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Zustand des deutschen E-Book-Marktes im Oktober 2014

Ich habe mal wieder versucht, ein E-Book zu kaufen…

Ich möchte Richard Dawkins: Das egoistische Gen* lesen. Und ich möchte es als E-Book lesen. Am liebsten als ePub3 ohne DRM, sodass ich es sowohl auf dem Mac und dem iPad in iBooks lesen kann, als auch auf meinem Android-Handy in Play-Books. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, mal sehen, was am Ende des heutigen Tages von meinen Wünschen übrig bleibt…

Ohne zu wissen, was mich dort erwartet, einfach aus Neugier beginne ich mal meine Suche bei Sobooks, dem neuen Stern am E-Book-Himmel. Sobooks sieht spannend aus, aber mein Buch gibt es da nicht, außerdem hätte ich es nur online lesen können, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Sobooks führt mein Buch nicht

Sobooks führt mein Buch nicht

Mein nächster Anlaufpunkt ist die Seite des Verlages. Das egoistische Gen ist beim Springer Fachverlag erschienen, der sogar einen eigenen E-Book-Shop hat. Die Seite scheint allerdings etwas instabil zu sein, vielleicht hatte sie aber auch nur einen schlechten Tag, jedenfalls konnte sie ständig nicht geladen werden, war dann mal wieder kurz da, anschließend wieder weg.

Daher schaute ich zwischendurch mal bei einem der großen Drei vorbei: im iBook-Store bin ich leider nicht erfolgreich. Das egoistische Gen wird dort nicht angeboten. Nur auf Englisch gibt es das Buch für 10,99 Euro. Der Preis wäre noch okay für mich, aber ich würde das Buch wirklich gerne auf Deutsch lesen.

Nun gut, mal gucken, ob ich bei Google Play mehr Erfolg habe. Dort gibt es das E-Book für 14,99 Euro, doch ein Blick ins Buch verrät, dass es gar kein E-Book ist, sondern ein PDF. Das man nicht wirklich auf dem Handy lesen kann.
Auch bei Amazon gibt es keine Version für den Kindle, sondern nur ein Taschenbuch*, das ich aber immerhin schon ab 16 Euro inklusive Versandkosten bekomme. Auf Englisch kann ich hier übrigens auch das E-Book bekommen und zwar für nur 6,86 Euro. Das verstehe ich nicht: Da heulen die Verlage rum, wie böse Amazon ist, aber dennoch bietet OUP Oxford das E-Book hier für über 4 Euro weniger an als bei Apple. So werdet ihr bestimmt Amazons Dominanz brechen, liebe Verlage!

In der Zwischenzeit hat sich die Seite von Springer gefangen und was ich da lese, lässt mein Herz kurz höher schlagen:

Springer Fachverlag über seine E-Books

Springer Fachverlag über seine E-Books

Springer sagt, das Buch lasse sich auf allen gängigen Readern lesen und sei sogar DRM-frei. Das ist ja top! Dafür bin ich sogar bereit die geforderten 14,99 Euro zu zahlen. Doch auf den zweiten Blick folgt sofort die Ernüchterung…

Erhältliche Formate: PDF

…heißt es da. PDF ist KEIN E-Book, sondern eine Datei, die du zur Druckerei tragen kannst! Und zu behaupten, dass ich ein PDF auf allen Readern lesen kann, ist schon kein Euphemismus mehr sondern kratzt haarscharf an der Lüge. Formal ist das zwar möglich, aber wenn ich versuche das PDF auf einem 4“ Handydisplay zu lesen, bekomme ich am Ende wahrscheinlich eine Sehnenscheidenentzündung vom vielen hin-und-her-scrollen…

Aber noch bin ich mit meinem Latein nicht am Ende. Da gab es doch noch dieses tolle Tolino-Netzwerk. Mal schauen was ebook.de so im Angebot hat. Ich weiß, ich weiß: Das grenzt schon an Verzweiflung. ebook.de führt immerhin auch das PDF, im Gegensatz zu Weltbild, das nur Sekundärliteratur bietet. Die Konkurrenz von ebookS.de bietet neben dem PDF für 14,99 immerhin auch die Möglichkeit, das Buch online zu lesen, auch wenn ich befürchte, dass man sich dafür in die Flash-Hölle begeben müsste.

Das Taschenbuch bekomme ich übrigens bei ZVAB auch ab 14 Euro inklusive Versand und bei Booklooker sogar schon ab 6 Euro! Nun könnte man natürlich einwenden, dass das nicht ganz fair ist, schließlich gibt es keine gebrauchten E-Books zu kaufen. Das wiederum ist aber eines der Hauptargumente, warum die Verlage E-Books dringend günstiger machen sollten…

Und so schade das ist, bevor ich mir jetzt ein PDF für 15 Euro kaufe, dass ich dann halbgar mit Calibre in eine ePub umwandeln muss, von dem ich dann so wenig überzeugt sein werde, dass ich am Ende noch selbst den Texteditor öffne um das E-Book, für das ich bezahlt habe, schön zu machen, bevor ich das also mache und damit wahrscheinlich sogar den Bereich dessen verlasse, was ich legal mit einem E-Book machen darf, da kaufe ich mir doch lieber für 6 Euro ein Taschenbuch.

Fazit: Das E-Book ist im Herbst 2014 noch immer nicht in Deutschland angekommen.

*hinterhältiger Affili-Link: Kauf ihr das Buch, bekomme ich eine winzige Provision und freue mich.

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Vom Word-Dokument zum E-Book für Apple iBooks #2

#2 mit Calibre

Neulich(tm) fragte mich jemand, wie er am besten aus einem Word-Dokument ein E-Book für Apple machen könne. Im letzten Artikel skizzierte ich schon einmal den Weg, den es zu beschreiten geht, wenn man dafür Apples Textverarbeitungsprogramm Pages nutzen möchte.

Wir sahen, dass das Ergebnis von Pages schon ganz ordentlich ist, aber dass es noch ein Stück weit entfernt ist davon, perfekt zu sein. Heute prüfen wir als nächstes, was die Open-Source-Konkurrenz von Calibre so zu bieten hat. Ich persönlich stehe mit Calibre ja eher auf dem Kriegsfuß. Allerdings wird das kleine Programm von Entwickler Kovid Goyal ja auch weiterentwickelt und so ist es mittlerweile vielleicht brauchbarer oder alternativ ist dies einfach der richtig Anwendungsfall für Calibre. Mal sehen…

Als erstes importieren wir das Word-Dokument in Calibre. Das hat schon mal geklappt, wenngleich Calibre eine komische Cover-Wahl getroffen hat, aber noch sind wir ja nicht fertig.

Calibres Bibliothek

Calibres Bibliothek

Bücher konvertieren mit Calibre

Als nächstes klicken wir auf „Bücher konvertieren“. Im Gegensatz zu den drei Angaben bei Pages, lassen sich in Calibre jede Menge Eigenschaften unseres künftigen E-Books schon vor der Konvertierung angeben. So zeigen wir Calibre ersteinmal unser richtiges Cover und geben eine Hand voll Metadaten wie Titel, Autor usw. an.

Bücher konvertieren in Calibre

Bücher konvertieren in Calibre

Auf der zweiten Seite finden wir eine große Auswahl an Stil-Einstellungen. Ich habe mich mal darauf beschränkt, eine Schriftart einzubetten. Mehr als eine Schriftart konnte ich nicht einbetten, aber vielleicht lag das auch an meinem Unvermögen…

Schriftarten einbinden mittels Calibre

Schriftarten einbinden mittels Calibre und andere Design-Entscheidungen

Auf Seite 3 ermöglicht Calibre, eine Reihe von möglichen Fehlern in der Datei automatisch zu beheben. Da Calibre aber selbst davon abrät, lasse ich lieber die Finger davon… Auf der nächsten Seite können wir Calibre sagen, für welches Ausgabegerät wir unser E-Book basteln. Das ist einerseits schlechter Stil, denn guter Code sollte überall gleich dargestellt werden. Andererseits hat Calibre ja auch nicht ganz unrecht, denn die Reader treffen manchmal schon recht eigenwillige Entscheidungen und da wir eine klare Mission haben – den Weg aufs iPad – entscheide ich mich für diese Option. Calibre bietet noch die Wahl zwischen iPad und iPad 3, was etwas verwirrend ist, da ja auch noch andere Versionen des Tablets existieren. Aber die Erläuterung sagt uns, dass der Unterschied im Retina-Display liegt, das ab der 3. Generation im iPad verbaut wurde.

Ausgabegerät bei Calibre einstellen

Ausgabegerät bei Calibre einstellen

Auf Seite 5 geben wir Calibre Hilfestellungen, wie es die Struktur des E-Books erkennen und aufbauen soll. Da ich mich mit XPath-Ausdrücken nicht auskenne, belasse ich es erst einmal bei den Grundeinstellungen und schaue, was anschließend dabei herauskommt… Bei den Inhaltsverzeichnisoptionen auf Seite 6 habe ich lediglich den Haken bei manuelle Feineinstellungen gesetzt und schau dann mal, was ich da noch machen kann…

Suchen und Ersetzen (Seite 7) wollte ich nicht, dafür habe ich bei der DOCX-Eingabe (Seite 8) gesagt, dass Calibre kein Cover automatisch erkennen soll, denn ich habe ja schon eines von Hand angegeben. Und bei der ePub-Augabe (Seite 9) wählte ich, dass Calibre die Seitenverhältnisse des Covers beibehalten soll.

So das waren die Voreinstellungen, mal sehen, was Calibre daraus macht…

Das von Calibre generierte E-Book

Das eher bescheidene Inhaltsverzeichnis von Calibre

Das eher bescheidene Inhaltsverzeichnis von Calibre

Beim Inhaltsverzeichnis die erste Enttäuschung: Calibre hat nur ein Kapitel mit dem Titel „Anmerkungen“ erstellt. Aber es lässt sich ja von Hand korrigieren… dachte ich mir, doch woher soll ich denn wissen, welchem Kapitel „Index Split 000“ etc entsprechen? Also vorerst kein Inhaltsverzeichnis, mal schauen was sonst so nicht geklappt hat…
Bildschirmfoto 2014-07-07 um 17.04.33
Das mit dem Cover hat zumindest besser geklappt als bei Pages (das braune Nicht-Cover).

Doch dann die Ernüchterung: Das komplette E-Book ist leer. Gut, da werden jetzt sicher einige meckern, dass ich an den falschen Stellschrauben gedreht habe. Aber, sorry, zumindest Text hätte Calibre schon erkennen können. Was auch immer ich falsch eingestellt habe.

Spitzen-E-Book ohne Text!

Spitzen-E-Book ohne Text!

Ein Blick in den Code offenbart, dass der Text da ist, auch wenn der Code so dreckig ist, wie ich es von Calibre seit jeher gewohnt bin…

Von Calibre generiertes HTML

Von Calibre generiertes HTML

Also muss da im CSS irgendetwas kolossal schief gegangen sein. Ich könnte mich jetzt auf die Fehlersuche begeben, aber ehrlich gesagt habe ich nicht das geringste Interesse daran. Calibre ist ein solcher Rohrkrepierer, dass ich mich lieber dem nächsten Kandidaten im Test zuwende und meine Zeit mit dem verschwende. Zumal Pages ja schon passable Ergebnisse lieferte…

Falls jemand von euch sachdienliche Hinweise hat, was da schiefgelaufen ist, bitte ich um einen Kommentar!

Fazit

Durchgefallen! Calibre ist für unseren Zweck (mal wieder) schlichtweg ungeeignet. Calibre ist quasi der König Joffrey unter der E-Book-Software…

König Joffrey

König Joffrey

Und zum Abschluss noch einmal Werbung

  1. Den ersten Teil meines großen Tests findet ihr hier
  2. Wenn ihr sehen wollt, was am Ende aus meinem E-Book wurde, dann könnt ihr es für nur 99 Cent kaufen. Hier erfahrt ihr mehr
  3. Hat Calibre euer E-Book kaputt gemacht? Ich helfe euch weiter. Erste Hilfe gibt es sogar kostenlos. Eine E-Mail an mich und ihr bekommt weitere Infos…
  4. Verpasst nicht den dritten Teil unseres großen Tests um den besten Weg in den iBook-Store zu finden…

tl;dr

Zahnseide sollte man vor dem Zähneputzen benutzen und nicht danach, da sie besser zur Vorreinigung geeignet ist…

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Sigil ist tot, es lebe Calibri?

John Schember hat auf seinem Blog angekündigt, Sigil nicht weiterzuentwickeln. Das ist für mich ein Schlag ins Kontor. Zwar hatte sich der ersehnte ePub3-Support von Sigil schon so lange auf sich warten lassen, dass er immer unwahrscheinlicher schien, aber andererseits war Sigil meines erachtens und mit meinem schlanken Budget das beste Tool zur ePrdctn, das es bis dato gibt.

Schmeber selbst empfiehlt zu Calibre zu wechseln, aber meine Vorbehalte gegen Calibre scheinen in der Mobileread-Diskussion zu diesem Topic bestätigt zu werden. Daher meine Frage an euch da draußen, welche Tools zur ePrdctn nutzt ihr?

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Antwort auf die Google-Suche: Kindle, PDF, sauberes ePub und Rechtliches

Ihr fragt, ich antworte. Erstaunlich viele Menschen werden von Google mit ganz konkreten Fragen zu mir geschickt und erstaunlich viele dieser Fragen kann ich beantworten. So zum Beispiel die folgenden.

Screenshot Google-Suche

Screenshot Google-Suche

„Bücher verkaufen“ Kindle Paperwhite 

Zunächst einmal bleibt festzustellen, dass es prinzipiell egal ist, ob du Bücher für den klassischen Kindle, den Kindle touch oder den Kindle Paperwhite verkaufen möchtest. Lediglich beim Kindle Fire stehen dir ein paar Features mehr, wie fixed Layout oder Multimedialität zur Verfügung.

Was brauchst du, um Bücher bei Amazon verkaufen zu können? 

Zunächt ein Konto bei Kindle Direct Publishing. Das klickst du dir in fünf Minuten, wie ich bereits erklärt habe. Dann brauchst du mittlerweile auch eine amerikanische Steuer ID. Wie du an die kommst, habe ich auch bereits erklärt. Das ist zwar unwesentlich schwerer aber auch keine Hexerei. Sollten dennoch Probleme auftreten, kann ich gerne behilflich sein. Dann musst du natürlich Inhalt haben. Sollte dieser im Fließtext vorliegen, ist der einfachste Weg, ihn im ePub-Layout-Programm Sigil zu setzen. Sigil ist Opensource und entsprechend kostenlos. Es hat einen What-You-See-Is-What-You-Get-Editor aber auch eine HTML-Ansicht. Denn ePub, genau wie mobi sind HTML-Dialekte. Hier im Blog findest du alles relevante zum Layout unter dem Tag #ePrdctn, mit dem du auf Twitter auch weitere spannende Tipps findest. Ist dein Buch fertig gesetzt, wandelst du es am besten mit dem Kindle-Previewer um. Auch beim Layout bin ich gerne behilflich, wenn ihr mal ein Problem habt. Sofern es sich da nur um Kleinigkeiten handelt, mache ich das übrigens in der Regel umsonst. Anschließend lieferst du deine Daten bei Amazon an, das ist auch ziemlich einfach. Das Spannenste dabei ist noch, dass du dich zwischen 35% und 70% Tantiemen entscheiden musst.

Du wirst wahrscheinlich nicht unglaublich viel verdienen mit deinem E-Book, aber das was du verdienst, musst du dann natürlich versteuern. Ich habe mich schlau gemacht und in Deutschland giltst du als Händler, wenn du E-Books über kdp verkaufst. Das heißt, du kannst das nicht als freiberufliche Tätigkeit versteuern, sondern musst ein Gewerbe anmelden. Dafür musst du (zumindest in Frankfurt) aufs Ordnungsamt. Die Anmeldung selbst dauert aber nur fünf Minuten und die Beamten beraten dich, was du wie machen musst. Das ganze kostet dann auch noch einen zweistelligen Eurobetrag Bearbeitungsgebühr. Nach ein paar Wochen bekommst du dann ein Formular vom Finanzamt, in dem du angeben musst, mit welchem Gewinn du rechnest. Da das im Normalfall keine Unsummen sein werden, kannst du einen Antrag auf Anerkennung als Kleingewerbetreibender stellen, dann brauchst du keine Gewerbe- und keine Mehrwertsteuer zu zahlen, sondern nur deinen Gewinn versteuern…

Wem das alles zu tricky ist, dem biete ich, wie viele andere auch den Service an, dass ich das alles übernehme. Im Gegensatz zu manch anderem, verlange ich dafür keine Bearbeitungsgebühren, sondern lediglich eine kleine Gewinnbeteiligung. Welchen Service ich insgesamt anbiete, findet ihr hier. Aber bevor das hier noch zur Werbeveranstaltung verkommt, schnell weiter zur nächsten Frage:

PDF zu sauberen ePub

That’s a tricky one. Das Grundproblem ist, dass du das properitäre, seitenbasierte PDF-Format in einen offenen, auf HTML-basierenden, responsiven Standard wandeln musst. Dafür stehen dir im Grunde zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Am saubersten wird es, wenn du Zeile für Zeile und Absatz für Absatz von Hand kopierst und dann noch die ganze Worttrennungen im HTML von Hand korrigierst. Das ist natürlich ein einziger „Pain in the Ass“, weswegen du diese Arbeit auch von meiner Nemesis Calibre erledigen lassen kannst.

Aber Calibre macht eines genau nicht: sauberes ePub. Das kannst du ihm in diesem Fall nicht einmal verdenken, denn das Problem ist einfach, dass PDF so störrisch ist und Calibre schlichtweg nicht entscheiden kann, was eine relevante Information ist und was nicht. So bleibt dir auch nach der automatischen Konvertierung nichts anderes übrig, als den Quelltext noch einmal von Hand durchzugehen und die ganzen unsinnigen HTML-Auszeichnungen und CSS-Befehle, die wahrscheinlich entstanden sind, rauszulöschen.

Eine Frage geht noch:

Kindle Direct Publishing rechtlich

Es gibt im Wesentlichen vier rechtliche Punkte zu beachten, wenn du E-Books bei Amazon verkaufen willst:

  1. Du brauchst eine amerikanische Steuernummer.
  2. Du musst das Urheberrecht berücksichtigen, darfst also keine Inhalte veröffentlichen, an denen du nicht die Rechte hältst.
  3. Du musst das Markenrecht beachten, darfst also keine eingetragenen Markenzeichen etwa als Titel deines Buches verwenden. Anders sieht das möglicherweise aus, wenn du über ein entsprechendes Produkt schreibst, konsultiere hierzu einen Anwalt.
  4. Und du musst ein Gewerbe anmelden, um deine Einnahmen richtig versteuern zu können.

Wie immer gilt übrigens: Ich bin kein Jurist, sondern nur stinknormaler Indie-Publisher. Wenn du sicher gehen willst, dann frag einen Fachmann.

Haut Fragen und/oder Anregungen einfach in die Kommentare, dann freue ich mich. Genauso freue ich mich natürlich auch, wenn Ihr diesen Post weiterverbreitet oder mich flattert.

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ePub in Mobi konvertieren ohne – Gnade uns Gott – Calibre

Auch ein Dauerbrenner der lieben Menschen, die Google mit Sorgen und Nöten zu mir schickt, ist die Frage, wie du ein E-Book, das im Format ePub vorliegt, umwandeln kannst in ein E-Book, das du auf dem Kindle lesen kannst. Wenn ich dieses Problem von epischen Ausmaß nun meinerseits googele, dann muss ich feststellen, dass da draußen wohl die Meinung vorherrscht, der beste Weg sei jener über meine Nemesis: das Programm Calibre. Das ist falsch! Das ist so falsch, bei den Schweizern würdet ihr für so eine Antwort mit einem Gewicht an den Füßen in den Genfer See geworfen! In den Treffern nach Calibre kommen – jedenfalls in meiner kleinen Filterbubble – dann eine ganze Reihe Online-Konvertierungsdienste, von kostenlos bis unsäglich teuer.
Was jedoch weitgehend untergeht, ist, dass es einen anderen, von Amazon – dem Philosophenkönig des Mobiformats – empfohlenen Weg gibt, der meiner Erfahrung nach die besten Ergebnisse liefert. Amazon bietet nämlich für die Konvertierung eigens zwei Programme an.

1. Der Kindle Previewer

Dieses nette, kleine Programm bietet dir, wie der Name schon andeutet, eine Vorschau darauf, wie dein E-Book später in den verschiedenen Kindle-Varianten wirken wird. Aber es tut noch mehr. Wenn du etwa ein ePub mit dem Kindle-Previewer öffnest, wandelt er es dir automatisch in ein Mobi um. Du erhätst obendrein noch ein Protokoll der Konvertierung und kannst mögliche Fehler aufspüren.
Amazon garantiert dabei, dass die mit dem Previewer generierten Mobi-Dateien auf allen Kindles lesbar sind.

Wenn es aber doch etwas ausgefeilter sein soll und ihr euer ePub in KF8, das neueste Amazon-Format, umwandeln wollt, wird die ganze Sache etwas klebrig, denn ihr müsst euch an das andere Tool wenden:

2.KindleGen

Das beste Tool für die Konvertierung aufwändiger Formate ist der KindleGen. Das Problem: das kleine Mistding steht nur als Kommandozeilen-Tool zur Verfügung. Aber, nun gut es gibt für alles Anleitungen, so auch für den KindleGen. Hier, hier und hier findet ihr wichtige Infos.

Von dem dritten Tool, das Kindle anbietet, dem InDesign-Plugin würde ich die Finger lassen. Sofern sich da nicht im letzten halben Jahr enorm viel getan hat, ist es schlichtweg nicht brauchbar.
Fazit: Ich habe schon E-Books mit Calibre, Kindle-Previewer, KindleGen, dem InDesign-Plugin und sogar mit dem Mobipocket Creator konvertiert. Mit dem Previewer erzielt man weitaus bessere Ergebnisse als etwa mit Calibre. Er ist ideal, wenn ihr ein „klassisches E-Book“ konvertieren wollt. Wenn euer E-Book irgendwie enhanced ist oder Fixed Layout haben soll, dann ist das Tool eurer Wahl der KindleGen.

Viel Spaß!

Hat dieser Artikel dir weitergeholfen? Das freut mich! Du kannst mir auch helfen, indem du den Artikel flattrst oder weiterempfiehlst. Dazu musst du nur auf die schönen bunten Knöpfe unten drücken. Dankeschön!

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Exkurs: Neues rund um E-Books

Ich habe mal gesammelt, was in der letzten Woche so Interessantes an mir vorbeitickerte rund um E-Books.

20.10.12
Die Gerüchte verdichten sich, dass demnächst mit dem iPad-Mini eine neue Version von Apples Reader-App iBooks erscheinen wird. So fordert iBooks bereits jetzt zu einem – noch nicht möglichen – Update auf, wenn man fixed Layout E-Books nach dem ePUB3-Standard lesen möchte:

19.10.12
Freiabonnements für Gefangene e.V. sammelt zweckgebundene Spenden um Gefängnisinsassen einen Weihnachtswunsch zu erfüllen. Die Gefangenen durften sich jeweils ein Buch wünschen und wr können ihnen ihre Wünsche erfüllen. Da ich fest daran glaube, dass Bücher uns zu besseren machen können, bitte ich um zahlreiche Spenden.

19.10.12
ePUBs bestehen eigentlich nur aus einer Reihe Ordner mit verschiedenen Dokumententypen, Bildern und Schriften, die gezippt wurden. Allerdings muss dieses Zippen auf eine bestimmte Weise erfolgen, damit die ePUBs am Ende von Readern auslesbar werden. mobileread bietet jetzt eine Methode mit passendem Tool für Mac-User.

18.10.12
Digital Book World gibt – mehr oder weniger gute – Tipps, wie man seine Umsätze auf Amazon erhöhen kann:
1. Verfügbar sein. Sowohl in möglichst vielen verschiedenen Medien: Printbuch, E-Book, enhanced E-Book und Hörbuch, [EDIT: Das „als auch“ fehlte], als auch in möglichst vielen verschiedenen Sprachen.
2. Metadaten ausfüllen. Dem werde ich mich noch ausführlich widmen, wenn ich dann richtig in die #ePrdctn einsteige. Aber was bei Printbüchern immer mehr so ein „ja, muss man irgendwie haben.“-Faktor war, muss man sich bewusst sein, dass E-Books vollständig maschinenlesbar sind und je ausführlicher man die Metadaten sowohl in der E-Book-Datei, als auch im Verkausfportal ausfüllt, desto höher ist ide berühmt-berüchtigte Sichtbarkeit in Suchmaschinen.
3. Der Autor. Der Autor ist das wichtigste Marketinginstrument seines Buches. Er sollte folglich Präsenz in den sozialen Medien zeigen. Und zwar über das Veröffentlichen von Pressemeldungen hinaus. Nur wenn man mit seinen Lesern in einen Dialog eintritt, bringt das auch was.

16.10.12
Calibre ist ein Tool mit dem sich sehr einfach E-Book-Dateien und andere Arten digitaler Dokumente verwalten und in verschiedene Formate konvertieren lassen. Leider ist das Ergebnis nicht immer berauschend. The Digital Reader zeigt vier Tricks um bessere Ergebnisse zu erzielen.

14.10.12
Die FAZ widmet sich einer Eigenschaft von E-Books, die ihren Vettern aus den Druckpressen bislang fremd war: sie rücken ins Visier der Filesharer. Die FAZ tut das wie immer: mit harter Kritik, am Untergang des Abendlandes knapp vorbeischrammend und des Ärgerns würdig. Aber das auf höchstem Niveau.

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Keynote

Ich werde ein Buch herausgeben. Ja genau, ich allein. Na ja, mehr oder weniger. Also, zunächst einmal wird es ein E-Book und darüber hinaus werde ich es nicht selbst schreiben. Stattdessen wird es ein Sammelband und ich werde mir Autoren suchen, die ich dann schreiben lasse. Das Thema? Das verrate ich noch nicht. Das werde ich hier sensationell aufbauen. Ach ja, und es hat absolut rein gar nichts mit Lenin zu tun, der lag da nur und ich suchte einen dicken Schinken, um ein tolles Bild hochzuladen:

Wenn ein E-Book gut gemacht ist, dann sollte es sich auf allen Geräte, auch auf dem Handy komfortabel lesen lassen.

Wie komme ich darauf, ein Buch herauszubringen? Nun, ich habe ein Volontariat bei einem kleinen Frankfurter Verlag gemacht. Und weil der Verlag so klein war, hatte ich das Glück, alle Arbeitsbereiche kennen zu lernen. Von der Redaktion über das Lektorat, Marketing und Pressearbeit, Buchhaltung und Mediengestaltung. Da ich mich offensichtlich nicht ganz blöd angestellt habe, hat mein Chef mich im zweiten Ausbildungsjahr die E-Book-Sparte des Verlages weitgehend eigenständig aufbauen lassen.

Das heißt, ich habe vom Layouten – der E-Production – bis hin zum Vertrieb alles schon einmal gemacht und dabei habe ich festgestellt, dass man heute keinen Verlag mehr braucht, um ein Buch herauszugeben. Es schadet natürlich nicht. Verlage sind tolle Einrichtungen, die viel Know-how und Leidenschaft für Bücher mitbringen, aber das Verlagswesen und die Vertriebsstrukturen in Deutschland haben es sich ziemlich bequem eingerichtet mit festgefahrenen Strukturen, die eine Menge Geld in ihre Taschen spülen und jetzt kommen da drei Global Player in unser beschauliches kleines Auenland und mischen den Markt auf.

Wie lief das bisher? Etwa folgendermaßen (vereinfachte Darstellung): Ein Autor hat eine Idee, schreibt die auf und gibt sie einem Verlag. Der Verlag verdaut sie und spuckt am Ende etwas gen Druckerei, das der Idee des Autors noch entfernt ähnelt. Hat die Druckerei ihre Arbeit getan, kommen DHL oder eine Spedition – je nach Auflagenhöhe – und karren die Bücher in das Lager des Verlags. Der Verlag verkauft die Bücher dann in erster Linie an die Großhändler, die so genannten Barsortimente (KNV, Libri und Umbreit) und die großen Buchhandelsketten (Thalia, Hugendubel und Mayersche). Die Zwischenhändler und Ketten verkaufen dann weiter an kleine Buchläden respektive Filialen und die wiederum an den Leser.

Wie gesagt, so lief es bisher. Doch dann kam Amazon. Dann kam Apple. Dann Kam Google. (Übrigens genau in dieser Reihenfolge). Und während die oben genannten Marktakteure noch schreien, dass die Internetriesen böse sind, baut sich gerade eine neue Verteilungskette auf.

So läuft das jetzt: Der Autor schreibt auf. Lässt sein Werk mit Calibre schrecklich schlecht ins gewünschte Format konvertieren, lädt es bei Amazon, Apple und Google hoch. Dort lädt es ein Leser runter, knackt gegebenenfalls den Kopierschutz und stellt es dann in den Filesharingservice seiner Wahl ein, wo es die anderen Leser sich herholen können.

Das fuchst natürlich all die Akteure des alten Vertriebsweges, aber es freut mich, denn ich kenne alle Stolperfallen und Fettnäpfchen des neuen Vertriebsweges und haue jetzt ein Buch raus. Euch werde ich an dieser Stelle erklären, wie das geht. Angefangen vom Anmelden bei den Portalen über das Akquirieren meiner Autoren bis hin zum Hochladen und dem ersten Mal, wenn mein Buch in einem Filesharingservice auftaucht, will ich alles dokumentieren.

Ich hoffe euch wird es etwas Spaß machen. 🙂

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