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Preisentwicklung bei E-Books 2012 – KW47

Eine weitere Woche ist rum und hier die aktuelle Preisentwicklung bei E-Books.
Erstaunliches hat sich bei Amazon getan, da hat „Der 7. Tag“ von Nika Lubitch die „Shades“-Trilogie von Platz 1 verdrängt.
So hat dann auch der Neueinstieg von günstigen Büchern und das Verdrängen von Nele Neuhaus: „Böser Wolf“ aus den Top 10 dafür gesorgt, dass der Durchschnittspreis gewaltig gefallen ist.

Amazon-Durchschnittspreis: 5,95 €

Teuerstes Buch ist diesmal „Shades of Grey 3 / Befreite Lust“ von E. L. James, Andrea Brandl und Sonja Hauser für 9,99 €* und das günstigste bleibt „Die Scheune“ von Marion Schreiner fü 0,99€.

Google Play Käufer, mutmaßlich also alle, die über Android-Devices lesen, sind diesmal nicht länger die Sparfüchse, bleiben sich aber mit Grimms Märchen für 0,99 und dieser Hitler-Satire für 14,99 treu, was billigstes und teuerstes Buch anbelangt.

Google-Play-Durchschnittspreis: 6,69 €

Auch iBooks-Leser bleiben sich treu mit Nele Neuhaus „Böser Wolf“ für 16,99 €.als teuerstem und „Psychologie: Wie das Leben gelingt“ von Johanna Romberg für 0,99 € als günstigstem Buch. Allerdings drücken ein paar weitere Lebenshilfeschnäppchen für 0,99 € Den Durchschnitt etwas.

Der Durchschnittspreis bei Apple: 8,99 €.

Alles in allem liegt der durchschnittliche E-Book-Preis in dieser Woche also bei: 7,21 €

Nach drei Wochen hat sich der Allzeit-Durchschnittspreis für E-Books insgesamt auf 6,96 € eingependelt.

Was die inhaltliche Qualität der Bücher anbelangt, so empfehle ich dem Urteil meines Lieblingskritikers blind zu vertrauen:

Denis Scheck bespricht die Top 10 -Beletristik

*Bei gleichen Preisen, nehme ich das höher platzierte Buch.

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Reden wir über Geld – E-Book-Preisgestaltung

Da ich kein Geld habe, kann ich meinen Autoren, die ich hinter den Kulissen fleißig am Kontaktieren bin, erst einmal nichts bieten. Das ist natürlich ein schlechtes Geschäft. Aber ich habe auch schon eine Antwort darauf: Gewinnbeteiligung. Und wenn ich meine Einnahmen schon verteile, bevor ich sie überhaupt erzielt habe, muss ich mir zuallererst einmal Gedanken über den Preis machen, zu dem ich das E-Book anbieten möchte.

Ein 20 Markschein aus Altenburg in Sachsen aus dem Jahre 1918

20 Mark Altenburg (Sachsen), 1918, Vorderseite. Urheber: Altenburg (Sachsen).

Eines vorneweg: Außer bei Apple kann ich ein E-Book nirgends umsonst anbieten. Okay, ich könnte es auf die eigene Webseite stellen oder als Torrent ins Netz. Ferner könnte ich es exklusiv bei Amazon anbieten und bekäme fünf Tage oder so geschenkt, an denen die Kunden das Buch umsonst downloaden können. Woooohoooo! Aber abgesehen davon, dass ich damit den letzten Anreiz für potentielle Autoren in den Wind schießen würde, könnte ich auch nicht die Reichweite der Kombination von Amazon, Apple und Google nutzen. Also werde ich Geld für das Buch verlangen.

Wie nun soll ich festlegen, wie viel Geld ich für das E-Book verlangen soll? Denn in dieser Wahl bin ich zunächst einmal frei, abgesehen von den Grenzen, die mir Amazon auferlegt und der Forderung von Apple, dass der Preis entweder auf ,99 oder ,49 enden muss.

Die veränderten Produktionskosten
Wen auch immer ich im Netz als Vorbereitung hierzu gelesen habe, sagte vor allem eines:

Die Leser möchten, dass E-Books signifikant günstiger sind als gedruckte Bücher, ansonsten gäbe es für sie keinen Anreiz zum Wechsel. Demgegenüber weinen die Verlage immer ein bisschen, dass die Produktion von E-Books teurer wäre, als immer alle denken. Da zwar einerseits Kosten wegfielen, aber andererseits auch sagenumwobene „neue Kosten“ entstünden.

Gehen wir also der Sache mal auf den Grund. Was kostet die Herstellung eines Printbuches und was die eines E-Books?

Im Vergleich zum Printbuch spare ich durch die E-Production durchaus etwas ein. Die Frage ist: wie viel? Dafür muss ich mir zunächst einmal Gedanken machen, welche Unkosten ich habe. Sowohl im Print, als auch im E-Book muss ich folgende Produktionskosten einberechnen:

1. Das Autorenhonorar
2. Redaktion und Lektorat
3. Das Layout
4. die Covergestaltung und andere Grafiken
5. Werbung
6. Allgemeine Vertriebskosten wie die Erstattung von zurückgegebenen Exemplaren und Ähnliches.

Was beim E-Book aber wegfällt, hingegen beim Printbuch ins Kontor schlägt, sind:

1. Druck (inklusive der Vorstufe und der Bindung)
2. Transport und Lagerung.

Ferner darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass der Händleranteil beim E-Book (abgesehen von Google) mitunter signifikant geringer ist. Als kleiner Verlag bin ich im Printvertrieb auf die großen Zwischenhändler, die Barsortimente, angewiesen. Diese verlangen etwa die Hälfte vom Kuchen. Im Buchhandel schwanken die Rabatte zwischen 35% und 50%. Wenn ich aber heute einen Verlag gründen würde, müsste ich wohl erst einmal 50% gewähren. Hingegen bietet im E-Book-Vertrieb Apple die besten Konditionen und verlangt nur 30%.

Doch zunächst zu Druck, Transport und Lagerung. Das sind recht schwer zu errechnende Werte, da sie abhängen von der Auflagenhöhe des gedruckten Buches, sowie von der Wahl des Materials. Klar, wenn ich viele bunte Seiten auf einem hochwertigen Papier haben möchte, wird der Spaß teurer, als wenn ich auf Farbe verzichte und braun-graues Recyclingpapier nehme. Ferner verlangt die Druckerei einen höheren Prozentanteil je geringer die Auflage ist. Lasse ich nur ein Buch ‚on Demand‘ drucken, schlagen die Kosten für die Prüfung der Daten, (gegebenenfalls) das Anfertigen der Druckvorlagen, das Hochfahren der Maschine und die Ausfälle durch Material- oder Maschinenfehler für die Druckerei viel höher ein, als wenn ich 1.000 Bücher im Bogenoffsetdruck produzieren lasse oder gar 50.000 im Rollenoffsetdruck. Dem gegenüber habe ich natürlich geringere Kosten für Lager und Transport, je geringer meine Auflage ist.

Trotz aller Widrigkeiten wollte ich gerne eine Zahl haben und habe mich im Internet auf die Suche begeben. Leider schweigen sich die Verlage über Produktionskosten weitgehend aus.
Recht gute Infos fand ich (mal wieder) beim Berlin Story Verlag sowie bei Turmsegler. Auch schön war diese Stimmensammlung bei boersenblatt.net.

Dennoch brachte mich das alles nicht wirklich voran in der Frage, wie viel Prozent denn nun Druck, Lager und Transport an den Produktionskosten ausmachen. Nach langer Suche habe ich bei Voland & Quist zumindest mal eine Zahl gefunden, die da jetzt so ganz ungeprüft steht. Wenn ich die Euroangaben überschlage, belaufen sich die Druckkosten auf etwa 14%. Händlerrabatt und Vertriebskosten (also auch Versand und Lager) fasst Voland & Quist zusammen. Gehe ich von 50% Prozent Händlerrabatt aus, dann bleiben noch etwa 7% für Lager und Versand. Schließlich kommt dann noch der Unterschied bei den Händlerrabatten.
Ich habe ja schon geschrieben, welchen Rabatt man bei Google (zwischen 48% und 55%) und bei Amazon (zwischen 31% und 65%) gewähren muss. Hinzu kommt der Rabatt von Apple. Der, wie oben schon geschrieben, folgendermaßen aussieht:

Apple 30% - wir 70%

Der Einfachheit halber gehe ich davon aus, dass unser E-Book nicht allzu viele Megabyte haben wird, sodass wir unsere „Liefergebühren“ niedrig halten und wir Amazon 40% Rabatt einräumen müssen. Bei Google hingegen kann ich nicht einschätzen, wie viele E-Books wir über Play und wie viele über angeschlossene Shops verkaufen, weshalb ich den Mittelwert nehme: etwa 52%.

Im Schnitt müssen wir also einen Händlerrabatt von 41% gewähren. Das sind noch einmal 9% weniger als im Handel mit gedruckten Büchern.

Alles in allem kommt heraus, dass die Produktionskosten von E-Books grob geschätzt 30% niedriger liegen als die von gedruckten Büchern.

Das Problem, das sich mir als nächstes stellt, ist die Frage, von welchem Buchpreis ich jetzt ausgehen möchte. Schließlich liegen Welten zwischen einem in Leder gebundenem Buch und einem Reclam. Ich hab da mal was vorbereitet™, eine Stichprobe gemacht und vollkommen willkürlich in mein Bücherregal gegriffen, um zehn verschiedene Bücher zu entnehmen und einen Mittelwert ihres Preises zu errechnen. Das teuerste war erstaunlicherweise kein Hardcover (von denen ich auch zwei gewählt habe) sondern ein ‚Lonely Planet‘ für 26,50 € und das günstigste erwartungsgemäß ein Reclam (Kafkas Prozess) für 2,10 €. Der Durchschnittspreis lag bei 12,07 €. Wobei zu erwähnen ist, dass meine Bibliothek recht Taschenbuchlastig ist. Aber darin sehe ich kein Problem, denn wenn man den amerikanischen E-Book-Markt ansieht, so stehen gerade Taschenbücher in direkter Konkurrenz zu E-Books.

70% von 12.07€ sind 8,45€.

8,45€ wäre also ein fairer Preis für ein E-Book.

Allerdings habe ich zwei Probleme mit dieser Zahl. Zum einen sind alle Werte, die ich oben angebe, recht wackelig. Zum anderen scheint sie mir nicht dem Leserwunsch zu entsprechen, signifikant günstiger zu sein als Printbücher. Kar: 30% sind 30% sind 30% und schließlich will ich ja meine Autoren beteiligen. Aber ein Buch gibt man für Leser heraus und was bringt mir alle Herrlichkeit, wenn es am Ende keiner kauft. Deshalb habe ich mir noch mehr Zahlen angeguckt:

Angebot und Nachfrage

Ich habe noch einmal etwas vorbereitet™ und wieder eine Stichprobe genommen (am 05. November 2012). Diese ergab, dass der durchschnittliche Preis für ein E-Book in Deutschland, unter der Berücksichtigung der Portale, in denen mein Buch präsent sein wird, zurzeit bei 6,02 € liegt.

Diese Zahl habe ich ermittelt, in dem ich den Durchschnittspreis der Top 10 bei Amazon, bei Apple und bei Google errechnete und daraus wieder den Durchschnitt bildete.

Im Detail sahen die Preise so aus:

Durchschnittspreis für E-Books bei Amazon: 6,68 €
Durchschnittspreis für E-Books bei Apple: 7,04 €
Durchschnittspreis für E-Books bei Google: 4,35 €

Wobei die ‚Shades of Grey‘-Trilogie mit jeweils 9,99 € den Preis wohl ziemlich nach oben getrieben hat. Ich denke, ich werde das mal beobachten.

Wenn ich aber den eben errechneten Preis marktüblich und applekonform abrunde, komme ich somit auf einen

Verkaufspreis von 5,99 €.

Und das erscheint mir sehr fair für die Leser. Obendrein dürfte auch noch nach dem Händlerrabatt genug übrig bleiben, sodass die Autoren nicht ganz leer ausgehen.

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Für euch gelesen: die Google Play AGB

Also eigentlich: Die AGB zum Google Buch Partner-Programm und die Google E-Books Ergänzungsvereinbarung, aber, da man die Überschrift eines Textes immer zuerst liest, habe ich das mal etwas griffiger formuliert.

Bild der AGB von Google Play

Vorneweg wieder der Hinweis: natürlich übernehme ich keine Gewähr. Google wird die Vereinbarungen beliebig im Laufe der Zeit ändern, außerdem habe ich nicht Jura studiert, mich nur schon ein paar Mal mit E-Book-Vertriebsverträgen beschäftigt (etwa hier) und das ganze ist natürlich nicht vollständig. Wollt ihr Rechtssicherheit, dann meldet euch bei Google Books an und lest selbst nach. Jetzt aber los!

Um bei Google Play E-Books zu verkaufen, muss man zunächst den AGB für das „Google Buch Partner-Programm“ zustimmen. Dieses Programm beschäftigt sich weitgehend mit dem – so komisch das klingt – klassischen Google Books. Das heißt, mit der damals hochumstrittenen Aktion von Google, Bücher einzuscannen und so für die Suchmaschine indizierbar zu machen. Entsprechend haben die ganzen AGB ziemlich wenig mit unserem Anliegen zu tun, weswegen ich sie hier lakonisch zusammenfasse mit:

Der Verlag muss Google seine Bücher schicken, Google scannt die ein, präsentiert sie dann auf Google Books und beteiligt den Verlag an den Werbeeinnahmen. Google schickt die eingescannten Bücher nicht zurück und darf im Übrigen so ziemlich alles damit machen, garantiert aber für nichts und der Verlag bekommt Kohle nach Googles Gutdünken dafür.

Damit kommen wir zur Ergänzungsvereinbarung für E-Books und bleiben bei den Zahlungen. Denn eines fiel mir als erstes auf. Google schweigt sich darüber weitgehend aus. Die einzige Zahl, die ich finden konnte ist folgende: Wenn Google Bücher über Drittanbieter verkauft, erhält der Verlag einen Anteil von 45% des Nettopreises. Auch im Netz, mit Hilfe einer gewissen Suchmaschine, findet man nur sehr mühsam Informationen. Ich hatte schließlich bei buchreport Glück, der behauptet mehr zu wissen, nämlich dass Verlage beim Direktverkauf über Google Play 52% des Nettopreises bekommen. Wenn man allerdings sieht, was buchreport zu Amazons Tantiemen schreibt, ist diese Zahl mit Vorsicht zu genießen, denn was da über Amazon steht, ist schlichtweg falsch. Ich berichtete über die wahren Zahlen.

Gehen wir davon aus, dass die Zahlen stimmen, dann sind das extrem schlechte Zahlen. Schlechter als die Bedingungen, die die Großhändler im Printbereich gewähren, die liegen nämlich üblicherweise bei 50-60% des Bruttopreises für den Verlag. Ich werde mich mit der Preisgestaltung für E-Books noch eingehender beschäftigen, aber außer mit Marktmacht (die Google jedoch noch gar nicht hat) lassen sich die Zahlen der Kalifornier nicht begründen, denn schließlich fallen die Kosten für Lager und Transport, die die Printbuchhändler zu stemmen haben, weg. Klar muss Google Server betreiben und eine Shopinfrastruktur liefern, aber beides machen sie einerseits sowieso und bekommt andererseits die Konkurrenz von Amazon und Apple, die den Markt wirklich beherrscht, günstiger hin. Der einzige Vorteil Googles gegenüber Apple und Amazon ist die Bereitstellung dieser „elektronischen ISBN“, von der ich immer noch nicht genau weiß, was sie eigentlich sein soll. (Aber noch immer am recherchieren bin).

Nun gut, kommen wir zum Rest der Ergänzungsvereinbarung. Die ist zwar wesentlich knorriger geschrieben als die von Amazon, welche sich dagegen las wie ein leichter, grau schattierter Roman, enthält aber letztlich nur wenige Überraschungen, soweit sie mir auffielen.

Die Stolperfallen der Google Play AGB

  • Google behält sich das Recht vor, die E-Books zu verändern.
  • Google wird die E-Books auch an lizenzierte Händler weiterverkaufen.
  • Wenn ihr euren Vertrag mit Google kündigt, dürfen die Kunden die E-Books natürlich behalten.
  • Google darf bis zu 20% der Bücher umsonst präsentieren.
  • Ihr könnt zwar angeben für welche Regionen der Welt ihr die Rechte an den E-Books haltet, Google übernimmt aber keine Gewähr, dass die Bücher nicht sonst wo verkauft werden können. Können sie nämlich nicht, wie ihr feststellen werdet, wenn ihr mal „VPN-Tunnel“ googelt.
  • Google und seine Freunde dürfen nach eigenem Ermessen den Verkauf eurer E-Books wieder einstellen.
  • Google darf im Rahmen von Marketingmaßnahmen Marken nutzen, auf die ihr die Rechte haltet, etwa euer Logo.
  • Der Verlag ist für die Einhaltung der Buchpreisbindung verantwortlich. Sind die Bücher nicht preisgebunden, kommt ein langer Rattenschwanz an Bestimmungen, wie Google den Preis gestalten darf, der uns aber nicht interessiert, wie ich ja schon erläutert habe.
  • Interessant ist dabei lediglich, dass Google einen Paketpreis für die Kombination Print und E-Book ermöglicht, „sofern der mit der Buchpreisbindung vereinbar ist“. Da das eine spannende Marketingmaßnahme wäre, werde ich da noch einmal beim Börsenverein nachhaken.
  • Google wird eure Tantiemen spätestens 60 Tage nach Abrechnungsmonatsende überweisen, sofern der Betrag höher als 100$ liegt, anderenfalls darf Google warten, bis der Hunderter erreicht ist. Solltet ihr oder Google den Vertrag kündigen, wird Google den Restbetrag innerhalb von 90 Tagen auszahlen, es sei denn, er liegt unter 1$.
  • Google muss euch natürlich keine Tantiemen zahlen, wenn die Käufer die E-Books zurückgegeben haben, in Deutschland zum Beispiel darf man ja über das Internet gekaufte Waren innerhalb von 14 Tagen zurückgeben. Google zahlt auch nichts aus, wenn das E-Book „betrügerisch“ von einem Kunden erworben wurde, etwa mit einer geklauten Kreditkarte.
  • Ihr dürft Google E-Books nicht missbrauchen, etwa als Spamschleudern, Viren-, Trojaner- oder allgemein Mallware-Lieferanten.
  • Google behält sich das Recht vor, Den Preis des E-Books an den Käufer „nach eigenem Ermessen“ zurückzuerstatten.
  • „Mit Google verbundene Unternehmen“ dürfen Kreditauskünfte über euch einholen.
  • Sowohl ihr als auch Google dürfen den Vertrag mit einer Frist von 30 Tagen kündigen. Es gibt ferner noch diverse Möglichkeiten der außerordentlichen Kündigung.
  • Ihr könnt Google schriftlich auffordern eines oder mehrere Bücher aus dem Verkauf zurückzuziehen.
  • Auch nach Kündigung des Vertrages dürfen die Endnutzer bereits gekaufte Bücher behalten.
  • Ihr habt zu gewährleisten, dass alle Infos, die ihr Google übermittelt, korrekt und aktuell sind, ihr über alle Rechte und Genehmigungen an euren E-Books verfügt, ihr nicht gegen geltendes Recht verstößt, ihr keine Malware in eure E-Books gepackt habt und eure Bücher von zufrieden stellender Qualität sind.
  • Ferner – und das ist vielleicht der problematischste Punkt – gewährleistet ihr, dass die Autoren eurer E-Books auf ihre „Urheberpersönlichkeitsrechte“ verzichten, respektive diese nicht gegen Google durchsetzen. Ich habe das mal gegoogelt 🙂 und zu den Urheberpersönlichkeitsrechten gehören: das Veröffentlichungsrecht, also dass der Urheber bestimmen darf, was veröffentlicht wird. Gut, das ist nicht problematisch, aber es geht weiter: Das Benennungsrecht. Der Urheber darf dem Werk den Namen geben. Das heißt mit anderen Worten: Google darf eure Bücher umbenennen. Schließlich gehört zu den Urheberpersönlichkeitsrechten auch das Beeinträchtigungsverbot: dass der Urheber bestimmen darf, welche Änderungen am Werk vorgenommen werden dürfen. Womit wir wieder bei dem Punkt von oben wären, dass Google die E-Books quasi umschreiben darf. Ich frage mich, in wie weit dieser Verzicht im Namen Dritter nach deutschem Recht überhaupt zulässig ist, glaube allerdings nicht, dass er letztlich weitgehend angewendet wird. Zumindest in Bezug auf das Beeinträchtigungsverbot habe ich beim Kauf von E-Books im Play-Store gesehen, was Google damit meint: sie packen nämlich Screenshots des Seitenlayouts im „Standardzoom“ in die Datei. Aufgrund des flexiblen Textflusses in der ePUB-Datei kann ein aufwändiges Layout auf einem kleinen Handydisplay schon einmal zerschossen werden. Dann sieht man mit dem Screenshot zumindest, wie sich das der Setzer eigentlich gedacht hatte. Allerdings weiß ich natürlich nicht, ob dies die einzige Veränderung ist, die Google jemals an E-Books vornehmen wird.
  • Ihr stellt Google von sämtlicher Haftung frei.
  • Schön finde ich: keine Partei ist berechtigt, Rechten oder Verpflichtungen ohne vorherige schriftliche Zustimmung des anderen an Dritte abzutreten. Ausgenommen sind „mit Google verbundene Unternehmen“. Mit anderen Worten: Google darf das, ihr nicht.
  • Gleiches gilt für das Entstehen von Rechten oder Vorteilen.
  • Die Egänzungsvereinbarung unterliegt deutschem Recht.
  • Wenn es Stress zwischen euch und Google gibt, soll zunächst eine Mediation einberufen werden.

Das war es.

Solltet ihr noch Fragen haben, empfehle ich die Lektüre des entsprechenden Hilfethemas bei Google selbst: Support zum Google Books Partnerprogramm

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Google Play

Nach einer kleinen Pause, die ich nebenan (hier, hier und hier) überbrückt habe, geht es mit unserer kleinen Anleitung weiter. Wir haben noch weitere Anmeldungen in E-Book-Stores zu tätigen und ich verspreche euch: es wird jetzt nicht mehr so einfach, wie bei Amazon.

Ein Screenshot der Anmeldemaske des Google Books Partnerprogramm

Screenshot: Google Books Partnerprogramm

Seit Ende April ist Google mit seinem Play-Store als dritter Global-Player in den E-Book-Direktvertrieb eingestiegen. Allerdings ist das „Partnerprogramm“ noch in der Betaphase, was man ihm mit Verlaub anmerkt.
Um seine E-Books via Google Play zu verkaufen, muss man sich zunächst bei Google Books anmelden, und zwar hier:

books.google.com/partner

Was braucht ihr?

  • Eine Amerikanische Steuernummer
  • Ein Girokonto
  • Etwas Chuzpe


  • Nach der Anmeldung müsst ihr im angezeigten Formular folgende Angaben machen:

  • Ihr müsst zunächst versichern, dass ihr die Urheberrechte für eure E-Books innehabt oder vertretet.
  • Dann müsst ihr angeben, ob ihr Autor, Verleger oder etwas anderes (frei wählbar) seid. Da ich vorhabe für mein supergeheimes Thema andere schreiben zu lassen, habe ich forsch Verleger gewählt.
  • Anschließend müsst ihr angeben, wie viele E-Books ihr jetzt und wie viele voraussichtlich jährlich anliefern werdet. Ich habe jeweils so tief wie irgend möglich gestapelt (weniger als fünf).
  • Seid ihr eine Privatperson oder ein Unternehmen? Merkt euch den Punkt, denn wir gelangen nachher nach Absurdistan, wo er uns noch beschäftigen wird. Ich bin eine Privatperson.
  • Euer Heimatland muss angegeben werden.
  • Es folgen Kontaktdaten.
  • Welcher Verlagsname in Google Play angezeigt werden soll, hier kann also wieder „Die Undertaker24.COM/YEAH!“ rein.
  • Eure URL, so ihr eine habt.
  • Und schließlich noch wie viele nervige Newsletter ihr haben wollt.


  • Fertig! Nein, war nur ein Witz. Jetzt wird’s erst richtig lustig.

  • Falls Ihr schon ein Google-Konto habt, könnt ihr es jetzt verknüpfen. Ich habe aber ein neues angelegt.
  • Ihr stimmt als nächstes den Nutzungsbedingungen, der Datenschutzerklärung und den AGB des „Google Buch Partner-Programm“ zu. Ich werde die bei Zeiten wieder lesen und euch darlegen.
  • Auf der nächsten Seite klickt ihr oben auf den wunderschönen mintgrünen Reiter „Google eBooks“ und müsst jetzt noch der „GOOGLE EBOOKS ERGÄNZUNGSVEREINBARUNG“ zustimmen.
  • Es erscheint eine Liste mit Ländern, in denen ihr eure E-Books vertreiben könnt. Auf mich macht es den Eindruck, als wäre „weltweite Einstellungen“ bereits aktiviert, allerdings habe ich dennoch auch noch einmal Deutschland als Vertriebsgebiet aktiviert.
  • Ich wurde gefragt, ob ich DRM möchte, also Kopierschutz, und habe mich dagegen entschieden (warum, werde ich hier noch später mal ausführlich erklären).
  • Anschließend musste ich unter „Steuern“ noch angeben, ob meine E-Books buchpreisgebunden sind. Dass sie das sind, respektive inwieweit, habe ich ja neulich hier erklärt, weswegen ich es auch entsprechend angeklickt habe.


  • So weit, so gut. Jetzt wollen wir aber dem Mogul unsere E-Books nicht einfach so überlassen, sondern auch Tantiemen dafür einstreichen. Entsprechend müssen wir noch tiefer in den Kaninchenbau und unsere Bankverbindung sowie Steuerinformationen hinterlassen.

  • Dafür klickt ihr oben auf den wirklich ausgesprochen mintgrünen Reiter (schade, dass der Google-Webdesigner mit Geschmack gerade Urlaub hatte und das Ding schnell fertig werden musste) „Mein Konto“ und anschließend auf der moosgrünen Leiste darunter auf „Zahlungseinstellungen für E-Books“
  • Hier wollen wir ein „neues Zahlungskonto erstellen“.
  • Und an dieser Stelle hat Google plötzlich vergessen, dass wir ihm eben noch mitgeteilt haben, dass wir eine Privatperson sind. Denn die gute Firma Google verlangt einen Unternehmensnamen und macht erst weiter, wenn ihr einen angegeben habt. (Sollte ich irgendetwas übersehen haben und es doch irgendwo eine andere Kontenangabe für Privatpersonen geben, dann sagt es mir! Bitte, bitte!) Ich jedenfalls habe fleißig noch einmal alle meine Daten und einen Firmennamen angegeben. Anschließend habe ich auf „Daten bearbeiten“ geklickt und den Firmennamen wieder gelöscht. Das ging. Das ist nicht korrekt, das ist mir auch klar, aber solange Google in der Besser-geht-noch-Betaphase seinen Fehler nicht erkannt hat, erschien mir das die einzig gängige Methode. (Ich habe die Hilfethemen durchgewühlt und nichts Hilfreiches gefunden und eine Support-E-Mail wird natürlich nicht angeboten).
  • Wir erhalten so auf alle Fälle eine Abrechnungs-ID, die ich mir auch fleißig notiert habe, auch wenn ich (noch) nicht weiß, wofür. Abrechnungen halt.
  • Anschließend wählen wir unter „Zahlungseinstellungen“ ein „Zahlungsmittel hinzufügen“. Der ganze nun folgende Vorgang ist entweder mit Googles eigener Übersetzungsroutine schlecht aus dem Englischen übertragen worden, oder von irgendeiner anderen Seite abgeschrieben, wo es eher darum geht, dass die Kunden irgendetwas bezahlen sollen, als dass Google auszahlt. Dennoch behandelt die Seite letzteres, das kann ich euch versichern. Ihr gebt also eure Bankverbindung an mit eurem Namen, eurer IBAN und eurer BIC an (alles drei findet ihr auf eurer EC-Karte). Und wieder weise ich darauf hin: eure Kontonummer ist bereits in die IBAN integriert und muss nicht extra angegeben werden.
  • Ist das erledigt, müsst ihr noch euer Konto verifizieren. Die Methode ist von diversen Bezahldiensten im Internet bekannt: Google überweist einen Centbetrag auf euer Konto, den ihr dann haargenau in die Bestätigungsmaske eintragen müsst.
  • Zum Schluss müssen wir nun noch die Steuerinformationen „aktualisieren“. Das fette rote Banner ist nicht zu übersehen.


  • Hier nun setzt sich das Missverständnis fort, dass wir ja kein Unternehmen sind. Solltet ihr eines sein/haben habt ihr folglich kein Problem. Ich habe das folgendermaßen „gelöst“ respektive gewurschtelt:

  • Zunächst habe ich die Frage, ob ich US-Bürger o. ä. bin mit „Nein“ beantwortet.
  • Auf die Frage, welche Beschreibung am ehesten auf mich zutrifft, habe ich „Corporation“ beim Multiple Choice gewählt, da das Zweite eine steuerbefreite Entität war und das Dritte irgendetwas unverständliches, das mich (als ich es probeweise angeklickt habe) so tief ins Dungeon führte, dass ich schreiend wieder hoch lief.
  • Als nächstes kommt die Frage: „ 28. Is this product’s income effectively-connected with your business operations in the U.S.?” – Das habe ich auf der Webseite des IRS recherchiert und ja, Tantiemen sind “effectively connected”, weswegen ich es angekreuzt habe.
  • Als mein Land habe ich wieder Deutschland angegeben.
  • Um im Anschluss, als ich angegeben musste, welcher „Type of Entity“ ich bin, und der ersehnte „Sole proprietor“ nicht zur Verfügung stand, „Disregarded entity“ anzugeben, weil diese laut der Webseite des IRS wie ein „Sole proprietor“ behandelt wird.
  • Als nächstes wurde wieder meine Adresse abgefragt, die Google aber schon in das Formular übernommen hatte.
  • Schließlich dürfen wir unsere EIN angeben.
  • Als nächstes folgt die Frage, welche Art von Einkommen wir wohl erzielen werden. Ich gab „ebook royalties“ also Tantiemen aus E-Books an.
  • Abschließend kommt noch einmal eine Rechtsbelehrung, der ich nur zugestimmt habe, weil da drinstand, dass ich alles „nach besten Wissen und Gewissen“ eingegeben habe. Na gut, ich habe auch zugestimmt, weil ich E-Books über Google Play vertreiben möchte.
  • Und ganz zum Schluss muss man noch unterschreiben. Unterschreiben? Das ist doch Internet! Richtig. Man muss noch einmal seinen Namen eintippen. True Story.


  • Das ganze ist ein einziger Murks, das sehe ich ein. Aber ich habe mir folgendes gedacht: 1. Man kann die Steuerinfos in Zukunft bearbeiten, also hoffe ich einfach darauf, dass Google merkt, wie inkonsistent das alles ist und stattdessen auch Privatpersonen hier ihre Angaben machen dürfen/können. Es gibt nämlich sogar ein Hilfethema zu den Steuerangaben, in dem steht, dass Privatpersonen „Form 8233“ ausfüllen müssen. Dumm nur, dass die nicht angeboten wird. 2. Habe ich ja meine EIN angegeben und ich weiß, dass es für die eine Datenbank gibt (die Apple nämlich automatisiert abfragt. Ja, Google, so hätte man das auch lösen können!) und hoffe einfach, dass die amerikanische Steuerbehörde die Daten gegencheckt und entsprechend mich richtig einordnen kann (Ich weiß, ich weiß: utopisch). 3. Sollte mein E-Book ein so sensationeller Erfolg werden, dass Google für mich nennenswert Steuern abführen muss, werde ich mir halt einen Steuerberater, der sich mit amerikanischen Steuerrecht auskennt, anlachen und diesen noch einmal darüber schauen lassen.

    Bis dahin haben wir uns jetzt aber (mehr oder weniger) erfolgreich bei Google Play angemeldet und können unsere E-Books hier in Form von ePUBs oder PDFs hochladen. Google stellt sogar jeweils eine „Internet-ISBN“ zur Verfügung. Da ich aber nicht weiß, ob Apple die akzeptiert und ich auf jeden Fall auch bei iBooks vertreten sein möchte, werde ich hier dann beim nächsten Mal beschreiben, wie man sich als Privatperson eine ISBN besorgt.

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    Eingeordnet unter E-Book Vertrieb

    Wie beantrage ich eine amerikanische Steuernummer?

    Entgegen meiner Ankündigung gestern werde ich heute nicht berichten, wie man sich bei Google Play anmeldet, denn dafür fehlt uns noch etwas Wichtiges, das wir auch noch für Apples iBooks brauchen werden:

    Bayh Tax Cut.jpg von Wikimedia Commons User: Rushadthomas

    Bayh Tax Cut.jpg von Wikimedia Commons User: Rushadthomas

    die Amerikanische Steuernummer.

    Genauer gesagt, müssen wir uns eine EIN (Employer Identification Number) besorgen, also eine Arbeitgebernummer. Aber – keine Sorge – die bekommt man auch, wenn man keine Angestellten hat und sogar als kleiner Ottonormaluser wie ich.
    Die schlechte Nachricht: ihr dürft nur eine Nummer pro Tag beantragen… ja, ja, so ist das.

    Ich habe die EIN jetzt schon zum zweiten Mal beantragt und meine Englisch-Kenntnisse im Lebenslauf entsprechend erst einmal auf „verhandlungssicher“ geändert.

    Was braucht ihr?

    • Englischkenntnisse
    • Ein Telefon, mit dem ihr in den USA anrufen könnt.
    • Eventuell ein Fax
    • Ein SS-4-Formular
    • Ein bisschen Mut und Hartnäckigkeit

    Der IRS – die Behörde, die die Nummer vergibt – hat Montags bis Freitags von 13 Uhr bis 1 Uhr nachts unserer Zeit geöffnet. Die Telefonnummer lautet:

    001 – 267 – 941-1099

      Um an so eine EIN zu gelangen, habt ihr prinzipiell drei Möglichkeiten:

    1. Wenn ihr innerhalb der USA wohnt, könnt ihr das Onlineformular ausfüllen.
    Da ihr aber dies hier auf Deutsch lest, bleiben euch wahrscheinlich nur die anderen beiden Wege.

    2. Ihr füllt das Formular SS-4 aus, ruft in den USA an und nachdem die nette Person am anderen Ende der Welt ihren Begrüßungsspruch aufgesagt hat, erklärt ihr, dass ihr eine EIN beantragen wollt, ihr ein SS-4-Formular habt und das gerne faxen wollt. Daraufhin nennt man euch eine Faxnummer und ihr müsst das Fax schicken, während ihr am Telefon seid. Wenn der Versand erfolgreich war, fragt die Person am anderen Ende der Welt noch einmal alle Daten ab und diktiert euch am Ende die EIN. Nach vier Wochen bekommt ihr sie dann auch noch einmal ganz offiziell als Brief zugeschickt.

    3. Wenn ihr kein Fax habt, müsst ihr alles am Telefon diktieren. Es ist auch hier sinnvoll, vorher die SS-4-Form ausgefüllt zu haben, denn dann könnt ihr euch besser im Beamten-US-Englisch zurechtfinden. Denn meinen Erfahrungen nach wird da kein Oxford-English, sondern mitunter breiter Dialekt gesprochen. Ihr könnt dann einfach sagen, dass ihr in Line 8 XYZ eingetragen habt, das vereinfacht vieles. Am Ende bekommt ihr hier auch wieder die EIN am Telefon diktiert und nach vier Wochen per Post.

    Achtung: Dieser letzte Weg steht euch nur offen, wenn ihr die EIN für euch selbst beantragt. Solltet ihr nur als Bevollmächtigter den Antrag stellen. Etwa als Angestellter für eure Firma (wenn ihr nicht Geschäftsführer seid), müsst ihr den Weg mit dem Fax wählen und dort angeben, dass ihr bevollmächtigt seid.

    Das SS-4-Formular

    … gibt es hier als interaktives PDF, in das ihr alle Daten eintragen könnt. Trotzdem müsst ihr es am Ende ausdrucken und unterschreiben. Achtung: der IRS (also die Behörde) akzeptiert natürlich keine Umlaute, aber auch keine Sonderzeichen. Enthält eure Firma Punkt-Komma-Strich, müsst ihr sie weglassen.
    Gehen wir das Dokument kurz durch, denn ich musste mitunter lange recherchieren, bis ich alles verstanden habe. Auch hier gilt wieder: ich übernehme keine Gewähr. Ich kann lediglich Englisch auf nicht ganz schlechtem Niveau und weiß wie man Wörterbücher und Google benutzt, bin aber weder anglistischer Philologe noch Jurist.

    Oben rechts könnt ihr am Ende erfolgreich eure EIN eintragen.
    Und das kommt in die einzelnen Felder:

    1. Euer Name, respektive der Name eurer Firma oder Organisation

    2. Falls es noch einen anderen, von 1. Abweichenden Namen gibt, kommt der hier hin. Wenn ihr bspw. Eine Personengesellschaft seid, würdet ihr euren Namen in erstens und den inoffiziellen Firmennamen, z.B. „Die Undertaker24.COM/YEAH!“ in Feld 2 schreiben.

    3. Falls es einen Geschäftsführer oder Vorstand gibt, kommt sein Name hier hin.

    4a. Eure Postanschrift (Straße, Nr., oder Postfach)

    4b. Postleitzahl und Ort

    5a. Eure richtige Anschrift, falls von 4a abweichend.

    5b. Postleitzahl und Ort von 5a.

    6. Das Land

    7a. Der Name des Verantwortlichen. Mir ist nicht ganz klar, worin der Unterschied zu 3. Liegt, aber wenn ihr die Nummer für euch selbst beantragt, könnt ihr 3. frei lassen und nur hier euren Namen erneut eintragen. Falls ihr die Nummer für eine Firma beantragt, kommt hier der Geschäftsführer wieder rein.

    7b. Könnt ihr frei lassen, es sei denn ihr/euer Geschäftsführer ha(b)t eine amerikanische Sozialversicherungsnummer (SSN), bereits eine EIN für andere Zwecke oder eine ITIN (was auch immer das sein möge).

    8a. Müsst ihr ankreuzen, wenn eure Firma haftungsbeschränkt ist (also eine GmbH, eine UG o. ä.)

    8b. Hier müsst ihr (wenn ihr 8a. angekreuzt habt) die Zahl eurer Gesellschafter angeben.

    8c. Müsst ihr ankreuzen, wenn ihr 8a angekreuzt habt und die Firma ihren Sitz in den USA hat.

    9a An dieser Stelle müsst ihr angeben, welche Rechtsform derjenige hat, der die EIN beantragt. Wenn ihr sie für euch selbst beantragt, kreuzt ihr „Sole proprietor“ an, könnt aber das Feld für die SSN frei lassen, wenn ihr keine habt. Ansonsten gibt es noch viele andere Möglichkeiten, wobei „Corporation“ nicht in der weiten Bedeutung, also Firma, sondern in der engen US-amerikanischen Bedeutung, also Aktiengesellschaft zu verstehen ist. Im Zweifel könnt ihr immer „Other“ ankreuzen und dann dort erläutern. Bei meinem „ersten Mal“ habe ich die EIN für eine GmbH beantragt, „other“ angekreuzt und dann dahinter geschrieben: German GmbH, a sort of German LLC

    9b Wenn ihr eine AG seid, müsst ihr hier das Land, in dem ihr euren Sitz habt, eintragen.

    10 Hier kommt der Grund eures Antrags hin. Bei mir hat jetzt 2x hervorragend funktioniert: Other – to trade with an American company.

    11. Der Tag, an dem ihr eure Geschäfte in den USA aufnehmen wollt. Im Zweifel der aktuelle Tag oder eben der Tag, wenn ihr plant, euch bei Apple oder Google anzumelden. Denkt an das richtige Datumsformat: Monat-Tag-Jahr

    12. Der Monat, in dem euer Geschäftsjahr endet. Als Privatpersonen also Dezember, bei Firmen müsst ihr das selbst wissen.

    13. fragt, wie viele Beschäftigte in den USA ihr haben werdet. Sollte das nicht anders sein, wird in alle drei Kategorien eine 0 geschrieben.

    14. könnt ihr frei lassen, interessiert in unserem Falle nicht.

    15. ebenfalls frei lassen.

    16. Hier kommt die Art des Unternehmens hin. Für unseren Zweck eignen sich: book publishing, ebook publishing oder book company.

    17. Hier kommt eure Ware hin. In unseren Fall also: ebooks.

    18. Schließlich noch die Frage, ob ihr schon einmal eine EIN beantragt habt. Und gegebenenfalls die Aufforderung diese anzugeben.

    Solltet ihr die EIN nicht für euch persönlich beantragen/nicht der Geschäftsführer sein müssst ihr euren Namen und eure Daten in die Felder für den „Third Party Designee“ eintragen.

    Abschließend Kontaktdaten, Name und Unterschrift desjenigen, für den die EIN ist und das Datum (Monat-Tag-Jahr) .

    Alles in allem dauert das Telefonat 30-60 Minuten. Wie gesagt, bekommt ihr die EIN sofort mitgeteilt und etwa noch einmal 4 Wochen später per Post. Es dauert – so meine Erfahrung – etwa 2-3 Wochen bis Apple die EIN in der entsprechenden Datenbank abfragen kann und ihr euer iBooks-Lieferanten-Konto oder alternativ euren Developer-Account einrichten könnt.
    Das war’s.

    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich hier morgen schon den ersten Teil der Anmeldung bei Google beschreibe, oder ob ich noch warte, bis ich alle Voraussetzungen vervollständigt habe (etwa meine EIN schon offiziell funktioniert). Wahrscheinlich beschreibe ich morgen erstmal wieder etwas grundsätzliches rund um E-Books. Wenn ihr Wünsche oder Fragen habt, könnt ihr sie gerne äußern.

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    Keynote

    Ich werde ein Buch herausgeben. Ja genau, ich allein. Na ja, mehr oder weniger. Also, zunächst einmal wird es ein E-Book und darüber hinaus werde ich es nicht selbst schreiben. Stattdessen wird es ein Sammelband und ich werde mir Autoren suchen, die ich dann schreiben lasse. Das Thema? Das verrate ich noch nicht. Das werde ich hier sensationell aufbauen. Ach ja, und es hat absolut rein gar nichts mit Lenin zu tun, der lag da nur und ich suchte einen dicken Schinken, um ein tolles Bild hochzuladen:

    Wenn ein E-Book gut gemacht ist, dann sollte es sich auf allen Geräte, auch auf dem Handy komfortabel lesen lassen.

    Wie komme ich darauf, ein Buch herauszubringen? Nun, ich habe ein Volontariat bei einem kleinen Frankfurter Verlag gemacht. Und weil der Verlag so klein war, hatte ich das Glück, alle Arbeitsbereiche kennen zu lernen. Von der Redaktion über das Lektorat, Marketing und Pressearbeit, Buchhaltung und Mediengestaltung. Da ich mich offensichtlich nicht ganz blöd angestellt habe, hat mein Chef mich im zweiten Ausbildungsjahr die E-Book-Sparte des Verlages weitgehend eigenständig aufbauen lassen.

    Das heißt, ich habe vom Layouten – der E-Production – bis hin zum Vertrieb alles schon einmal gemacht und dabei habe ich festgestellt, dass man heute keinen Verlag mehr braucht, um ein Buch herauszugeben. Es schadet natürlich nicht. Verlage sind tolle Einrichtungen, die viel Know-how und Leidenschaft für Bücher mitbringen, aber das Verlagswesen und die Vertriebsstrukturen in Deutschland haben es sich ziemlich bequem eingerichtet mit festgefahrenen Strukturen, die eine Menge Geld in ihre Taschen spülen und jetzt kommen da drei Global Player in unser beschauliches kleines Auenland und mischen den Markt auf.

    Wie lief das bisher? Etwa folgendermaßen (vereinfachte Darstellung): Ein Autor hat eine Idee, schreibt die auf und gibt sie einem Verlag. Der Verlag verdaut sie und spuckt am Ende etwas gen Druckerei, das der Idee des Autors noch entfernt ähnelt. Hat die Druckerei ihre Arbeit getan, kommen DHL oder eine Spedition – je nach Auflagenhöhe – und karren die Bücher in das Lager des Verlags. Der Verlag verkauft die Bücher dann in erster Linie an die Großhändler, die so genannten Barsortimente (KNV, Libri und Umbreit) und die großen Buchhandelsketten (Thalia, Hugendubel und Mayersche). Die Zwischenhändler und Ketten verkaufen dann weiter an kleine Buchläden respektive Filialen und die wiederum an den Leser.

    Wie gesagt, so lief es bisher. Doch dann kam Amazon. Dann kam Apple. Dann Kam Google. (Übrigens genau in dieser Reihenfolge). Und während die oben genannten Marktakteure noch schreien, dass die Internetriesen böse sind, baut sich gerade eine neue Verteilungskette auf.

    So läuft das jetzt: Der Autor schreibt auf. Lässt sein Werk mit Calibre schrecklich schlecht ins gewünschte Format konvertieren, lädt es bei Amazon, Apple und Google hoch. Dort lädt es ein Leser runter, knackt gegebenenfalls den Kopierschutz und stellt es dann in den Filesharingservice seiner Wahl ein, wo es die anderen Leser sich herholen können.

    Das fuchst natürlich all die Akteure des alten Vertriebsweges, aber es freut mich, denn ich kenne alle Stolperfallen und Fettnäpfchen des neuen Vertriebsweges und haue jetzt ein Buch raus. Euch werde ich an dieser Stelle erklären, wie das geht. Angefangen vom Anmelden bei den Portalen über das Akquirieren meiner Autoren bis hin zum Hochladen und dem ersten Mal, wenn mein Buch in einem Filesharingservice auftaucht, will ich alles dokumentieren.

    Ich hoffe euch wird es etwas Spaß machen. 🙂

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