Schlagwort-Archive: ISBN

Brauche ich eine ISBN bei einem E-Book …

… das mit iBooks Author produziert wurde?

Diese Frage bekam ich per E-Mail gestellt. Denn so ein E-Book lässt sich ja nicht woanders verkaufen als bei Apple. Die Frage ist schnell beantwortet: Nein. Seit geraumer Zeit braucht ihr weder für ein mit Author generiertes E-Book eine ISBN noch für irgendein anderes, das ihr im iBook-Store verkaufen wollt. Ich habe darüber hier schon berichtet. Ihr müsst beim Upload das entsprechende Feld in iTunes Producer einfach freilassen:

Screenshot iTunes Producer

Screenshot iTunes Producer

Apple vergibt dann automatisch eine interne ID.

Falls ihr auch Fragen zu E-Books habt, beantworte ich die gerne … =)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter E-Book Vertrieb

Apple iBooks und die ISBN

Gestern gab es ein iBooks-Update und seit dem ist die ISBN in iBooks überflüssig. Das ist sehr erfreulich vor allem für Indie-Publisher, denn wie ich bereits schrieb, kostet eine Einzel-ISBN überzogene 80 Euro.

Apple ersetzt jetzt endlich dieses bürokratische Monster, das in Zeiten der Volltextsuche komplett überflüssig geworden ist, durch eine interne Kennnummer. Mit dieser „vendor ID“ kann man auf seine angelieferten E-Books zugreifen und diese auch zu einem späteren Zeitpunkt ändern. Ich habe es noch nicht ausprobiert, aber wenn ich das richtig sehe, steht dem ungehinderten Publizieren auf iBooks nichts mehr im Wege…

3 Kommentare

Eingeordnet unter E-Book Vertrieb, Nachrichten

Antwort auf die Google-Suche: „wie findet man isbn von ebooks heraus“?

Jemand gelangte mit der Google-Suchanfrage: „wie findet man isbn von ebooks heraus“ auf dieses Blog. Das kann ich ihm oder ihr beantworten: In der Regel findet man die ISBN im Impressum eines Buches ausgeschrieben. Sollte dies bei deinem E-Book widererwartend nicht der Fall sein, nicht verzagen, denn in jedem ePub gibt es eine Datei mit dem Namen content.opf. In dieser content.opf werden unter anderem die Metadaten definiert. und eine notwendige Angabe ist der Book-Identifier. Das sieht dann ungefähr so aus:

<dc:identifier id="BookId" opf:scheme="ISBN">1234xyz</dc:identifier>

Die Frage, die sich jetzt nur noch stellt, lautet: wie kann ich die Book-ID auslesen. Die einfachste Lösung ist: Datei.epub kopieren, Kopie umbenennen in Datei.zip, entpacken, die Datei content.opf suchen, mit einem Texteditor öffnen, die Info auslesen.

Wem das zu umständlich ist, der kann mit manchem Reader auf die Info zurückgreifen. Leider sind die E-Reader sehr wählerisch, welche Metadaten sie anzeigen. (Ernsthaft: wer programmiert die Dinger? Und warum kommt er/sie nicht auf die Idee, dass ein E-Reader ALLE Metadaten auslesen können soll?)
Bei BookReaderLite und ADE habe ich überhaupt keine Anzeige der Metadaten gefunden. Calibre zeigt zwar jede Menge Kladeradatsch an, den man auch editieren kann, man kann sogar nach ISBNs suchen, aber mir ist es nicht gelungen, mir die ISBN anzeigen zu lassen. Statt dessen kam ich mit Stanza zum Erfolg. Stanza ist sonst zwar eher… Na, ja. Aber hier bietet es eine einfache Lösung. Beim MAc unter Ansicht->Book Info findet man ein Feld, in dem die ISBN steht.

Ach ja, bei Mobi gibt es keine ISBNs sondern nur die ASIN (Amazon Standard Identification Number) und bei PDF könnt ihr die Metadaten – wenn sie angegeben sind und das ist eher selten der Fall – mit Hilfe von Acrobat (ganz sicher mir Pro, beim Reader bin ich mir nicht sicher) auslesen.

2 Kommentare

Eingeordnet unter #ePrdctn, Hintergründe, Lesegeräte

Nachtrag ISBN

Eine nette Frau Mirjam Glaser hat jetzt doch noch auf meine E-Mail reagiert und erklärt, dass die ISBN-A eine MArketingmaßnahme ist, die die ISBN ergänzt. Es handele sich um ein „Werbemittel, das es dem Verlag erlaubt, die ISBN mit anderen Websites zu verlinken“. Sie gestand ein, dass der Name „nicht so glücklich gewählt“ sei.

Es bleibt also festzuhalten, dass die klassische ISBN der Buchmarktstandard bleibt. Ferner wird für mich rätselhaft, was Google mit „Internet-ISBN“ meint. Letzteres werde ich dann mal bei Zeiten eroieren.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Voraussetzungen

ISBN

… steht für Internationale Standardbuchnummer und ohne sie ging nichts im institutionalisierten Buchhandel mit physischen Büchern. Klar konnte man und kann man noch immer ein Buch herausgeben, ohne dass man dafür unbedingt eine ISBN braucht, doch außer es eigenhändig in der Fußgängerzone zu verticken, bleiben nicht mehr viele Vertriebswege übrig. Denn die gesamte Warenwirtschaft des Buchhandels ist auf die ISBN eingeschworen. Sie ist der Personalausweis eines jeden Buches.

Die ISBN von Georg Büchner: Dantons Tod. Reclam. Ditzingen 2002.

Die ISBN von Georg Büchner: Dantons Tod. Reclam. Ditzingen 2002.

Prinzipiell hat jedes Buch, jede Edition des gleichen Textes eine eigene ISBN. So müssen etwa Hardcover und Taschenbuch jeweils eine eigene ISBN zugeteilt sein. Genauso verhält es sich bei überarbeiteten oder erweiterten Neuauflagen eines Buches. Lediglich unveränderte Nachdrucke brauchen keine neue ISBN.

Mit dem E-Book hat sich hier schon wieder etwas geändert. Zwar braucht das E-Book, wenn es mit einer ISBN ausgestattet sein soll, eine eigene ISBN. Es darf also nicht die gleiche ISBN tragen wie ein inhaltsgleiches Printexemplar. Allerdings braucht das E-Book nicht mehr unbedingt eine ISBN.

So verzichtet Amazon gänzlich auf die ISBN und ersetzt sie durch das hausinterne System ASIN und Google bietet zu jedem E-Book gleich eine „Internet ISBN“ an, womit es wohl eine ISBN-A meint. Lediglich der dritte Händler – Apple – besteht bei E-Books weiterhin auf ISBNs.

Die ISBN-A ist laut den Informationen des MVB (Marketing und Verlagsservice des Buchhandels) so etwas wie die Internet-Visistenkarte des Buches. Mit ihr bekommt man eine Webseite, auf der man sein Buch präsentieren kann und sie ist (such)maschinenlesbar. Was genau Letzteres im Unterschied zur klassischen ISBN bedeuten soll, bleibt das Geheimnis des MVB. Jedenfalls habe ich gerade mal eine Stichprobe gemacht und Google liefert mir bei Eingabe einer alten ISBN zuverlässige Ergebnisse.

Interessant wäre die ISBN-A allenfalls, wenn sie die klassische ISBN ablösen würde, man somit einfach die Webseite noch obendrauf bekommt. Aber, ob ISBN und ISBN-A in einem Ersetzungs- oder Ergänzungsverhältnis zueinander stehen, geht aus den Informationen des MVB nicht hervor. Ich habe das per E-Mail angefragt, aber bislang keine Antwort bekommen. Für meine Zwecke ist die ISBN-A bislang sowieso nicht geeignet, denn das Angebot richtet sich an gewerbliche Verlage, während ich im Selbstverlag mit der klassischen ISBN vorlieb nehmen muss, darf und will.

Wie beantrage ich eine ISBN?

Dafür gibt es im Hause des MVB die Agentur für Buchmarktstandards, die in Deutschland das Monopol auf die Vergabe von ISBNs hält.

  • Unter www.german-isbn.de kommt ihr auf eine Webseite, die zeitgleich eine Zeitmaschine in die 90er zu sein scheint in ihrer zeitlosen Eleganz (Ob ich jetzt noch eine E-Mail-Antwort des MVB erhalte?).
  • Hier gibt es links einen Kasten mit dem Titel „ISBN“, den ihr anklickt.
  • Woraufhin ihr vor die Entscheidung gestellt werdet, ob ihr ein Verlag mit fortlaufender Produktion seid oder ein Selbstverlag mit „absehbar einmaliger Verlagsproduktion“. Ich habe mich für letzteres entschieden, da ich ja erst einmal ein E-Book herausgeben möchte, um dann weiterzusehen.
  • Wenn ihr vielleicht noch ein paar E-Books mehr herausgeben wollt, müsst ihr nicht in fingernägelabkauende Panik verfallen, denn mit der „absehbar einmaligen Produktion“ ist das nicht soooo ernst, wie das Bestellformular zeigt, zu dem wir gleich kommen. Dort wird nämlich gefragt, ob ihr schon einmal eine ISBN hattet, ohne dass darauf verwiesen wird, dass dies problematisch sei. Wenn ihr aber vorhabt ins Big Business einzusteigen, dann solltet ihr die Option für Verlage wählen. Denn einerseits bekommt ihr dann die ISBNs günstiger und andererseits wird auch eine eigene Verlagskennung in die Zahlenfolge der ISBN eingearbeitet.

    „Warum dann nicht gleich die Verlagsoption wählen?“, könnte man jetzt natürlich fragen. Nun, ganz einfach, weil damit fortlaufende Kosten verbunden sind. Als Voraussetzung bedarf es erst einmal eines Handelsregistereintrages, für den eine jährliche Gebühr fällig ist, ferner muss auch die Verlagskennung innerhalb eurer ISBNs mit einer jährlichen Gebühr abgegolten werden. Da ich mit meinem Projekt erst einmal ins Blaue marschiere, bin ich noch nicht bereit, diese Investitionen zu stemmen.

    Stattdessen habe ich mich für die Einzel-ISBN entschieden. Womit wir nun bei deren Kosten sind. Eine einzelne ISBN für Selbstverlage kostet 85 Euro. Diese setzen sich folgendermaßen zusammen:

    70 Euro Bearbeitungsgebühr
    1,43 Euro Versandkosten
    13,57 Euro Mehrwertsteuer

    Über die 1,43 Euro Versandkosten für eine Nummer möchte ich den Mantel des Schweigens breiten. Nein, doch nicht: ihr bezahlt damit, dass ihr vom MVB noch schöne Werbeprospekte mitgesandt bekommt.
    Was hingegen die 70 Euro Bearbeitungsgebühr betrifft, so spricht daraus, was ich vorhin nur so am Rande fallen ließ: Monopol. In meinem letzten Job hatte ich das Glück, auch ein wenig in der Datenbankverwaltung zu arbeiten. Wenn die Datenbank der Agentur für Buchmarktstandards jetzt nicht kompletter Murks ist, dürfte die Bearbeitung des Vorgangs in etwa so aussehen:
    Ich frage in meiner Datenbank die offenen ISBNs für Selbstverlage ab, wähle eine davon aus (mutmaßlich die erste), trage sie im kompliziertesten Fall von Hand in ein Formular, das diese ISBN fortan mit dem Namen eines bestimmten Selbstverlages verbindet und aus der Datenbank für offene ISBNs löscht (geschätzte Arbeitszeit: 5 Minuten), anschließend trage ich sie gemeinsam mit den Kontaktdaten und der Anrede in einen vorliegenden Standardbrief an den Selbstverlag ein, drucke den aus, lege ein paar Werbeflyer bei, stecke alles in einen Umschlag, lecke die Gummierung an, klebe zu, adressiere und frankiere, gebe den Brief auf. Voilà: 70 Euro (Jetzt erhalte ich sicher keine E-Mail-Antwort des MVB mehr).

    Da ist es wirklich ein Segen, dass die beiden Internetriesen Amazon und Google dieses Monopol aufbrechen. Und es ist zugleich wieder traurig, dass erst zwei marktbeherrschende Kräfte aus Kalifornien dafür auf den deutschen Markt dringen müssen und alle Welt in Wehklagen um die kleinen Verlage ausbricht.

    Na ja, wie dem auch sei. Ich will eben auch mit Apple Geschäfte machen und die passen sich den bestehenden Strukturen an und verlangen eine ISBN. Daher klicke ich mich zu diesem PDF durch, das leider nicht interaktiv ist, sondern ausgedruckt und von Hand ausgefüllt werden muss. Ich trage dort alle Daten (auch meinen supergeheimen Buchtitel, den ich jetzt schon kenne) ein, wähle die Option Vorabüberweisung, überweise das Geld, gebe den Brief auf und warte, ob und wann mir dann die ISBN ins Haus flattert.

    Fertig.

    Eigentlich dachte ich, ich hätte jetzt alles für Apple zusammen, habe mich da aber geirrt. Denn man braucht, um mit Apple Geschäfte machen zu können, eine Kreditkartennummer (warum auch immer), die ist bei meiner Bank bestellt (darüber werde ich nicht schreiben, das schafft ihr schon) und ich warte so lange. Deshalb gibt es hier demnächst mal wieder den Erklärbären.

    Hinterlasse einen Kommentar

    Eingeordnet unter Voraussetzungen

    Buchpreisbindung

    Zurück zum eigentlichen Thema. Der Erklärbär ist mal wieder an der Reihe: Was ist eigentlich diese Buchpreisbindung?

    Buddy Bear: SI Bär (former Air Bär). Standort/Location: in front of Best Western Hotel Steglitz International, Albrechtstr. 2, Berlin-Steglitz. Urheber: Wikimedia Commons User: BLueFiSH.as.

    Buddy Bear: SI Bär (former Air Bär). Standort/Location: in front of Best Western Hotel Steglitz International, Albrechtstr. 2, Berlin-Steglitz. Urheber: Wikimedia Commons User: BLueFiSH.as.

    In Deutschland gibt es die gute alte Buchpreisbindung. Wir, vertreten durch unseren Gesetzgeber waren und sind offenbar immer noch der Ansicht, dass Bücher ein schützenswertes Gut sind, das einer besonderen Behandlung bedarf. Das schlägt sich in der Buchpreisbindung nieder und gestaltet sich so aus:

    Ein Verlag bringt ein Buch heraus und legt seinen Preis als sogenannten Listenpreis fest. Er kommuniziert diesen – gewöhnlich über das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) – und durch Titelmeldung bei den Barsortimenten, also den Zwischenhändlern (KNV, Libri und Umbreit). Und fortan darf kein Buchhändler in Deutschland, ob nun der kleine Buchladen um die Ecke, oder der große böse Internetverramscher, das Buch zu einem anderen Preis anbieten.

    Natürlich gibt es Ausnahmen von der Regel. Wir alle kennen den schönen Mängelexemplar-Stempel. Genauso darf man bei einem Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe für maximal 30 Tage den gebundenen Buchpreis unterschreiten. Außerdem darf der Verlag den Preis ändern und sogar die Bindung aufheben. Letzteres aber frühestens nach 18 Monaten oder wenn bei einer periodischen Ausgabe der Nachfolgeband erschienen ist.

    Die Frage, die uns jetzt interessiert, ist natürlich: Gilt die Buchpreisbindung auch für E-Books? Prinzipiell schon, ABER …

    Im Buchpreisbindungsgesetz steht folgender lustiger Zusatz, nämlich dass die Preisbindung auch für Folgendes gilt:

    „Produkte, die Bücher, Musiknoten oder kartographische Produkte reproduzieren oder substituieren.”[1]

    Und darunter fallen nach Auffassung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels auch E-Books. Aber was heißt das jetzt? Muss ein E-Book so teuer sein wie ein gedrucktes Buch? Müssen alle E-Books in unterschiedlichen Formaten (PDF, ePUB, Mobipocket) den gleichen Preis tragen, oder was?

    Hier herrscht bislang noch keine Rechtssicherheit, soweit ich das weiß. Was aber feststeht, ist zumindest folgendes: E-Books müssen nicht den gleichen Preis tragen wie Printausgaben. Das ist ja bisher auch nicht so bei Hardcovern und Taschenbüchern. Genauso sicher ist: Jedes E-Book, das die gleiche ISBN trägt, muss den gleichen Preis haben. Wobei es aber so ist, dass ihr für Amazon (Mobipocket) gar keine ISBN braucht und für ePUB und PDF jeweils eine eigene.

    Wenn ihr also stur seid und einen guten Anwalt habt, könnt ihr euch auf den Standpunkt stellen, dass es sich jeweils um ein anderes Buch handelt, für das ihr dann auch jeweils einen anderen Preis ansetzt. Dann könnt ihr auf die erste Abmahnung durch den Börsenverein warten und das ganze ausfechten, bis wir alle endlich Rechtssicherheit haben.

    Andererseits sind E-Books aber auch keine gedruckten Bücher, die Produktion ist nicht so aufwändig und dauert nicht so lang. Das heißt, wenn ihr also unbedingt in allen drei Formaten veröffentlichen wollt und genauso unbedingt für alle drei Formate einen anderen Preis ansetzen wollt, dann macht halt jeweils eine eigene Edition daraus und schreibt in der Amazonausgabe noch ein schönes Vorwort, in der ePUB-Ausgabe ein lustiges Nachwort und packt in die PDF-Variante ein paar anschauliche Grafiken und Statistiken und schon bewegt ihr euch ganz konform im Rahmen der Regeln des deutschen Buchhandels und könnt eure Preise individuell festlegen.

    Viel Spaß.

    2 Kommentare

    Eingeordnet unter E-Book Vertrieb, Voraussetzungen