akquirieren. Ich habe also Menschen, von denen ich glaubte, dass sie spannendes zu meinem Thema zu sagen haben, angeschrieben oder angerufen und versucht von meinem Projekt zu überzeugen. Das war und ist noch immer eine langwierige Aufgabe, die anstrengend ist und bei der man viel Frustrationstoleranz braucht, denn natürlich ist nicht jeder Autor von meinem Projekt so überzeugt, wie ich es bin. Aber es ist auch eine Arbeit, die unglaublich viel Spaß macht und mir enorme Erfolgserlebnisse einbrachte, sodass ich hier mehr als einmal vor Freude durchs Zimmer hüpfte, wenn es mir gelang einen „Hauptdarsteller“ zu gewinnen
  • Mittlerweile habe ich etwa zwanzig Autoren. (von neun Autoren habe ich Texte erhalten und die Nutzungsrechte geklärt, von fünf weiteren Texte erhalten, aber die Nutzungsrechte muss ich noch klären und mit dem Rest stehe ich noch in Verhandlung)
  • Bei den Texten, die ich erhalten habe, sind wir ins Lektorat eingestiegen. Mit „wir“ meine ich mich und Paula Hesse, eine Lektorin, die ich engagiert habe. Es ist sehr wichtig, dass ihr, auch wenn ihr „nur“ eure eigenen Texte veröffentlichen wollt, da noch mindestens ein weiteres Augenpaar drübergucken lasst, denn erstens sehen vier Augen immer mehr als zwei und zweitens wird das zweite Augenpaar einige Nebel finden, die euch sonnenklar erschienen
  • Bei uns ist der Vorgang noch etwas komplizierter: Wenn wir einen Text lektoriert haben, schicken wir dem Autor oder der Autorin einen Korrekturabzug zu, daraufhin bekommen wir entweder eine Freigabe oder wiederum Änderungswünsche vom Autor/von der Autorin.
  • Zwischenzeitlich habe ich – das allerdings fast schon zufällig – einen Fotografen gefunden, der mir bei der Covergestaltung helfen wird, von ihm erwarte ich demnächst erste Entwürfe und werde euch auf dem Laufenden halten

Das ist also mein augenblicklicher Stand und ihr fragt euch bestimmt: „Was labert der denn so um den heißen Brei herum? Warum sagt er nicht endlich, wovon sein Buch handeln wird? Und wer sind denn diese Autoren?“

Tja, da will ich noch ein ganz klein bisschen Geduld von euch erbitten, denn demnächst bekomme ich noch einen Text von einem „ganz großen Fisch“ und erst wenn das in trockenen Tüchern ist, werde ich mal wieder eine Keynote veröffentlichen, in der ich dann Thema und Autoren bekanntgeben werde. Aber eines kann ich euch versprechen: es wird legendär!

Die nächsten Schritte

Nun, auch wenn ich schon weit gekommen bin, stehen mir noch eine Menge weiterer Arbeitsschritte bevor:

  • Wenn ich alle Texte habe, muss ich mir überlegen, in welcher Reihenfolge ich sie arrangiere
  • dann muss ich eine Einleitung schreiben
  • Dann muss ich die ganzen anderen Textstücke schreiben, die zu so einem Buch gehören: Impressum, Bibliographie, Autorenportraits, Danksagung, Widmung etc.
  • Dann kommt die endgültige Covergestaltung
  • Dann kommt das Layout des Buches. Die Texte liegen mir im Augenblick hauptsächlich als Worddokumente vor, die müssen in ePub gesetzt werden.
  • Da in einer ganzen Reihe von Texten Hyperlinks vorkommen, muss ich dann jeden Link noch einmal checken, damit wenigstens zur Veröffentlichungstermin keine toten Links im Buch habe
  • Zum Schluss folgt die Abschlussredaktion: noch einmal werden vier Augen das Buch von der ersten bis zur letzten „Seite“ lesen, um möglichst viele Fehler auszufiltern (man kann nie alle Fehler finden)
  • Schließlich kommen noch das Inhaltsverzeichnis, die Metadaten, die Validierung des Codes durch den ePub-Check und des Umwandeln in Mobi (da können auch noch Fehler auftreten, die zu weiteren Arbeitsschritten führen würden)

Dann geht es an den Vertrieb

Wenn das Buch dann in den „Läden“ ist, kann ich kurz feiern, bevor es weitergeht. Denn das Buch zu veröffentlichen reicht nicht, statt dessen muss ich ja auch der Welt erzählen, dass ich ein Buch habe und warum sie es kaufen sollte.

  • Dazu brauche ich auf jeden Fall eine Präsentationswebseite
  • Ich muss ganz klassische PR machen, in der Hoffnung, dass sich der eine oder andere Rezensent dazu herablässt, mein Buch zu kritisieren
  • Ich muss zusehen, dass ich möglichst Menschen finde, die alles so spannend finden, dass sie über mein Projekt berichten oder mich interviewen wollen, um so meine „Botschaft“ zu multiplizieren
  • Und ich muss die sozialen Medien bespielen

Und dann muss ich einfach mal gucken, wie das, was ich hier geschaffen habe, in der Welt da draußen so wirkt, denn das ist nichts, was ich planen könnte…

Jetzt wisst ihr also bescheid und könnt ich darauf freuen, was ihr noch von mir zu erwarten habt…

Bis bald!

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Neue Wege #8

Die Links meiner kleinen Nachrichtenschau sind diesmal zwar überwiegend etwas älter, aber nichtsdestotrotz spannend.

01.01.2013
Da dieses Blog ja erst Oktober 2012 an den Start ging, habe ich euch einen Jahresrückblick erspart. Connect übernimmt das „für mich“, indem sie aufzeigen, welche Entwicklung die mobile Fotografie 2012 genommen hat.

Ebenfalls 01.01.2013
Wenn du dass hier liest, bist du mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Autor, der seine eigenen Werke verlegen möchte. Wie du dich passend zum neuen Jahr und seinen guten Vorsätzen zum Schreiben motivieren kannst, erklärt Anjali Sachdeva auf Creative Nonfiction.


Und noch einmal am 01.01.2013

Wurde es ganz undigital. Flavorwire zeigte etwas, das E-Books und E-Publishing vielleicht kaputt machen werden: die 20 schönsten Buchläden der Welt.

27.12.12
Noch ein Jahresrückblick. DBW präsentierte die 10 wichtigsten Stories des Jahres 2012 rund ums digitale Publizieren.

24.12.12
Pünktlich zum heiligen Abend erklärte die Huffington Post worauf man unter rechtlichen Aspekten beim Selfpublishing achten muss. Der Text richtet sich zwar an amerikanische Indiepublisher, aber so manchen guten und auch in guten alten Europa anwendbaren Tipp hält er bereit.

18.12.12
Die Aufregung war groß, als Instagram seine AGB änderte. Einen angenehm entspannte Position dazu vertrat hingegen René Hesse.
Dem kann ich mich nur anschließen: Instagram ist keine große Kunst, sondern Schnappschüsse, die durch bereitgestellten Filter aufgehübscht werden. Meine dürfen sie gerne vermarkten und ihr auch, wenn ihr wollt. Ich stelle alle meine Instagram-Bilder unter eine CC0-Lizenz. Namensnennung und Beleg währen nett, sind aber keine notwendige Bedingung.

Am 13.12.12
widmete sich Enno Lenze dem leidigen Thema der Online-Vermarktung journalistischer Texte. Leider ohne kreativen, neuen Ansatz, aber das liegt ja vielleicht im Problem begründet.

05.12.11
Auch schon etwas älter ist diese schöne Übersicht von ePubSecrets mit Links und Hinweisen, wie du Schriftarten in ePub einbetten kannst. Ich werde mich demnächst auch mal ausführlicher dem Thema widmen.

Bereits am 11.04.2012
Wenn du E-Books automatisch generierst, etwa mit meinem ganz besonderen Liebling Calibre, oder auch wenn du diese Arbeit von einem professionellen Konvertierungsdienst machen lässt, entsteht oft sehr viel sinnloser Code. India, Ink. erklärt, wie du deine CSS-Datei in so einem Fall systematisch aufräumen kannst.

28.9.11
Und noch weiter in der Vergangenheit entstanden, aber passend zum Brüder Grimm Jahr fand ich diesen Artikel über die schönsten Illustrationen von grimmschen Märchen von Maria Popova auf brain pickings.

 

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Exkurs: Neues rund um E-Books #2

Von der Neuerfindung des Buches, Tipps und Tricks rund um InDesign, Amazons Kundenfreundlichkeit sowie Apple, Apple und noch mehr Apple.

23.10.2012
Apple hat wie vermutet das iPad Mini vorgestellt. Die Zeit widmete sich ausführlich der Art und Weise, wie Apple dies tat: unglaublich großartig. Ansonsten war es diesmal fast schon gar kein Megaevent mehr. Vielleicht ist es ja nur an mir vorbeigegangen, aber auf mich macht es den Eindruck, als würde es langsam ruhiger um die Applegadgets. gadgetSpy fasst die Eckdaten gut zusammen und meint, mit Googles Nexus 7 verglichen schneidet das iPad Mini schlecht ab.
Was natürlich nichts daran ändert, dass es schon jetzt ausverkauft ist. Nebenbei gab es auch noch ein neues großes iPad, das vierte. Wie letzte Woche sich andeutete, kam mit den iPads auch eine neue Version der E-Book-App iBooks. appleunity schreibt, dass die Version 3.0 weiter und stärker auf den Schulbuchmarkt abzielt. Zu den wichtigsten neuen Features gehören, dass man jetzt Scrollen statt Blättern kann, wenn man möchte, eine verstärkte Social-Media-Integration und ein Nachtmodus. Hinzu kam eine neue Version der eProduction-App iBooks Author, die sich laut Baldur Bjarnason aber nicht stark verändert hat. Eine herbe Enttäuschung ist, dass nachwievor nicht alle ePUB3-Features unterstützt werden. Bjarnason hat sich die Mühe gemacht sie durchzutesten und gibt einen schönen Überblick.

22.10.2012
Nicht weniger, als das Buch neu zu erfinden, hat sich Dirk von Gehlen auf seinem Blog vorgenommen. Er schreibt das Buch mit den Lesern „gemeinsam, mit transparentem Entstehungsprozess und ohne großen Verlag“. Das ganze wird auch mittels Crowdfunding finanziert und zwar recht erfolgreich: Am Freitag war das ausgegebene Zielbereits erreicht.

Eine neue Version ist verfügbar from Dirk von Gehlen on Vimeo.

22.10.2012
Einen der bequemsten Wege – wenngleich auch der mit Abstand teuerste – ein E-Book zu erstellen und dennoch große Kontrolle über das Layout zu behalten, bietet Adobe InDesign. Das seit der Version 5.5(?) neben der schon länger integrierten Möglichkeit, interaktive PDFs zu exportieren auch die Möglichkeit bietet, ePUBs zu exportieren. Das ganze hat leider noch nicht das Niveau des PDF-Exports, ihr werdet, wenn ihr es richtig machen wollt, anschließend noch einmal mit einem Editor in den Quelltext des ePUBs eintauchen müssen. Damit ihr euch aber nicht gar zu viel Arbeit machen müsst, hat pagetoscreen einen Überblick über die Einstellungsmöglichkeiten bei InDesign geliefert.

Am 22.10.2012
…ist wirklich viel passiert. Martin Bekkelund berichtete von Amazons jüngstem DRM-Coup. Amazon hat nämlich kurzerhand den Account eine Freundin geschlossen und mittels des DRM (Digital Right Management) sämtliche bislang gekauften Bücher vom Kindle seiner Freundin zurückgezogen. Obendrein verweigert Amazon auch noch die Aussage, warum sie dies getan haben. Dies zeigt jedenfalls, warum ich, wo dies möglich ist, auf DRM verzichten möchten, denn wie der Berlin Story Verlag erklärt, hilft DRM nicht gegen Kopien sondern nur gegen Kunden.

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