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Von ungeöffneten Mobi-Dateien, iBooks Metarmorphosen, papierweißen ePubs und verschenkten Büchern

Heute aber mal ein paar schnell zu beantwortender Fragen:

„womit öffne ich eine mobi datei“?

Mit dem Kindle respektive dem Kindle-Desktop-Reader oder der Kindle-App. Es gibt auch andere Programme, wie Calibre, aber die besten Ergebnisse erzielt alles rund um den Kindle.

„export ibooks author to google play“

Kannste knicken! Selbst wenn es dir gelänge, darfst du 1. keine mit iBooks Author gelayouteten E-Books woanders verkaufen als auf iBooks (dem hast du mit dem Häkchen bei den AGB zugestimmt). 2. Gibt es nur zwei Gründe, E-Books mit iBooks Author statt mit einem Texteditor zu schreiben: multimediale Anreicherung und Fixed Layout. Beides macht iBooks iPad-optimiert. Auf Play hingegen werden E-Books für Android verkauft. Entsprechend macht es keinen Sinn ein iBook auf Google Play zu verkaufen.

„epub auf paperwhite ohne umwandlung“

Wenn ich davon ausgehe, dass du den Kindle Paperwhite meinst, lautet die Antwort auch hier: Kannste knicken! Mobipocket ist das native Format aller Kindles. ePub wird nicht unterstützt. Zwar tauchen immer mal wieder Gerüchte auf, dass die immer nächste Kindle-Version nun aber wirklich ePub-kompatibel sein wird. Aber das wird nicht passieren. Amazon ist der Marktführer auf dem E-Book-Markt aus einem einfachen Grund: Sie liefern das Gesamtpaket vom besten E-Reader bis zu den Büchern. Alles ist darauf angelegt, dass der Kunde die Amazon-Infrastruktur nicht verlässt. Wenn Amazon ePub auf dem Kindle erlauben würde, würden sie sich ihr eigenes Geschäftsmodell kaputtmachen. Deshalb wird das nicht passieren.

Und einen noch: „bücher durch ibooks verschenken“

DAS ist wiederum möglich – sofern du von deinen eigenen Büchern sprichst. Ich habe schon beschrieben, wie du dir einen iBooks-Account zulegen kannst. Im Zuge des Registrierungsprozesses wirst du gefragt, ob du deine Bücher verkaufen willst oder umsonst anbieten möchtest. Du musst dich entscheiden, beides erlaubt dir Apple nicht mit dem gleichen Account. o.O Wenn du hingegen meintest, ob du jemandem anderes ein iBook wie ein physisches Buch schenken kannst, lautet die Antwort: kannste knicken!

Nun gut, du kannst in der Drogerie eine iTunes-Guthabenkarte kaufen und die verschenken, aber du kannst nicht ein bestimmtes Buch verschenken… noch nicht.

Ein Kommentar

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ePub in Mobi konvertieren ohne – Gnade uns Gott – Calibre

Auch ein Dauerbrenner der lieben Menschen, die Google mit Sorgen und Nöten zu mir schickt, ist die Frage, wie du ein E-Book, das im Format ePub vorliegt, umwandeln kannst in ein E-Book, das du auf dem Kindle lesen kannst. Wenn ich dieses Problem von epischen Ausmaß nun meinerseits googele, dann muss ich feststellen, dass da draußen wohl die Meinung vorherrscht, der beste Weg sei jener über meine Nemesis: das Programm Calibre. Das ist falsch! Das ist so falsch, bei den Schweizern würdet ihr für so eine Antwort mit einem Gewicht an den Füßen in den Genfer See geworfen! In den Treffern nach Calibre kommen – jedenfalls in meiner kleinen Filterbubble – dann eine ganze Reihe Online-Konvertierungsdienste, von kostenlos bis unsäglich teuer.
Was jedoch weitgehend untergeht, ist, dass es einen anderen, von Amazon – dem Philosophenkönig des Mobiformats – empfohlenen Weg gibt, der meiner Erfahrung nach die besten Ergebnisse liefert. Amazon bietet nämlich für die Konvertierung eigens zwei Programme an.

1. Der Kindle Previewer

Dieses nette, kleine Programm bietet dir, wie der Name schon andeutet, eine Vorschau darauf, wie dein E-Book später in den verschiedenen Kindle-Varianten wirken wird. Aber es tut noch mehr. Wenn du etwa ein ePub mit dem Kindle-Previewer öffnest, wandelt er es dir automatisch in ein Mobi um. Du erhätst obendrein noch ein Protokoll der Konvertierung und kannst mögliche Fehler aufspüren.
Amazon garantiert dabei, dass die mit dem Previewer generierten Mobi-Dateien auf allen Kindles lesbar sind.

Wenn es aber doch etwas ausgefeilter sein soll und ihr euer ePub in KF8, das neueste Amazon-Format, umwandeln wollt, wird die ganze Sache etwas klebrig, denn ihr müsst euch an das andere Tool wenden:

2.KindleGen

Das beste Tool für die Konvertierung aufwändiger Formate ist der KindleGen. Das Problem: das kleine Mistding steht nur als Kommandozeilen-Tool zur Verfügung. Aber, nun gut es gibt für alles Anleitungen, so auch für den KindleGen. Hier, hier und hier findet ihr wichtige Infos.

Von dem dritten Tool, das Kindle anbietet, dem InDesign-Plugin würde ich die Finger lassen. Sofern sich da nicht im letzten halben Jahr enorm viel getan hat, ist es schlichtweg nicht brauchbar.
Fazit: Ich habe schon E-Books mit Calibre, Kindle-Previewer, KindleGen, dem InDesign-Plugin und sogar mit dem Mobipocket Creator konvertiert. Mit dem Previewer erzielt man weitaus bessere Ergebnisse als etwa mit Calibre. Er ist ideal, wenn ihr ein „klassisches E-Book“ konvertieren wollt. Wenn euer E-Book irgendwie enhanced ist oder Fixed Layout haben soll, dann ist das Tool eurer Wahl der KindleGen.

Viel Spaß!

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#ePrdctn 6 / Antwort auf die Google-Suche: Seitenzahlen in E-Books

Eine der häufigsten Suchanfragen, über die mein Blog gefunden wird, lautet „Seitenzahlen eBook/ePub/Mobi“. Grund genug, mich dem Thema noch einmal ausgiebiger zu widmen.

Screenshot eines von mir designten E-Books

Screenshot eines von mir designten E-Books

Grundsätzlich gibt es bei E-Books keine Seiten mehr. Sowohl bei ePub als auch bei Mobi handelt es sich um ein fortlaufendes Dokument. Das liegt am Responsive Design, also der Eigenschaft, dass der Text flexibel umbrechen kann. Dieses Responsive Design ist durch zweierlei motiviert: 1. ist die Schriftgröße verstellbar, kann also nach Geschmack und Sehvermögen vergrößert oder verkleinert werden. 2. Sind E-Books für mobile Endgeräte designet: E-Reader, Tablets und Smartphones. Diese Geräte verfügen über die unterschiedlichsten Displays. Das Responsive Design sorgt nun dafür, dass sich der Text immer dem Display anpasst, sodass man nur in eine Richtung scrollen oder blättern muss. Wer schon einmal eine statische Webseite auf dem Smartphone oder ein PDF auf dem Kindle gelesen hat, weiß, dass Responsive Design eine große Errungenschaft ist, denn statische Seiten führen zu wahren Scrollexzessen.

Allerdings sehe ich, dass die Notwendigkeit für Seitenzahlen in E-Books gegeben sein kann. Nämlich, wenn ich ein Printbuch nachträglich digitalisiere und es zitierfähig erhalten möchte.

Bei der Angabe von Quellen ist die Angabe der Seitenzahl eine Konvention. Eigentlich ist sie zwar im E-Book nicht länger nötig, denn dafür müssen wir uns nur den Zweck einer Quellenangabe klarmachen: die Quelle schnell und eindeutig zu finden. Klar, wenn ich ein 1000-Seiten starkes Buch vor mir habe, möchte ich es nicht komplett lesen müssen, um zu prüfen ob Herr zu Guttenberg richtig zitiert hat. Nun ist aber jede E-Reader-Software, die mir bekannt ist, mit einer Suchfunktion ausgestattet. Das heißt, dass die Angabe einer Seitenzahl obsolet ist, denn mit einer eindeutigen Werksangabe und einer kurzen Phrase (ich schätze drei Wörter genügen) im Suchfeld findet man das Zitat schnell und sicher.

Allerdings hat sich diese Erkenntnis noch nicht verbreitet, weswegen ich von Fällen gehört habe, in denen Dozenten in Hausarbeiten ihrer Studenten E-Books als Quellenangabe als nicht zitierfähig ablehnten. Es muss sich also noch eine Standardzitation für E-Books etablieren, so wie sie sich zu Beginn meines Studiums für das Internet durchsetzen musste. Bis es soweit ist, will ich hier eine Lösung vorstellen, wie man die Seitenzahlen der Printausgabe übernehmen könnte.

Nun ist es zwar so, dass die meisten E-Reader Seitenzahlen anzeigen, aber das sind weitgehend Phantasiewerte um den Lesern irgendeine Orientierung zu bieten. Daher sollte man sie nicht zum Zitieren nutzen, denn sie variieren je nach Reader.

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich Fixed Layout. Mit kf8, iBooks und ePub3 kann man das Responsive Design „abschalten“ um fixierte Seiten zu Layouten. Allerdings ist dieser Ansatz auch grundverkehrt, geradezu absurd. Denn der umfließende Text ist eine Errungenschaft von E-Books und Fixed Layout nur dazu da, um Bücher zu realisieren, die nicht überwiegend Fließtext enthalten: etwa Bilderbücher. Wenn ihr euer Buch fixiert layoutet, dann müsst ihr es nämlich wieder speziell auf ein Device mit einer spezifischen Displaygröße auslegen.

CSS Formate für Seitenzahlen

Nein, die Lösung, die ich hier vorstellen möchte, zeigt im Fließtext an, wo sich im Original die Seitenzahlen befanden, ähnlich wie man dies etwa aus manchen Reclams kennt. Natürlich könnte man sie einfach mit [XY] in den Text schreiben, aber ich habe mir eine Lösung überlegt, die ich etwas eleganter finde.

Screenshot: einer Seitenzahl in ePub

Screenshot: einer Seitenzahl in ePub

Dazu habe ich einen meiner Texte als PDF, als ePub und als Mobi gelayoutet. Die Dateien könnt ihr hier zur freien Verfügung downloaden. In der CSS findet ihr dann zwei Absatzformate, die meine Lösung enthalten:


p.letzterabsatz {
text-align : justify;
margin-bottom : 2em;
page-break-after: avoid;
}


p.seite {
text-align : right;
font-size : 0.7em;
page-break-after: always;
}

Das Absatzformat „p.letzterabsatz“ ist (ihr erinnert euch: sprechende Namen sind wichtig!) jenes für den letzten Absatz vor der Seitenzahl. Seine Attribute sind: Blocksatz, unterhalb des Absatzes ein Abstand von 2em und – das ist das Wichtige – dass nach dem Absatz ein Seitenumbruch vermieden werden soll.

Das Absatzformat „p.seite“ wiederum enthält die Spezifikationen für den Absatz, der die Seitenzahl enthalten soll. Er ist rechtsbündig, die Schriftgröße ist etwas kleiner als der reguläre Fließtext und nach diesem Absatz soll immer ein Seitenumbruch vollzogen werden.

Ich habe die Formate in verschiedenen Readern ausprobiert und wenn man die Schriftgröße nicht gerade zum absoluten Maximum ausreizt, sorgen die Absatzformate dafür, dass die Seitenzahl nie alleine steht, sondern immer am Fuße eines Absatzes. Ihr werdet feststellen, dass ich es mir etwas leichter gemacht habe, indem die PDF-Vorlage nie einen Seitenumbruch innerhalb eines Satzes enthält, was natürlich nicht realen Bedingungen entspricht, wenn ihr tatsächlich ein Printbuch nachträglich in ein E-Book umwandeln wollt und die Seitenzahlen an der genau richtigen Stelle behalten wollt.

Ach ja, ihr solltet auf alle Fälle im Impressum oder einer Legende erklären, was es mit den Seitenzahlen auf sich hat, denn an dem Screenshot oben seht ihr ja, dass sie von den Seitenzahlen des Readers höchstwahrscheinlich abweichen und somit verwirren können.

Und bitte versprecht mir, dass ihr dieses Format nur im „Notfall“ einsetzt und nicht anfangt, wie blöd jetzt E-Books mit Seitenzahlen zu generieren, denn das wäre ein Schritt zurück. Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß damit. Wie gesagt, die Dateien findet ihr hier.

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