Schlagwort-Archive: E-Production

#ePrdctn 3 – Der Dokumenttyp

ePub arbeitet mit HTML-Dateien. Euren eigentlichen Buchtext schreibt ihr in diese Datei, zeichnet ihn mit den entspechenden Befehlen aus und könnt ihm anschließend mit Hilfe von CSS die Haare schön machen.

Deklaration des Dokumenttyps

Der erste Schritt, um ein HTML-Dokument für euer Buch zu erstellen, ist, dieses als ein HTML-Dokument auszuzeichnen.

Dafür dient die kryptische Zeichenfolge am Anfang des Dokuments. Diese wird praktischerweise von Sigil automatisch erstellt, aber da Aufklärung der Weg aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit ist, schauen wir uns einfach mal an, was da steht.

Die erste Zeile sieht wie folgt aus:

Auszeichnung als XML Dokument

Die Zeile wird eingeklammert mit

Dokumentdefinitionsklammer

was der Maschine, die das Dokument liest, sagt, dass es hier die Dokumentdefinition findet. Als nächstes steht da

xml version=“1.0“

Das bedeutet, dass dieses Dokument eines vom Typ XML ist und sich an die Version 1.0 hält. Das dürfte jetzt etwas verwirren, da ich ja eben noch gesagt habe, wir haben es mit einem html-Dokument zu tun. Nun XML ist zunächst einmal die Metasprache. Das sagt der Maschine, wie unsere Auszeichnungen aufgebaut sind, besipielsweise:

Beispiel einer Auszeichnung

Während HTML oder genauer XHTML dann ein Subset der Metasprache ist, das definiert, was denn in diesem XML-Dokument gültige Auszeichnungen sind. Etwa zeichnet

Absatzauszeichnung

einen Absatz aus.

Doch zurück zu unserer ersten Zeile. Als nächstes steht da

encoding="utf-8"

Das definiert den Zeichensatz, in dem ihr euren Text geschrieben habt. Ich hatte die Hintergründe dazu erst kürzlich verlinkt. Die Maschine schaut einfach in einer Tabelle nach, welch komisches Zeichen ihr da verwendet und gibt es dann entsprechend aus.
Ihr müsst nicht unbedingt utf-8 benutzen, Spiegel Online verwendet beispielsweise „iso-8859-1“. Allerdings ist utf-8 weitverbreitet und leistet gute Arbeit. Ihr könntet sogar ein E-Book in Klingonisch schreiben, und utf-8 wäre in der Lage dieses darzustellen. Daher würde ich einen Wechsel nur empfehlen, wenn ihr dafür triftige Gründe habt.

Die letzte Auszeichnung in der ersten Zeile lautet

standalone="no"

Das sagt der Maschine, dass die Definition (Document Type Definition (DTD)) für die XML-Sprache, die ihr verwendet (in unserem Fall also XHTML), nicht in dieser Datei mitgeliefert ist. Stattdessen wird der Ort einer Referenzdatei, auf die ihr euch bezieht, in der nächsten Zeile zusammen mit der Definition als XHTML-Datei geliefert.

Auszeichnung als XHTML-Datei

In dieser Zeile steht also endlich, dass es sich um ein Dokument vom Typ html handelt, dass es auf der Version XHTML 1.1 des W3C basiert, dass es auf Englisch (damit sind die Auszeichnungen gemeint, nicht euer eigentlicher Text) verfasst ist und wo die Referentdatei zu finden ist.

Damit ist die Definition des Dokumententyps abgeschlossen und ihr beginnt mit der eigentlichen html-Auszeichnung, die eingerahmt wird von den Tags

HTML-Tag

In unserem Fall steht da:

XHTML-Tag

Da wir in unserer ePub-Datei XHTML verwenden, wird das hier noch einmal spezifiziert und der Maschine gesagt, wo es wieder den Katalog mit den gültigen Auszeichnungen findet, in dem dann steht, dass etwa

p-Tag, h1-Tag, div-Tag

etc. gültige Auszeichnungen sind.

Das ist unsere Dokumentenauszeichnung. Als nächstes könnt ihr noch ein paar Angaben im Kopfbereich
head-Tag

der HTML-Datei machen und zu guter letzt euren Inhalt in den

body-Tag

hineinmeißeln.

Viel Spaß!

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter #ePrdctn

Keynote

Ich werde ein Buch herausgeben. Ja genau, ich allein. Na ja, mehr oder weniger. Also, zunächst einmal wird es ein E-Book und darüber hinaus werde ich es nicht selbst schreiben. Stattdessen wird es ein Sammelband und ich werde mir Autoren suchen, die ich dann schreiben lasse. Das Thema? Das verrate ich noch nicht. Das werde ich hier sensationell aufbauen. Ach ja, und es hat absolut rein gar nichts mit Lenin zu tun, der lag da nur und ich suchte einen dicken Schinken, um ein tolles Bild hochzuladen:

Wenn ein E-Book gut gemacht ist, dann sollte es sich auf allen Geräte, auch auf dem Handy komfortabel lesen lassen.

Wie komme ich darauf, ein Buch herauszubringen? Nun, ich habe ein Volontariat bei einem kleinen Frankfurter Verlag gemacht. Und weil der Verlag so klein war, hatte ich das Glück, alle Arbeitsbereiche kennen zu lernen. Von der Redaktion über das Lektorat, Marketing und Pressearbeit, Buchhaltung und Mediengestaltung. Da ich mich offensichtlich nicht ganz blöd angestellt habe, hat mein Chef mich im zweiten Ausbildungsjahr die E-Book-Sparte des Verlages weitgehend eigenständig aufbauen lassen.

Das heißt, ich habe vom Layouten – der E-Production – bis hin zum Vertrieb alles schon einmal gemacht und dabei habe ich festgestellt, dass man heute keinen Verlag mehr braucht, um ein Buch herauszugeben. Es schadet natürlich nicht. Verlage sind tolle Einrichtungen, die viel Know-how und Leidenschaft für Bücher mitbringen, aber das Verlagswesen und die Vertriebsstrukturen in Deutschland haben es sich ziemlich bequem eingerichtet mit festgefahrenen Strukturen, die eine Menge Geld in ihre Taschen spülen und jetzt kommen da drei Global Player in unser beschauliches kleines Auenland und mischen den Markt auf.

Wie lief das bisher? Etwa folgendermaßen (vereinfachte Darstellung): Ein Autor hat eine Idee, schreibt die auf und gibt sie einem Verlag. Der Verlag verdaut sie und spuckt am Ende etwas gen Druckerei, das der Idee des Autors noch entfernt ähnelt. Hat die Druckerei ihre Arbeit getan, kommen DHL oder eine Spedition – je nach Auflagenhöhe – und karren die Bücher in das Lager des Verlags. Der Verlag verkauft die Bücher dann in erster Linie an die Großhändler, die so genannten Barsortimente (KNV, Libri und Umbreit) und die großen Buchhandelsketten (Thalia, Hugendubel und Mayersche). Die Zwischenhändler und Ketten verkaufen dann weiter an kleine Buchläden respektive Filialen und die wiederum an den Leser.

Wie gesagt, so lief es bisher. Doch dann kam Amazon. Dann kam Apple. Dann Kam Google. (Übrigens genau in dieser Reihenfolge). Und während die oben genannten Marktakteure noch schreien, dass die Internetriesen böse sind, baut sich gerade eine neue Verteilungskette auf.

So läuft das jetzt: Der Autor schreibt auf. Lässt sein Werk mit Calibre schrecklich schlecht ins gewünschte Format konvertieren, lädt es bei Amazon, Apple und Google hoch. Dort lädt es ein Leser runter, knackt gegebenenfalls den Kopierschutz und stellt es dann in den Filesharingservice seiner Wahl ein, wo es die anderen Leser sich herholen können.

Das fuchst natürlich all die Akteure des alten Vertriebsweges, aber es freut mich, denn ich kenne alle Stolperfallen und Fettnäpfchen des neuen Vertriebsweges und haue jetzt ein Buch raus. Euch werde ich an dieser Stelle erklären, wie das geht. Angefangen vom Anmelden bei den Portalen über das Akquirieren meiner Autoren bis hin zum Hochladen und dem ersten Mal, wenn mein Buch in einem Filesharingservice auftaucht, will ich alles dokumentieren.

Ich hoffe euch wird es etwas Spaß machen. 🙂

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Keynote