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Google Play

Nach einer kleinen Pause, die ich nebenan (hier, hier und hier) überbrückt habe, geht es mit unserer kleinen Anleitung weiter. Wir haben noch weitere Anmeldungen in E-Book-Stores zu tätigen und ich verspreche euch: es wird jetzt nicht mehr so einfach, wie bei Amazon.

Ein Screenshot der Anmeldemaske des Google Books Partnerprogramm

Screenshot: Google Books Partnerprogramm

Seit Ende April ist Google mit seinem Play-Store als dritter Global-Player in den E-Book-Direktvertrieb eingestiegen. Allerdings ist das „Partnerprogramm“ noch in der Betaphase, was man ihm mit Verlaub anmerkt.
Um seine E-Books via Google Play zu verkaufen, muss man sich zunächst bei Google Books anmelden, und zwar hier:

books.google.com/partner

Was braucht ihr?

  • Eine Amerikanische Steuernummer
  • Ein Girokonto
  • Etwas Chuzpe


  • Nach der Anmeldung müsst ihr im angezeigten Formular folgende Angaben machen:

  • Ihr müsst zunächst versichern, dass ihr die Urheberrechte für eure E-Books innehabt oder vertretet.
  • Dann müsst ihr angeben, ob ihr Autor, Verleger oder etwas anderes (frei wählbar) seid. Da ich vorhabe für mein supergeheimes Thema andere schreiben zu lassen, habe ich forsch Verleger gewählt.
  • Anschließend müsst ihr angeben, wie viele E-Books ihr jetzt und wie viele voraussichtlich jährlich anliefern werdet. Ich habe jeweils so tief wie irgend möglich gestapelt (weniger als fünf).
  • Seid ihr eine Privatperson oder ein Unternehmen? Merkt euch den Punkt, denn wir gelangen nachher nach Absurdistan, wo er uns noch beschäftigen wird. Ich bin eine Privatperson.
  • Euer Heimatland muss angegeben werden.
  • Es folgen Kontaktdaten.
  • Welcher Verlagsname in Google Play angezeigt werden soll, hier kann also wieder „Die Undertaker24.COM/YEAH!“ rein.
  • Eure URL, so ihr eine habt.
  • Und schließlich noch wie viele nervige Newsletter ihr haben wollt.


  • Fertig! Nein, war nur ein Witz. Jetzt wird’s erst richtig lustig.

  • Falls Ihr schon ein Google-Konto habt, könnt ihr es jetzt verknüpfen. Ich habe aber ein neues angelegt.
  • Ihr stimmt als nächstes den Nutzungsbedingungen, der Datenschutzerklärung und den AGB des „Google Buch Partner-Programm“ zu. Ich werde die bei Zeiten wieder lesen und euch darlegen.
  • Auf der nächsten Seite klickt ihr oben auf den wunderschönen mintgrünen Reiter „Google eBooks“ und müsst jetzt noch der „GOOGLE EBOOKS ERGÄNZUNGSVEREINBARUNG“ zustimmen.
  • Es erscheint eine Liste mit Ländern, in denen ihr eure E-Books vertreiben könnt. Auf mich macht es den Eindruck, als wäre „weltweite Einstellungen“ bereits aktiviert, allerdings habe ich dennoch auch noch einmal Deutschland als Vertriebsgebiet aktiviert.
  • Ich wurde gefragt, ob ich DRM möchte, also Kopierschutz, und habe mich dagegen entschieden (warum, werde ich hier noch später mal ausführlich erklären).
  • Anschließend musste ich unter „Steuern“ noch angeben, ob meine E-Books buchpreisgebunden sind. Dass sie das sind, respektive inwieweit, habe ich ja neulich hier erklärt, weswegen ich es auch entsprechend angeklickt habe.


  • So weit, so gut. Jetzt wollen wir aber dem Mogul unsere E-Books nicht einfach so überlassen, sondern auch Tantiemen dafür einstreichen. Entsprechend müssen wir noch tiefer in den Kaninchenbau und unsere Bankverbindung sowie Steuerinformationen hinterlassen.

  • Dafür klickt ihr oben auf den wirklich ausgesprochen mintgrünen Reiter (schade, dass der Google-Webdesigner mit Geschmack gerade Urlaub hatte und das Ding schnell fertig werden musste) „Mein Konto“ und anschließend auf der moosgrünen Leiste darunter auf „Zahlungseinstellungen für E-Books“
  • Hier wollen wir ein „neues Zahlungskonto erstellen“.
  • Und an dieser Stelle hat Google plötzlich vergessen, dass wir ihm eben noch mitgeteilt haben, dass wir eine Privatperson sind. Denn die gute Firma Google verlangt einen Unternehmensnamen und macht erst weiter, wenn ihr einen angegeben habt. (Sollte ich irgendetwas übersehen haben und es doch irgendwo eine andere Kontenangabe für Privatpersonen geben, dann sagt es mir! Bitte, bitte!) Ich jedenfalls habe fleißig noch einmal alle meine Daten und einen Firmennamen angegeben. Anschließend habe ich auf „Daten bearbeiten“ geklickt und den Firmennamen wieder gelöscht. Das ging. Das ist nicht korrekt, das ist mir auch klar, aber solange Google in der Besser-geht-noch-Betaphase seinen Fehler nicht erkannt hat, erschien mir das die einzig gängige Methode. (Ich habe die Hilfethemen durchgewühlt und nichts Hilfreiches gefunden und eine Support-E-Mail wird natürlich nicht angeboten).
  • Wir erhalten so auf alle Fälle eine Abrechnungs-ID, die ich mir auch fleißig notiert habe, auch wenn ich (noch) nicht weiß, wofür. Abrechnungen halt.
  • Anschließend wählen wir unter „Zahlungseinstellungen“ ein „Zahlungsmittel hinzufügen“. Der ganze nun folgende Vorgang ist entweder mit Googles eigener Übersetzungsroutine schlecht aus dem Englischen übertragen worden, oder von irgendeiner anderen Seite abgeschrieben, wo es eher darum geht, dass die Kunden irgendetwas bezahlen sollen, als dass Google auszahlt. Dennoch behandelt die Seite letzteres, das kann ich euch versichern. Ihr gebt also eure Bankverbindung an mit eurem Namen, eurer IBAN und eurer BIC an (alles drei findet ihr auf eurer EC-Karte). Und wieder weise ich darauf hin: eure Kontonummer ist bereits in die IBAN integriert und muss nicht extra angegeben werden.
  • Ist das erledigt, müsst ihr noch euer Konto verifizieren. Die Methode ist von diversen Bezahldiensten im Internet bekannt: Google überweist einen Centbetrag auf euer Konto, den ihr dann haargenau in die Bestätigungsmaske eintragen müsst.
  • Zum Schluss müssen wir nun noch die Steuerinformationen „aktualisieren“. Das fette rote Banner ist nicht zu übersehen.


  • Hier nun setzt sich das Missverständnis fort, dass wir ja kein Unternehmen sind. Solltet ihr eines sein/haben habt ihr folglich kein Problem. Ich habe das folgendermaßen „gelöst“ respektive gewurschtelt:

  • Zunächst habe ich die Frage, ob ich US-Bürger o. ä. bin mit „Nein“ beantwortet.
  • Auf die Frage, welche Beschreibung am ehesten auf mich zutrifft, habe ich „Corporation“ beim Multiple Choice gewählt, da das Zweite eine steuerbefreite Entität war und das Dritte irgendetwas unverständliches, das mich (als ich es probeweise angeklickt habe) so tief ins Dungeon führte, dass ich schreiend wieder hoch lief.
  • Als nächstes kommt die Frage: „ 28. Is this product’s income effectively-connected with your business operations in the U.S.?” – Das habe ich auf der Webseite des IRS recherchiert und ja, Tantiemen sind “effectively connected”, weswegen ich es angekreuzt habe.
  • Als mein Land habe ich wieder Deutschland angegeben.
  • Um im Anschluss, als ich angegeben musste, welcher „Type of Entity“ ich bin, und der ersehnte „Sole proprietor“ nicht zur Verfügung stand, „Disregarded entity“ anzugeben, weil diese laut der Webseite des IRS wie ein „Sole proprietor“ behandelt wird.
  • Als nächstes wurde wieder meine Adresse abgefragt, die Google aber schon in das Formular übernommen hatte.
  • Schließlich dürfen wir unsere EIN angeben.
  • Als nächstes folgt die Frage, welche Art von Einkommen wir wohl erzielen werden. Ich gab „ebook royalties“ also Tantiemen aus E-Books an.
  • Abschließend kommt noch einmal eine Rechtsbelehrung, der ich nur zugestimmt habe, weil da drinstand, dass ich alles „nach besten Wissen und Gewissen“ eingegeben habe. Na gut, ich habe auch zugestimmt, weil ich E-Books über Google Play vertreiben möchte.
  • Und ganz zum Schluss muss man noch unterschreiben. Unterschreiben? Das ist doch Internet! Richtig. Man muss noch einmal seinen Namen eintippen. True Story.


  • Das ganze ist ein einziger Murks, das sehe ich ein. Aber ich habe mir folgendes gedacht: 1. Man kann die Steuerinfos in Zukunft bearbeiten, also hoffe ich einfach darauf, dass Google merkt, wie inkonsistent das alles ist und stattdessen auch Privatpersonen hier ihre Angaben machen dürfen/können. Es gibt nämlich sogar ein Hilfethema zu den Steuerangaben, in dem steht, dass Privatpersonen „Form 8233“ ausfüllen müssen. Dumm nur, dass die nicht angeboten wird. 2. Habe ich ja meine EIN angegeben und ich weiß, dass es für die eine Datenbank gibt (die Apple nämlich automatisiert abfragt. Ja, Google, so hätte man das auch lösen können!) und hoffe einfach, dass die amerikanische Steuerbehörde die Daten gegencheckt und entsprechend mich richtig einordnen kann (Ich weiß, ich weiß: utopisch). 3. Sollte mein E-Book ein so sensationeller Erfolg werden, dass Google für mich nennenswert Steuern abführen muss, werde ich mir halt einen Steuerberater, der sich mit amerikanischen Steuerrecht auskennt, anlachen und diesen noch einmal darüber schauen lassen.

    Bis dahin haben wir uns jetzt aber (mehr oder weniger) erfolgreich bei Google Play angemeldet und können unsere E-Books hier in Form von ePUBs oder PDFs hochladen. Google stellt sogar jeweils eine „Internet-ISBN“ zur Verfügung. Da ich aber nicht weiß, ob Apple die akzeptiert und ich auf jeden Fall auch bei iBooks vertreten sein möchte, werde ich hier dann beim nächsten Mal beschreiben, wie man sich als Privatperson eine ISBN besorgt.

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    kindle direct publishing

    Screenshot der Seite kdp.amazon.com – kindle direct publishing

    Ich habe mich entschieden, mit den Anmeldungen zu beginnen, denn die sind nach meiner Erfahrung mit den meisten Komplikationen verbunden. Allerdings gilt das nicht für Amazon. So sehr ich über das Amazon-Format unten gelästert habe, so wenig gilt diese Kritik für den Vertriebsweg. Das hat Amazon schon spitze gemacht und ein einfaches Tool geliefert, mit dem jeder schnell publizieren kann.

    Welche Voraussetzungen gibt es?

    Nichts weiter als ein stinknormaler Amazon-Käufer-Account.

    Ihr surft auf kdp.amazon.com klickt auf ‚Anmelden’ hackt Eure Daten in die Maske und schon öffnet sich das Fenster, dass ihr die ‚Kindle Direct Publishing Geschäftsbedingungen’ gelesen und akzeptiert habt. Da wir alle wissen, dass dies die größte Lüge im Netz ist und ihr sowieso keine andere Wahl habt, als zuzustimmen, werde ich hier im nächsten Blogpost kurz die Fallstricke zusammenfassen, damit ihr wisst, für was ihr eure Seele verkauft habt.

    Wenn ihr also die AGB akzeptiert hat, kommt höchstwahrscheinlich die Meldung, dass eure Kontodaten unvollständig sind und ihr sie ergänzen müsst, bevor ihr publizieren könnt. Verlangt werden Name, Adresse und Kontoverbindung.

    Kleiner AGB-Spoiler: ihr habt eben zugestimmt, dass ihr hier nur Klarnamen verwendet, was ihr auch tun solltet, wie ihr gleich sehen werdet.

    Anschließend müsst ihr den Auszahlungsweg für eure Tantiemen für alle Amazon-Seiten festlegen. Bei den Amazon-Seiten aus dem Euro-Raum könnt ihr (zumindest solange es den Euro noch gibt) die Auszahlung via Überweisung wählen und mit eurer IBAN und eurer BIC die Bankverbindung angeben. IBAN und BIC stehen in der Regel auf eurer EC-Karte. Nicht wundern: in die IBAN ist die Kontonummer schon integriert, daher braucht man die nicht extra anzugeben.
    Sobald nun eine Tantiemen-Summe von 10€ zusammengekommen ist, wird sie von der jeweiligen Amazon Seite (.de, .fr, .it und .es) auf euer Konto überwiesen.
    Anders sieht es bei den anderen Amazon-Seiten aus. Da werden die Tantiemen per Scheck ausgezahlt, wenn 100 Piepen in der jeweiligen Währung zusammengekommen sind. Und das ist genau der Grund, wegen dessen ihr den richtigen Namen und die richtige Adresse angeben solltet.

    Abschließend könnt ihr euch noch die Kontendetails als Mail zuschicken lassen, um alles Schwarz/Amazon-Blau-Gelb auf Weiß zu haben und damit ist eure Anmeldung abgeschlossen.

    Herzlichen Glückwunsch, ihr könnt jetzt beginnen zu publizieren!

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