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Vom Word-Dokument zum E-Book von Apple iBooks #4

#4 Mit Sigil

Kommen wir zum vierten und vorletzten Teil, meiner Artikelserie, die versucht, den besten Weg aufs iPad zu finden. Bisher war folgende Kandidaten angetreten:

Nun kommt also das Tool mit dem ich in der Vergangenheit immer meine E-Books gebastelt habe. Sigil ist ein E-Book-Editor, der eine Code-Ansicht bietet, aber auch verspricht, einen What-You-See-Is-What-You-Get-Modus zu haben. Durch die Codeansicht bietet Sigil als einziges Tool in diesem Test die volle Kontrolle über das Ergebnis. Wenn wir unser Buch allerdings hardcoden würden, also direkt in HTML setzen würden, dann müssten wir – wie bei iBooks Author – sehr viel unserer schon getanen Arbeit wiederholen. Denn wir gehen ja davon aus, dass unser E-Book schon fertig formatiert als Word-Dokument vorliegt.

Also schauen wir doch mal, ob Sigil uns noch Alternativen bietet. Aber eines noch vorweg: Sigil hat einen weiteren massiven Nachteil: Das Open-Source-Projekt von Entwickler John Schember wird offiziell nicht mehr weiterentwickelt, da Schember dem Open-Source-Burnout erlegen ist. Sigil unterstützt noch immer nicht ePub3, den neuesten Standard und hat eine Reihe nerviger Bugs. Daher habe ich schon in der Vergangenheit gefragt, ob jemand eine Alternative kennt, leider konnte mir bislang keine genannt werden. Mittlerweile habe ich eine gefunden, dazu aber später. Übrigens steht Sigil als Open Source Software auf GitHub, fühlt euch also frei, das Projekt wieder aufblühen zu lassen. Sigil ist auch nicht komplett tot, es gibt vereinzelte Commits, der letzte ist erst zwei Tage alt. Doch genug Krokodilstränen vergossen schauen wir uns doch mal Sigil an…

Mit großer Macht kommt viel Arbeit. Sigil ermöglicht uns zwar die volle Kontrolle, dafür müssen wir aber unser E-Book von Grund auf aufbauen. Zunächst müssen mal alle Dokumente (Kapitel oder Abschnitte) angelegt werden.

Dokument in Sigil anlegen

Dokument in Sigil anlegen

In dieses Dikument können wir dann unseren Text einfügen. Leider wird im WYSIWYG-Modus keine meiner Formatierungen übernommen. Auch Hyperlinks sind futsch… Und Bilder müssen erst in die ePub-Datei importiert werden, bevor sie in Dokumente eingebunden werden können. Gleiches gilt auch für die Fußnoten: Sie sind schlichtweg futsch.

Sigil übernimmt keine Formatierung

Sigil übernimmt keine Formatierung

Fazit

Damit kann ich schon gleich ein Fazit ziehen: Sigil ist nach wie vor ein schöner Editor, aber genauso wie iBooks Author für unseren aktuellen Zweck ungeeignet. Zumindest für den ersten Entwurf. Wenn ihr euer E-Book mit einer Software generiert habt, die in ePub2 exportiert, dann eignet sich Sigil zur nachbearbeitung. Entsprechend ist es aber nicht geeignet für die Nachbearbeitung des Pages Export, denn der war ja in ePub3. Wer wissen will, was Sigil sonst so zu bieten hat, der oder die beachte diesen Artikel von mir.

Fazit meines Tests

Insgesamt würde ich euch raten, euch nicht allzuviel Mühe mit eurem Word-Dokument zu geben, sondern euch auf diesem Level voll auf euren Text zu konzentrieren. Dann würde ich das Layout komplett in iBooks Author setzen, wenn das E-Book fürs iPad optimiert ist und besonders viel Wert auf die Gestaltung gelegt werden soll. Wenn Ihr hingegen ein E-Book layouten wollt, das auf verschiedenen Plattformen angeboten werden soll, würde ich Pages benutzen und dann mit einem Texteditor die Nachbearbeitung übernehmen. Das war genau der Weg, den ich bei meinem E-Book eingeschlagen habe. Wie genau das ablief erzähle ich dann beim nächsten und letzten Teil dieser Artikelreihe…

Wie immer stehe ich gerne für Ratschläge oder Fehlerbehebung eurer E-Books bereit. Fragt einfach hier in den Kommentaren oder schickt mir eine E-Mail.

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Vom Word-Dokument zum E-Book für Apple iBooks #3

#3 mit Apple iBooks Author

In unserem ersten Teil des großen Tests, was denn wohl die beste Software ist, um E-Books für den Apple-Cosmos zu erzeugen, nahmen wir uns Pages zu Brust und erzielten ein ordentliches aber kein perfektes Ergebnis. Im zweiten Teil bekam dann Calibre eine Chance, fiel aber auf ganzer Linie durch. Mal sehen, wie sich Apples E-Book Profi iBooks Author so anstellt…

Zunächst einmal bildet dieser Teil meines Tests eine Zäsur, denn nachdem wir zwei Programme im Einsatz hatten, die für uns die Arbeit vollautomatisch übernahmen, müssen wir jetzt selbst Hand anlegen. Allerdings beginnt das ganze im Apple-Stil erst einmal recht komfortabel, mit der Formatauswahl. Ich entscheide mich für Querformat und Hochformat einfach.

Formatauswahl in iBooks Author

Formatauswahl in iBooks Author

Das zeigt uns auch schon den größten Unterschied zwischen iBooks Author und herkömmlichen E-Book-Schmiedewerkzeugen: iBooks Author bastelt iPad optimierte E-Books mit Seitenlayout, nicht mit responsive Design. Als nächstes öffnet sich vor uns eine recht traditionelle Layoutsoftware, in die wir jetzt unser E-Book übertragen…

iBooks Author Arbeitsoberfläche

iBooks Author Arbeitsoberfläche

iBooks Author stellt uns eine Formatvorlage bereit, bei der alles kann aber nichts muss. Textfelder sind vorgegeben, können gefüllt aber auch gelöscht werden, wenn man sie nicht benötigt.Auch neue Seiten können einfach hinzugefügt werden.

Neue Seiten in iBooks Author einfügen

Neue Seiten in iBooks Author einfügen

Doch dann die erste Ernüchterung: Wenn ich Text mit Hyperlinks per copy and paste einfüge, übernimmt Author nicht die Links. In meinem Probe-E-Book habe ich eine ganze Menge Links und die jetzt alle noch einmal zu setzen, ist schon ein wenig nervig. Genau wie schon Pages verweigert auch iBooks Author Links auf Bilder zu setzen. Was hat nur Apple gegen Bilder? Es gibt ein Workaround, das hier erklärt wird, das ist aber auch eher suboptimal… Mal sehen, was Author aus meinen Fußnoten macht… Wie ich es schon erwartet hatte, lassen sich mit Copy & Paste auch keine Fußnoten übernehmen.

Textimport in iBooks Author

Textimport in iBooks Author

Auf den zweiten Blick entdecke ich dann, dass ich Text auch automatisch aus Word- oder Pages-Dokumenten importieren kann. Dabei werden die Links übernommen, allerdings ist die Formatierung futsch und alles mehr oder weniger Plaintext. So wurde zwar die Einrückung meiner Zitate übernommen, aber ignoriert, dass sie in einer anderen Schriftart und -größe waren. Ferner wurden zwar die hochgestellten Zahlen der Fußnoten übernommen, die Fußnoten selbst wurden hingegen rausgelöscht.

iBooks Author übernimmt beim Import nicht verschiedene Schriftarten

iBooks Author übernimmt beim Import nicht verschiedene Schriftarten

Du solltest auf jeden Fall vor dem Import aus jedem Kapitel ein eigenes Word-Dokument erstellen, da ansonsten dein komplettes Word-Doument in ein Kapitel fließt. Bilder und das Inhaltsverzeichnis konnte Author hingegen ohne größere Probleme importieren. Beim Inhaltsverzeichnis stimmen die Seitenzahlen jetzt nicht mehr, da mein Word-Dokument in DinA4 und nicht im iPad-Format angelegt war. Aber das ist auch gar nicht nötig, denn iBooks Author erstellt ein automatisches Inhaltsverzeichnes, sofern man die Kapitel richtig formatiert hat.

Das fertige E-Book lässt sich dann als iBook, als PDF oder als Plaintext exportieren. Außerdem kann man es direkt im iBooks Store veröffentlichen. Vorausgesetzt natürlich man hat alle Bedingungen dafür erfüllt.

Den Code kann ich mir diesmal  nicht ansehen, da iBooks Author proprietär ist und mir dies nicht gestattet. Genausowenig kann ich das iBook irgendwoanders verwenden als im iBooks-Universum.

Fazit

Für unseren konkreten Anwendungsfall, in dem ein E-Book quasi schon fertig im Worddokument vorliegt, ist iBooks Author nicht geeignet, da ein großer Teil unserer Arbeit nicht übernommen werden kann. Dennoch erscheint mir iBA – wie ich es jetzt einfach mal abkürze, weil der Name viel zu lang ist – als ein solides Tool und besonders Menschen, die schon zuvor mit klassischen Layout-Programmen wie InDesign gearbeitet haben, werden sich hier wohlfühlen.
Das größte Manko ist natürlich die gewollt künstliche Beschränkung des Tools auf den Apple-Cosmos. Daher ist auch der klassische Anwendungsfall für iBA, ein enhanced E-Book, das speziell für das iPad entworfen wurde. Will man hingegen auch (zum Beispiel) den Marktführer Amazon bedienen, lohnt sich eher ein Programm, das ePub schreiben kann. Denn Amazon empfielt die Konvertierung von ePub in kf8.

Das war er also, der dritte Teil meines großen Tests, wie ihr am besten aufs iPad kommt. Auch hier gilt natürlich wieder: wenn ihr Hilfe braucht, weil irgendetwas nicht klappt, könnt ihr euch gerne hier in den Kommentaren oder per Mail melden. Wenn die Frage für mich einfach zu lösen ist, helfe ich in er Regel kostenlos. Wenn ihr hingegen eine größere Hilfe oder Dienstleistung braucht, dann werden wir uns sicher auch einig. Lest auf alle Fälle auch noch den vierten Teil meines Testes, der bald hier erscheint. Und kauft alle mein neues E-Book!

tl;dr

Bei „Die Siedler von Catan“ ist es am Anfang wichtiger möglichst viele verschieden Zahlen zu besetzen als verschiedene Rohstoffe, denn mit einem konstanten Rohstoffnachschub könnt ihr euch alles eintauschen, was ihr nicht habt.

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Vom Word-Dokument zum E-Book für Apple iBooks #1

#1 mit Apple Pages

Schon vor einem halben Jahr erreichte mich die Frage, was denn der beste Weg ist, aus einem Word-Dokument ein E-Book für Apples Plattform iBooks zu machen. Damals antwortete ich, dass ich erst einmal darüber nachdenken müsste und damit bin ich jetzt, 182 Tage später, fertig. Ich hätte sicher auch schneller antworten können, aber ihr kennt das: Es kommt einfach immer etwas dazwischen. Zum Beispiel vier Staffeln Louie am Stück gucken

Ich präsentiere euch jedenfalls den großen Test für den besten Weg aufs iPad!

Wir alle haben einen anderen Workflow beim Erstellen unserer Texte. Ich zum Beispiel schreibe mittlerweile fast alles in Evernote. Andere bevorzugen Google Docs, doch der am weitesten verbreitete Weg, Texte zu erstellen, sind noch immer klassische Textverarbeitungsprogramm wie Microsoft Word* oder Open Office. Wenn Euer Buch dann fertig geschrieben ist, habt ihr aber ein Problem: Das Dokument, das ihr erstellt hab,,t ist kein E-Book, die meisten E-Book-Reader können es nicht öffnen und ihr könnt es quasi nirgendwo verkaufen. Bei Amazon könnt ihr theoretisch euer Word-Dokument direkt in der kdp-Plattform hochladen, allerdings würde ich das niemandem empfehlen. Ihr solltet möglichst immer versuchen, die maximale Kontrolle über euer E-Book zu behalten und das bedeutet, dass ihr es erst in das Format ePub umwandeln solltet, von dem ihr dann weitgehend verlustfrei in Amazons Format kf8 umwandeln könnt. Zudem eröffnet ePub euch auch die Möglichkeit direkt in Apples iBooks zu gelangen, denn Apple bietet euch nicht die Möglichkeit, eure Word-Dokumente auf der Plattform automatisch umwandeln zu lassen.

Ihr könnt das Umwandeln natürlich auch kommerziellen Anbietern überlassen. Auch ich übernehme das gerne für euch, gegen eine kleine Gebühr, die euch nicht in den Ruin treiben wird. Fragt mich einfach per E-Mail. Wenn ihr aber lieber kein Geld dafür ausgeben möchtet, dann könnt ihr es eben auch selbst machen.

Also wie kommen wir vom Word-Dokument in den iBooks-Store?

Als Kandidaten treten an:

  1. Apple Pages
  2. Apple iBooks Author
  3. Calibre
  4. Sigil (Und andere Texteditoren)

Als ersten Kandidaten wähle ich Apples eigenes Textverarbeitungsprogramm Pages. Pages gibt es für 17,99 € für den Mac. Einen Mac braucht ihr nämlich auf jeden Fall, wenn ihr E-Books in Apples Store anbieten wollt. Denn am Ende einer langen Kette von Arbeitsschritten müsst ihr eure E-Books nämlich mit iTunes Producer auch iBooks hochladen. Und iTunes Producer gibt es nur für den Mac.
Pages hat einige Nachteile gegenüber dem Platzhirsch Word, aber es bietet eine nette kleine Exportfunktion für E-Books.

Der E-Book-Export von Pages

Der E-Book-Export von Pages

Falls ihr euer Buch schon in Word erstellt habt,  könnt ihr das Dokument dann mit Pages öffnen und im nächsten Schritt als ePub exportieren…

Zu Testzwecken habe ich mal ein komplettes Buch in Pages formatiert und zwar mit einigen Herausforderungen… Diese waren etwa:

  • ein Deckblatt
  • Links
  • Fußnoten
  • verschiedene Schriftarten
  • Einrückungen
  • sowie Aufzählungen.

Bei einer Sache ging Pages schon vor dem Export in die Knie. Das Programm kann Hyperlinks zwar auf Text, jedoch nicht auf Bilder legen…

Doch kommen wir zum E-Book-Export von Pages

Exportoptionen von Pages

Exportoptionen von Pages

Mit zwei Klicks kann ich Titel des E-Books, Autor und Kategorie bestimmen. Nachdem ich den Speicherort bestimmt habe, ist die Sache auch schon geritzt und ich bekomme sogar noch Fehlermeldungen angezeigt.

Fehlermeldungen des E-Book-Export

Fehlermeldungen des E-Book-Export

Fußzeilen sind mir egal, das waren nur Seitenzahlen und da ein ePub ja nicht seitenbasiert ist, benötige ich auch keine Seitenzahlen. Nicht so nett ist hingegen, dass mir Hintergrundobjekte verweigert wurden, denn das dürfte mein Deckblatt zerfetzt haben. Doch werfen wir mal einen Blick in das E-Book. Da wir es ja für iBooks gemacht haben, soll uns auch iBooks zeigen, wie es geworden ist.

Okay, beim Deckblatt wurde mir also nicht nur das Bild sondern alles entfernt. Das ist jetzt eher suboptimal… Auch im Impressum hat Pages Fehler gemacht, die zu breite Fußzeile, die auf die nächste Seite umbricht, könnte ich mir noch selbst ankreiden, allerdings war vor dem Flattr-Button definitiv ein Zeilenumbruch.

Fehler im Impressums-Layout

Fehler im Impressums-Layout

Die nächste Enttäuschung ist das von Pages selbst generierte Inhaltsverzeichnis. Beim E-Book-Export ist es kurzerhand aus dem Dokument geworfen worden. Allerdings hat Pages (offensichtlich) aus den Überschriften ein neues, ePub-konformes Inhaltsverzeichnis erstellt.

ePup-Inhaltsverzeichnis

ePup-Inhaltsverzeichnis

Bei den Links hat Pages hingegen fein gearbeitet, sie wurden sauber übernommen und auch die Fußnoten wurden in Endnoten umgewandelt. Meine Einrückungen hat Pages aber nicht sauber exportiert, dennoch sind die Zitate nach dem Export noch immer gut vom restlichen Text abgehoben.

Zitat-Format nach dem Pages-Export

Zitat-Format nach dem Pages-Export

Auch die verschiedenen Schriftarten wurden nicht übernommen, allerdings stellt sich hier die Frage, ob das ein Bug oder ein Feature ist. Werfen wir dafür doch mal einen Blick auf den Code:

Der Blick verrät uns, dass die Schriftaten tatsächlich nicht exportiert wurden. Das dürfte vorsorglich wegen der Copyright-Problematik geschehen sein. Ein ePub ist ja nichts weiter als eine Container-Datei, ähnlich einer ZIP-Datei. Entsprechend kann man sie auch entpacken und kommt so an integrierte Schriftarten. Hier habe ich schon einmal beschrieben, wie ihr vorgehen solltet, wenn ihr euer E-Book um Schriften bereichern wollt.

Der Blick in den Code hat noch ein weiteres Schmankerl offenbart: Pages wandelt in ePub3 um. Das ist der aktuelle Standard des IDPF, allerdings ist es bei weitem noch keine Selbstverständlichkeit, dass dieser auch befolgt wird. Viele Programme sind immer noch auf dem 2er Niveau …

Von Pages generiertes HTML

Von Pages generiertes HTML

Insgesamt wirkt das HTML recht aufgeräumt. Sicher, man kann sich fragen, ob man wirklich für jeden Paragrafen eine eigene Klasse anlegen muss und warum Pages einerseits eine CSS-Datei angelegt hat, andererseits aber CSS-Befehle inline in das div-Tag schreibt, genauso kann man fragen, wie sinnvoll der Befehl „line-break:strict“ ist, aber das mögen andere entsheiden. Ich für meinen Teil, habe da schon weitaus schlimmeres gesehen.

Auch die eigentliche CSS-Datei sieht ganz ordentlich aus, wenngleich sie etwas aufgebläht ist einerseits wegen der vielen Klassen, die Pages angelegt hat, andererseits, weil dort sehr viel Werte mit „0“ aufgeführt sind, die auch einfach weggelassen werden könnten.

CSS von Pages

CSS von Pages

Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Hier sehen wir auch, dass Pages die Schriftarten ins CSS geschrieben hat. Falls der E-Reader also von Hause aus Schriftsätze mitbringt, kann er sie auch anzeigen. Wünschenswert wäre in diesem Fall allerdings gewesen, dass als Fall-Back-Option auch noch im CSS steht, ob es sich um eine Schrift mit Serifen handelt oder nicht. So wird in iBooks alles gandenlos mit Serifen angezeigt.

Was sagt der ePub-Checker?

Alles im grünen Bereich: Lediglich zwei Namen von Bildern enthalten Leezeichen, aber das könnt ihr ja berücksichtigen, bevor ihr Bilder in Pages einbindet.

Test in einem anderen E-Reader

Zur Kontrolle habe ich das E-Book auch noch einmal in Adobe Digital Editions geöffnet. Dort offenbarte sich noch ein Anzeigefehler, der darauf hindeutet, dass der Code nicht durchweg sauber ist, sondern noch nachbearbeitet werden muss.

Anzeigefehler in Digital Editions

Anzeigefehler in Digital Editions

Okay, eines fiel mir noch auf: Pages schreibt sich selbst als Autor in die Metadaten. Das ist dann doch etwas größenwahnsinnig und sollte korrigiert werden…

Fazit

Das E-Book, das von Pages exportiert wurde, ist ziemlich ordentlich, muss jedoch in einem Texteditor ein wenig nachbearbeitet werden. Ein paar Kleinigkeiten kann man schon vor dem Export beachten: Das Cover direkt als Bilddatei einfügen, Dateinamen ohne Leerzeichen und kein Inhaltsverzeichnis erstellen. Der Nachteil von Pages ist sein Preis. Als einziger Kandidat in diesem Test kostet das Programm etwas. Alles in allem bietet es für seinen Preis aber eine solide Leistung.

Zum Schluss noch ein bisschen Werbung:

  1. Falls Ihr übrigens neugierig auf mein E-Book geworden seid, könnt ihr es für nicht einmal einen Euro bekommen.
  2. Falls ihr Probleme mit eurem exportierten E-Book habt, werfe ich gerne einen Blick darauf. Der erste Blick mitsamt guten Tipps ist sogar kostenlos! Eine E-Mail an mich reicht.
  3. Verpasst auch nicht den zweiten Teil meines großen Tests, wenn ich mich mit Apple iBooks Author auseinandersetzen werde!

tl;dr

Pfannekuchen kann man schön fluffig machen, wenn man das Eigelb vom Eiweis trennt, das Eiweis steif schlägt und dann unter den fertigen Pfannekuchenteig hebt…

*hinterhältiger Affili-Link: Wenn ihr das Produkt kauft, bekomme ich eine winzige Prämie und freue mich.

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Sigil ist tot, es lebe Calibri?

John Schember hat auf seinem Blog angekündigt, Sigil nicht weiterzuentwickeln. Das ist für mich ein Schlag ins Kontor. Zwar hatte sich der ersehnte ePub3-Support von Sigil schon so lange auf sich warten lassen, dass er immer unwahrscheinlicher schien, aber andererseits war Sigil meines erachtens und mit meinem schlanken Budget das beste Tool zur ePrdctn, das es bis dato gibt.

Schmeber selbst empfiehlt zu Calibre zu wechseln, aber meine Vorbehalte gegen Calibre scheinen in der Mobileread-Diskussion zu diesem Topic bestätigt zu werden. Daher meine Frage an euch da draußen, welche Tools zur ePrdctn nutzt ihr?

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Antwort auf die Google-Suche: Kindle, PDF, sauberes ePub und Rechtliches

Ihr fragt, ich antworte. Erstaunlich viele Menschen werden von Google mit ganz konkreten Fragen zu mir geschickt und erstaunlich viele dieser Fragen kann ich beantworten. So zum Beispiel die folgenden.

Screenshot Google-Suche

Screenshot Google-Suche

„Bücher verkaufen“ Kindle Paperwhite 

Zunächst einmal bleibt festzustellen, dass es prinzipiell egal ist, ob du Bücher für den klassischen Kindle, den Kindle touch oder den Kindle Paperwhite verkaufen möchtest. Lediglich beim Kindle Fire stehen dir ein paar Features mehr, wie fixed Layout oder Multimedialität zur Verfügung.

Was brauchst du, um Bücher bei Amazon verkaufen zu können? 

Zunächt ein Konto bei Kindle Direct Publishing. Das klickst du dir in fünf Minuten, wie ich bereits erklärt habe. Dann brauchst du mittlerweile auch eine amerikanische Steuer ID. Wie du an die kommst, habe ich auch bereits erklärt. Das ist zwar unwesentlich schwerer aber auch keine Hexerei. Sollten dennoch Probleme auftreten, kann ich gerne behilflich sein. Dann musst du natürlich Inhalt haben. Sollte dieser im Fließtext vorliegen, ist der einfachste Weg, ihn im ePub-Layout-Programm Sigil zu setzen. Sigil ist Opensource und entsprechend kostenlos. Es hat einen What-You-See-Is-What-You-Get-Editor aber auch eine HTML-Ansicht. Denn ePub, genau wie mobi sind HTML-Dialekte. Hier im Blog findest du alles relevante zum Layout unter dem Tag #ePrdctn, mit dem du auf Twitter auch weitere spannende Tipps findest. Ist dein Buch fertig gesetzt, wandelst du es am besten mit dem Kindle-Previewer um. Auch beim Layout bin ich gerne behilflich, wenn ihr mal ein Problem habt. Sofern es sich da nur um Kleinigkeiten handelt, mache ich das übrigens in der Regel umsonst. Anschließend lieferst du deine Daten bei Amazon an, das ist auch ziemlich einfach. Das Spannenste dabei ist noch, dass du dich zwischen 35% und 70% Tantiemen entscheiden musst.

Du wirst wahrscheinlich nicht unglaublich viel verdienen mit deinem E-Book, aber das was du verdienst, musst du dann natürlich versteuern. Ich habe mich schlau gemacht und in Deutschland giltst du als Händler, wenn du E-Books über kdp verkaufst. Das heißt, du kannst das nicht als freiberufliche Tätigkeit versteuern, sondern musst ein Gewerbe anmelden. Dafür musst du (zumindest in Frankfurt) aufs Ordnungsamt. Die Anmeldung selbst dauert aber nur fünf Minuten und die Beamten beraten dich, was du wie machen musst. Das ganze kostet dann auch noch einen zweistelligen Eurobetrag Bearbeitungsgebühr. Nach ein paar Wochen bekommst du dann ein Formular vom Finanzamt, in dem du angeben musst, mit welchem Gewinn du rechnest. Da das im Normalfall keine Unsummen sein werden, kannst du einen Antrag auf Anerkennung als Kleingewerbetreibender stellen, dann brauchst du keine Gewerbe- und keine Mehrwertsteuer zu zahlen, sondern nur deinen Gewinn versteuern…

Wem das alles zu tricky ist, dem biete ich, wie viele andere auch den Service an, dass ich das alles übernehme. Im Gegensatz zu manch anderem, verlange ich dafür keine Bearbeitungsgebühren, sondern lediglich eine kleine Gewinnbeteiligung. Welchen Service ich insgesamt anbiete, findet ihr hier. Aber bevor das hier noch zur Werbeveranstaltung verkommt, schnell weiter zur nächsten Frage:

PDF zu sauberen ePub

That’s a tricky one. Das Grundproblem ist, dass du das properitäre, seitenbasierte PDF-Format in einen offenen, auf HTML-basierenden, responsiven Standard wandeln musst. Dafür stehen dir im Grunde zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Am saubersten wird es, wenn du Zeile für Zeile und Absatz für Absatz von Hand kopierst und dann noch die ganze Worttrennungen im HTML von Hand korrigierst. Das ist natürlich ein einziger „Pain in the Ass“, weswegen du diese Arbeit auch von meiner Nemesis Calibre erledigen lassen kannst.

Aber Calibre macht eines genau nicht: sauberes ePub. Das kannst du ihm in diesem Fall nicht einmal verdenken, denn das Problem ist einfach, dass PDF so störrisch ist und Calibre schlichtweg nicht entscheiden kann, was eine relevante Information ist und was nicht. So bleibt dir auch nach der automatischen Konvertierung nichts anderes übrig, als den Quelltext noch einmal von Hand durchzugehen und die ganzen unsinnigen HTML-Auszeichnungen und CSS-Befehle, die wahrscheinlich entstanden sind, rauszulöschen.

Eine Frage geht noch:

Kindle Direct Publishing rechtlich

Es gibt im Wesentlichen vier rechtliche Punkte zu beachten, wenn du E-Books bei Amazon verkaufen willst:

  1. Du brauchst eine amerikanische Steuernummer.
  2. Du musst das Urheberrecht berücksichtigen, darfst also keine Inhalte veröffentlichen, an denen du nicht die Rechte hältst.
  3. Du musst das Markenrecht beachten, darfst also keine eingetragenen Markenzeichen etwa als Titel deines Buches verwenden. Anders sieht das möglicherweise aus, wenn du über ein entsprechendes Produkt schreibst, konsultiere hierzu einen Anwalt.
  4. Und du musst ein Gewerbe anmelden, um deine Einnahmen richtig versteuern zu können.

Wie immer gilt übrigens: Ich bin kein Jurist, sondern nur stinknormaler Indie-Publisher. Wenn du sicher gehen willst, dann frag einen Fachmann.

Haut Fragen und/oder Anregungen einfach in die Kommentare, dann freue ich mich. Genauso freue ich mich natürlich auch, wenn Ihr diesen Post weiterverbreitet oder mich flattert.

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#ePrdctn 9 – Drop Caps

Bevor dieses Blog komplett zur Werbeveranstaltung verkommt. Gebe ich mal wieder eine Lektion in E-Production. In „Blackbox Urheberrecht“ (verzeiht bitte) verwende ich Drop Caps. Zumindest in der ePub-Version. In Mobi sind sie mangels Unterstützung sowohl in den klassischen Kindles als auch in den Apps unter den Tisch gefallen. Lediglich der Kindle Fire konnte sie darstellen. (Updates seit April 2013 können das geändert haben).

Drop Cap in Julia Schramm: Kunst ist Kritik.

Julia Schramm: Kunst ist Kritik. In: Daniel Brockmeier (Hrsg.): Blackbox Urheberrecht. Frankfurt 2013.

Was sind Drop Caps?

Drop Caps sind Versalien oder Initialen. Der erste Buchstabe eine Kapitels, der ein besonderes Design erhält. Ich mag den englischen Ausdruck, weil er schon ansatzweise erklärt, was wir später in CSS machen: Ein Kapitälchen, das nach unten fällt. Drop Caps sind einfach ins Layout einzufügen aber machen nachher einiges her. Das Buch wirkt dann einfach edler. Der Leser sieht, dass ihr euch beim Layout Mühe gegeben habt…

Drop Cap mit Hilfe von HTML uns CSS erstellen

In HTML gibt es nicht viel zu tun: Ihr legt um euren ersten Buchstaben ein <span> und gebt ihm einen aussagekräftigen Namen.

<span class="dropcap">E</span>s ist offenbar nicht mehr möglich, PRO Urheberrecht zu sein.

Aus: Johnny Haeusler: Ich heb‘ dann mal ur. In: Daniel Brockmeier (Hrsg.): Blackbox Urheberrecht. Frankfurt 2013.

In der CSS Datei, die ihr natürlich im Kopf eures Dokuments richtig verlinkt haben müsst, müsst ihr dann nur noch das Aussehen eurer Initiale definieren, wobei ihr eurer Phantasie freien Lauf lassen könnt. Ich entschied mich für:

span.dropcap {
float: left;
font-size: 4.7em;
line-height: 0.8em;
margin-right: 3pt;
margin-bottom: -0.1em;
}

float gibt an, ob bzw. dass der Abschnitt vom restlichen Text umflossen werden soll. left definiert, dass das <span> in diesem Umfluss links steht (was ich regelmäßig verwechsle und immer denke, es bedeutet, dass das span von links her umflossen wird).

Der Rest sollte eigentlich klar sein. font-size definiert die Schriftgröße, line-height definiert die Zeilenhöhe (das muss nicht drinstehen, das hatte ich nur eingefügt, weil die von mir gewählte Schriftart zu recht großen Zeilenzwischenräumen führte) und margin den Abstand… Ihr solltet relative Werte nehmen, also em oder % damit die Drop Cap ihre Größe relativ zur vom Leser gewählten Schriftgröße hält.

Das war’s schon. Wie ich sagte: keine große Sache, aber ein großer Effekt.

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