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Antwort auf die Google-Suche: Kindle, PDF, sauberes ePub und Rechtliches

Ihr fragt, ich antworte. Erstaunlich viele Menschen werden von Google mit ganz konkreten Fragen zu mir geschickt und erstaunlich viele dieser Fragen kann ich beantworten. So zum Beispiel die folgenden.

Screenshot Google-Suche

Screenshot Google-Suche

„Bücher verkaufen“ Kindle Paperwhite 

Zunächst einmal bleibt festzustellen, dass es prinzipiell egal ist, ob du Bücher für den klassischen Kindle, den Kindle touch oder den Kindle Paperwhite verkaufen möchtest. Lediglich beim Kindle Fire stehen dir ein paar Features mehr, wie fixed Layout oder Multimedialität zur Verfügung.

Was brauchst du, um Bücher bei Amazon verkaufen zu können? 

Zunächt ein Konto bei Kindle Direct Publishing. Das klickst du dir in fünf Minuten, wie ich bereits erklärt habe. Dann brauchst du mittlerweile auch eine amerikanische Steuer ID. Wie du an die kommst, habe ich auch bereits erklärt. Das ist zwar unwesentlich schwerer aber auch keine Hexerei. Sollten dennoch Probleme auftreten, kann ich gerne behilflich sein. Dann musst du natürlich Inhalt haben. Sollte dieser im Fließtext vorliegen, ist der einfachste Weg, ihn im ePub-Layout-Programm Sigil zu setzen. Sigil ist Opensource und entsprechend kostenlos. Es hat einen What-You-See-Is-What-You-Get-Editor aber auch eine HTML-Ansicht. Denn ePub, genau wie mobi sind HTML-Dialekte. Hier im Blog findest du alles relevante zum Layout unter dem Tag #ePrdctn, mit dem du auf Twitter auch weitere spannende Tipps findest. Ist dein Buch fertig gesetzt, wandelst du es am besten mit dem Kindle-Previewer um. Auch beim Layout bin ich gerne behilflich, wenn ihr mal ein Problem habt. Sofern es sich da nur um Kleinigkeiten handelt, mache ich das übrigens in der Regel umsonst. Anschließend lieferst du deine Daten bei Amazon an, das ist auch ziemlich einfach. Das Spannenste dabei ist noch, dass du dich zwischen 35% und 70% Tantiemen entscheiden musst.

Du wirst wahrscheinlich nicht unglaublich viel verdienen mit deinem E-Book, aber das was du verdienst, musst du dann natürlich versteuern. Ich habe mich schlau gemacht und in Deutschland giltst du als Händler, wenn du E-Books über kdp verkaufst. Das heißt, du kannst das nicht als freiberufliche Tätigkeit versteuern, sondern musst ein Gewerbe anmelden. Dafür musst du (zumindest in Frankfurt) aufs Ordnungsamt. Die Anmeldung selbst dauert aber nur fünf Minuten und die Beamten beraten dich, was du wie machen musst. Das ganze kostet dann auch noch einen zweistelligen Eurobetrag Bearbeitungsgebühr. Nach ein paar Wochen bekommst du dann ein Formular vom Finanzamt, in dem du angeben musst, mit welchem Gewinn du rechnest. Da das im Normalfall keine Unsummen sein werden, kannst du einen Antrag auf Anerkennung als Kleingewerbetreibender stellen, dann brauchst du keine Gewerbe- und keine Mehrwertsteuer zu zahlen, sondern nur deinen Gewinn versteuern…

Wem das alles zu tricky ist, dem biete ich, wie viele andere auch den Service an, dass ich das alles übernehme. Im Gegensatz zu manch anderem, verlange ich dafür keine Bearbeitungsgebühren, sondern lediglich eine kleine Gewinnbeteiligung. Welchen Service ich insgesamt anbiete, findet ihr hier. Aber bevor das hier noch zur Werbeveranstaltung verkommt, schnell weiter zur nächsten Frage:

PDF zu sauberen ePub

That’s a tricky one. Das Grundproblem ist, dass du das properitäre, seitenbasierte PDF-Format in einen offenen, auf HTML-basierenden, responsiven Standard wandeln musst. Dafür stehen dir im Grunde zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Am saubersten wird es, wenn du Zeile für Zeile und Absatz für Absatz von Hand kopierst und dann noch die ganze Worttrennungen im HTML von Hand korrigierst. Das ist natürlich ein einziger „Pain in the Ass“, weswegen du diese Arbeit auch von meiner Nemesis Calibre erledigen lassen kannst.

Aber Calibre macht eines genau nicht: sauberes ePub. Das kannst du ihm in diesem Fall nicht einmal verdenken, denn das Problem ist einfach, dass PDF so störrisch ist und Calibre schlichtweg nicht entscheiden kann, was eine relevante Information ist und was nicht. So bleibt dir auch nach der automatischen Konvertierung nichts anderes übrig, als den Quelltext noch einmal von Hand durchzugehen und die ganzen unsinnigen HTML-Auszeichnungen und CSS-Befehle, die wahrscheinlich entstanden sind, rauszulöschen.

Eine Frage geht noch:

Kindle Direct Publishing rechtlich

Es gibt im Wesentlichen vier rechtliche Punkte zu beachten, wenn du E-Books bei Amazon verkaufen willst:

  1. Du brauchst eine amerikanische Steuernummer.
  2. Du musst das Urheberrecht berücksichtigen, darfst also keine Inhalte veröffentlichen, an denen du nicht die Rechte hältst.
  3. Du musst das Markenrecht beachten, darfst also keine eingetragenen Markenzeichen etwa als Titel deines Buches verwenden. Anders sieht das möglicherweise aus, wenn du über ein entsprechendes Produkt schreibst, konsultiere hierzu einen Anwalt.
  4. Und du musst ein Gewerbe anmelden, um deine Einnahmen richtig versteuern zu können.

Wie immer gilt übrigens: Ich bin kein Jurist, sondern nur stinknormaler Indie-Publisher. Wenn du sicher gehen willst, dann frag einen Fachmann.

Haut Fragen und/oder Anregungen einfach in die Kommentare, dann freue ich mich. Genauso freue ich mich natürlich auch, wenn Ihr diesen Post weiterverbreitet oder mich flattert.

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Eingeordnet unter Google-Suche

Google Play

Nach einer kleinen Pause, die ich nebenan (hier, hier und hier) überbrückt habe, geht es mit unserer kleinen Anleitung weiter. Wir haben noch weitere Anmeldungen in E-Book-Stores zu tätigen und ich verspreche euch: es wird jetzt nicht mehr so einfach, wie bei Amazon.

Ein Screenshot der Anmeldemaske des Google Books Partnerprogramm

Screenshot: Google Books Partnerprogramm

Seit Ende April ist Google mit seinem Play-Store als dritter Global-Player in den E-Book-Direktvertrieb eingestiegen. Allerdings ist das „Partnerprogramm“ noch in der Betaphase, was man ihm mit Verlaub anmerkt.
Um seine E-Books via Google Play zu verkaufen, muss man sich zunächst bei Google Books anmelden, und zwar hier:

books.google.com/partner

Was braucht ihr?

  • Eine Amerikanische Steuernummer
  • Ein Girokonto
  • Etwas Chuzpe


  • Nach der Anmeldung müsst ihr im angezeigten Formular folgende Angaben machen:

  • Ihr müsst zunächst versichern, dass ihr die Urheberrechte für eure E-Books innehabt oder vertretet.
  • Dann müsst ihr angeben, ob ihr Autor, Verleger oder etwas anderes (frei wählbar) seid. Da ich vorhabe für mein supergeheimes Thema andere schreiben zu lassen, habe ich forsch Verleger gewählt.
  • Anschließend müsst ihr angeben, wie viele E-Books ihr jetzt und wie viele voraussichtlich jährlich anliefern werdet. Ich habe jeweils so tief wie irgend möglich gestapelt (weniger als fünf).
  • Seid ihr eine Privatperson oder ein Unternehmen? Merkt euch den Punkt, denn wir gelangen nachher nach Absurdistan, wo er uns noch beschäftigen wird. Ich bin eine Privatperson.
  • Euer Heimatland muss angegeben werden.
  • Es folgen Kontaktdaten.
  • Welcher Verlagsname in Google Play angezeigt werden soll, hier kann also wieder „Die Undertaker24.COM/YEAH!“ rein.
  • Eure URL, so ihr eine habt.
  • Und schließlich noch wie viele nervige Newsletter ihr haben wollt.


  • Fertig! Nein, war nur ein Witz. Jetzt wird’s erst richtig lustig.

  • Falls Ihr schon ein Google-Konto habt, könnt ihr es jetzt verknüpfen. Ich habe aber ein neues angelegt.
  • Ihr stimmt als nächstes den Nutzungsbedingungen, der Datenschutzerklärung und den AGB des „Google Buch Partner-Programm“ zu. Ich werde die bei Zeiten wieder lesen und euch darlegen.
  • Auf der nächsten Seite klickt ihr oben auf den wunderschönen mintgrünen Reiter „Google eBooks“ und müsst jetzt noch der „GOOGLE EBOOKS ERGÄNZUNGSVEREINBARUNG“ zustimmen.
  • Es erscheint eine Liste mit Ländern, in denen ihr eure E-Books vertreiben könnt. Auf mich macht es den Eindruck, als wäre „weltweite Einstellungen“ bereits aktiviert, allerdings habe ich dennoch auch noch einmal Deutschland als Vertriebsgebiet aktiviert.
  • Ich wurde gefragt, ob ich DRM möchte, also Kopierschutz, und habe mich dagegen entschieden (warum, werde ich hier noch später mal ausführlich erklären).
  • Anschließend musste ich unter „Steuern“ noch angeben, ob meine E-Books buchpreisgebunden sind. Dass sie das sind, respektive inwieweit, habe ich ja neulich hier erklärt, weswegen ich es auch entsprechend angeklickt habe.


  • So weit, so gut. Jetzt wollen wir aber dem Mogul unsere E-Books nicht einfach so überlassen, sondern auch Tantiemen dafür einstreichen. Entsprechend müssen wir noch tiefer in den Kaninchenbau und unsere Bankverbindung sowie Steuerinformationen hinterlassen.

  • Dafür klickt ihr oben auf den wirklich ausgesprochen mintgrünen Reiter (schade, dass der Google-Webdesigner mit Geschmack gerade Urlaub hatte und das Ding schnell fertig werden musste) „Mein Konto“ und anschließend auf der moosgrünen Leiste darunter auf „Zahlungseinstellungen für E-Books“
  • Hier wollen wir ein „neues Zahlungskonto erstellen“.
  • Und an dieser Stelle hat Google plötzlich vergessen, dass wir ihm eben noch mitgeteilt haben, dass wir eine Privatperson sind. Denn die gute Firma Google verlangt einen Unternehmensnamen und macht erst weiter, wenn ihr einen angegeben habt. (Sollte ich irgendetwas übersehen haben und es doch irgendwo eine andere Kontenangabe für Privatpersonen geben, dann sagt es mir! Bitte, bitte!) Ich jedenfalls habe fleißig noch einmal alle meine Daten und einen Firmennamen angegeben. Anschließend habe ich auf „Daten bearbeiten“ geklickt und den Firmennamen wieder gelöscht. Das ging. Das ist nicht korrekt, das ist mir auch klar, aber solange Google in der Besser-geht-noch-Betaphase seinen Fehler nicht erkannt hat, erschien mir das die einzig gängige Methode. (Ich habe die Hilfethemen durchgewühlt und nichts Hilfreiches gefunden und eine Support-E-Mail wird natürlich nicht angeboten).
  • Wir erhalten so auf alle Fälle eine Abrechnungs-ID, die ich mir auch fleißig notiert habe, auch wenn ich (noch) nicht weiß, wofür. Abrechnungen halt.
  • Anschließend wählen wir unter „Zahlungseinstellungen“ ein „Zahlungsmittel hinzufügen“. Der ganze nun folgende Vorgang ist entweder mit Googles eigener Übersetzungsroutine schlecht aus dem Englischen übertragen worden, oder von irgendeiner anderen Seite abgeschrieben, wo es eher darum geht, dass die Kunden irgendetwas bezahlen sollen, als dass Google auszahlt. Dennoch behandelt die Seite letzteres, das kann ich euch versichern. Ihr gebt also eure Bankverbindung an mit eurem Namen, eurer IBAN und eurer BIC an (alles drei findet ihr auf eurer EC-Karte). Und wieder weise ich darauf hin: eure Kontonummer ist bereits in die IBAN integriert und muss nicht extra angegeben werden.
  • Ist das erledigt, müsst ihr noch euer Konto verifizieren. Die Methode ist von diversen Bezahldiensten im Internet bekannt: Google überweist einen Centbetrag auf euer Konto, den ihr dann haargenau in die Bestätigungsmaske eintragen müsst.
  • Zum Schluss müssen wir nun noch die Steuerinformationen „aktualisieren“. Das fette rote Banner ist nicht zu übersehen.


  • Hier nun setzt sich das Missverständnis fort, dass wir ja kein Unternehmen sind. Solltet ihr eines sein/haben habt ihr folglich kein Problem. Ich habe das folgendermaßen „gelöst“ respektive gewurschtelt:

  • Zunächst habe ich die Frage, ob ich US-Bürger o. ä. bin mit „Nein“ beantwortet.
  • Auf die Frage, welche Beschreibung am ehesten auf mich zutrifft, habe ich „Corporation“ beim Multiple Choice gewählt, da das Zweite eine steuerbefreite Entität war und das Dritte irgendetwas unverständliches, das mich (als ich es probeweise angeklickt habe) so tief ins Dungeon führte, dass ich schreiend wieder hoch lief.
  • Als nächstes kommt die Frage: „ 28. Is this product’s income effectively-connected with your business operations in the U.S.?” – Das habe ich auf der Webseite des IRS recherchiert und ja, Tantiemen sind “effectively connected”, weswegen ich es angekreuzt habe.
  • Als mein Land habe ich wieder Deutschland angegeben.
  • Um im Anschluss, als ich angegeben musste, welcher „Type of Entity“ ich bin, und der ersehnte „Sole proprietor“ nicht zur Verfügung stand, „Disregarded entity“ anzugeben, weil diese laut der Webseite des IRS wie ein „Sole proprietor“ behandelt wird.
  • Als nächstes wurde wieder meine Adresse abgefragt, die Google aber schon in das Formular übernommen hatte.
  • Schließlich dürfen wir unsere EIN angeben.
  • Als nächstes folgt die Frage, welche Art von Einkommen wir wohl erzielen werden. Ich gab „ebook royalties“ also Tantiemen aus E-Books an.
  • Abschließend kommt noch einmal eine Rechtsbelehrung, der ich nur zugestimmt habe, weil da drinstand, dass ich alles „nach besten Wissen und Gewissen“ eingegeben habe. Na gut, ich habe auch zugestimmt, weil ich E-Books über Google Play vertreiben möchte.
  • Und ganz zum Schluss muss man noch unterschreiben. Unterschreiben? Das ist doch Internet! Richtig. Man muss noch einmal seinen Namen eintippen. True Story.


  • Das ganze ist ein einziger Murks, das sehe ich ein. Aber ich habe mir folgendes gedacht: 1. Man kann die Steuerinfos in Zukunft bearbeiten, also hoffe ich einfach darauf, dass Google merkt, wie inkonsistent das alles ist und stattdessen auch Privatpersonen hier ihre Angaben machen dürfen/können. Es gibt nämlich sogar ein Hilfethema zu den Steuerangaben, in dem steht, dass Privatpersonen „Form 8233“ ausfüllen müssen. Dumm nur, dass die nicht angeboten wird. 2. Habe ich ja meine EIN angegeben und ich weiß, dass es für die eine Datenbank gibt (die Apple nämlich automatisiert abfragt. Ja, Google, so hätte man das auch lösen können!) und hoffe einfach, dass die amerikanische Steuerbehörde die Daten gegencheckt und entsprechend mich richtig einordnen kann (Ich weiß, ich weiß: utopisch). 3. Sollte mein E-Book ein so sensationeller Erfolg werden, dass Google für mich nennenswert Steuern abführen muss, werde ich mir halt einen Steuerberater, der sich mit amerikanischen Steuerrecht auskennt, anlachen und diesen noch einmal darüber schauen lassen.

    Bis dahin haben wir uns jetzt aber (mehr oder weniger) erfolgreich bei Google Play angemeldet und können unsere E-Books hier in Form von ePUBs oder PDFs hochladen. Google stellt sogar jeweils eine „Internet-ISBN“ zur Verfügung. Da ich aber nicht weiß, ob Apple die akzeptiert und ich auf jeden Fall auch bei iBooks vertreten sein möchte, werde ich hier dann beim nächsten Mal beschreiben, wie man sich als Privatperson eine ISBN besorgt.

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    Eingeordnet unter E-Book Vertrieb

    Wie beantrage ich eine amerikanische Steuernummer?

    Entgegen meiner Ankündigung gestern werde ich heute nicht berichten, wie man sich bei Google Play anmeldet, denn dafür fehlt uns noch etwas Wichtiges, das wir auch noch für Apples iBooks brauchen werden:

    Bayh Tax Cut.jpg von Wikimedia Commons User: Rushadthomas

    Bayh Tax Cut.jpg von Wikimedia Commons User: Rushadthomas

    die Amerikanische Steuernummer.

    Genauer gesagt, müssen wir uns eine EIN (Employer Identification Number) besorgen, also eine Arbeitgebernummer. Aber – keine Sorge – die bekommt man auch, wenn man keine Angestellten hat und sogar als kleiner Ottonormaluser wie ich.
    Die schlechte Nachricht: ihr dürft nur eine Nummer pro Tag beantragen… ja, ja, so ist das.

    Ich habe die EIN jetzt schon zum zweiten Mal beantragt und meine Englisch-Kenntnisse im Lebenslauf entsprechend erst einmal auf „verhandlungssicher“ geändert.

    Was braucht ihr?

    • Englischkenntnisse
    • Ein Telefon, mit dem ihr in den USA anrufen könnt.
    • Eventuell ein Fax
    • Ein SS-4-Formular
    • Ein bisschen Mut und Hartnäckigkeit

    Der IRS – die Behörde, die die Nummer vergibt – hat Montags bis Freitags von 13 Uhr bis 1 Uhr nachts unserer Zeit geöffnet. Die Telefonnummer lautet:

    001 – 267 – 941-1099

      Um an so eine EIN zu gelangen, habt ihr prinzipiell drei Möglichkeiten:

    1. Wenn ihr innerhalb der USA wohnt, könnt ihr das Onlineformular ausfüllen.
    Da ihr aber dies hier auf Deutsch lest, bleiben euch wahrscheinlich nur die anderen beiden Wege.

    2. Ihr füllt das Formular SS-4 aus, ruft in den USA an und nachdem die nette Person am anderen Ende der Welt ihren Begrüßungsspruch aufgesagt hat, erklärt ihr, dass ihr eine EIN beantragen wollt, ihr ein SS-4-Formular habt und das gerne faxen wollt. Daraufhin nennt man euch eine Faxnummer und ihr müsst das Fax schicken, während ihr am Telefon seid. Wenn der Versand erfolgreich war, fragt die Person am anderen Ende der Welt noch einmal alle Daten ab und diktiert euch am Ende die EIN. Nach vier Wochen bekommt ihr sie dann auch noch einmal ganz offiziell als Brief zugeschickt.

    3. Wenn ihr kein Fax habt, müsst ihr alles am Telefon diktieren. Es ist auch hier sinnvoll, vorher die SS-4-Form ausgefüllt zu haben, denn dann könnt ihr euch besser im Beamten-US-Englisch zurechtfinden. Denn meinen Erfahrungen nach wird da kein Oxford-English, sondern mitunter breiter Dialekt gesprochen. Ihr könnt dann einfach sagen, dass ihr in Line 8 XYZ eingetragen habt, das vereinfacht vieles. Am Ende bekommt ihr hier auch wieder die EIN am Telefon diktiert und nach vier Wochen per Post.

    Achtung: Dieser letzte Weg steht euch nur offen, wenn ihr die EIN für euch selbst beantragt. Solltet ihr nur als Bevollmächtigter den Antrag stellen. Etwa als Angestellter für eure Firma (wenn ihr nicht Geschäftsführer seid), müsst ihr den Weg mit dem Fax wählen und dort angeben, dass ihr bevollmächtigt seid.

    Das SS-4-Formular

    … gibt es hier als interaktives PDF, in das ihr alle Daten eintragen könnt. Trotzdem müsst ihr es am Ende ausdrucken und unterschreiben. Achtung: der IRS (also die Behörde) akzeptiert natürlich keine Umlaute, aber auch keine Sonderzeichen. Enthält eure Firma Punkt-Komma-Strich, müsst ihr sie weglassen.
    Gehen wir das Dokument kurz durch, denn ich musste mitunter lange recherchieren, bis ich alles verstanden habe. Auch hier gilt wieder: ich übernehme keine Gewähr. Ich kann lediglich Englisch auf nicht ganz schlechtem Niveau und weiß wie man Wörterbücher und Google benutzt, bin aber weder anglistischer Philologe noch Jurist.

    Oben rechts könnt ihr am Ende erfolgreich eure EIN eintragen.
    Und das kommt in die einzelnen Felder:

    1. Euer Name, respektive der Name eurer Firma oder Organisation

    2. Falls es noch einen anderen, von 1. Abweichenden Namen gibt, kommt der hier hin. Wenn ihr bspw. Eine Personengesellschaft seid, würdet ihr euren Namen in erstens und den inoffiziellen Firmennamen, z.B. „Die Undertaker24.COM/YEAH!“ in Feld 2 schreiben.

    3. Falls es einen Geschäftsführer oder Vorstand gibt, kommt sein Name hier hin.

    4a. Eure Postanschrift (Straße, Nr., oder Postfach)

    4b. Postleitzahl und Ort

    5a. Eure richtige Anschrift, falls von 4a abweichend.

    5b. Postleitzahl und Ort von 5a.

    6. Das Land

    7a. Der Name des Verantwortlichen. Mir ist nicht ganz klar, worin der Unterschied zu 3. Liegt, aber wenn ihr die Nummer für euch selbst beantragt, könnt ihr 3. frei lassen und nur hier euren Namen erneut eintragen. Falls ihr die Nummer für eine Firma beantragt, kommt hier der Geschäftsführer wieder rein.

    7b. Könnt ihr frei lassen, es sei denn ihr/euer Geschäftsführer ha(b)t eine amerikanische Sozialversicherungsnummer (SSN), bereits eine EIN für andere Zwecke oder eine ITIN (was auch immer das sein möge).

    8a. Müsst ihr ankreuzen, wenn eure Firma haftungsbeschränkt ist (also eine GmbH, eine UG o. ä.)

    8b. Hier müsst ihr (wenn ihr 8a. angekreuzt habt) die Zahl eurer Gesellschafter angeben.

    8c. Müsst ihr ankreuzen, wenn ihr 8a angekreuzt habt und die Firma ihren Sitz in den USA hat.

    9a An dieser Stelle müsst ihr angeben, welche Rechtsform derjenige hat, der die EIN beantragt. Wenn ihr sie für euch selbst beantragt, kreuzt ihr „Sole proprietor“ an, könnt aber das Feld für die SSN frei lassen, wenn ihr keine habt. Ansonsten gibt es noch viele andere Möglichkeiten, wobei „Corporation“ nicht in der weiten Bedeutung, also Firma, sondern in der engen US-amerikanischen Bedeutung, also Aktiengesellschaft zu verstehen ist. Im Zweifel könnt ihr immer „Other“ ankreuzen und dann dort erläutern. Bei meinem „ersten Mal“ habe ich die EIN für eine GmbH beantragt, „other“ angekreuzt und dann dahinter geschrieben: German GmbH, a sort of German LLC

    9b Wenn ihr eine AG seid, müsst ihr hier das Land, in dem ihr euren Sitz habt, eintragen.

    10 Hier kommt der Grund eures Antrags hin. Bei mir hat jetzt 2x hervorragend funktioniert: Other – to trade with an American company.

    11. Der Tag, an dem ihr eure Geschäfte in den USA aufnehmen wollt. Im Zweifel der aktuelle Tag oder eben der Tag, wenn ihr plant, euch bei Apple oder Google anzumelden. Denkt an das richtige Datumsformat: Monat-Tag-Jahr

    12. Der Monat, in dem euer Geschäftsjahr endet. Als Privatpersonen also Dezember, bei Firmen müsst ihr das selbst wissen.

    13. fragt, wie viele Beschäftigte in den USA ihr haben werdet. Sollte das nicht anders sein, wird in alle drei Kategorien eine 0 geschrieben.

    14. könnt ihr frei lassen, interessiert in unserem Falle nicht.

    15. ebenfalls frei lassen.

    16. Hier kommt die Art des Unternehmens hin. Für unseren Zweck eignen sich: book publishing, ebook publishing oder book company.

    17. Hier kommt eure Ware hin. In unseren Fall also: ebooks.

    18. Schließlich noch die Frage, ob ihr schon einmal eine EIN beantragt habt. Und gegebenenfalls die Aufforderung diese anzugeben.

    Solltet ihr die EIN nicht für euch persönlich beantragen/nicht der Geschäftsführer sein müssst ihr euren Namen und eure Daten in die Felder für den „Third Party Designee“ eintragen.

    Abschließend Kontaktdaten, Name und Unterschrift desjenigen, für den die EIN ist und das Datum (Monat-Tag-Jahr) .

    Alles in allem dauert das Telefonat 30-60 Minuten. Wie gesagt, bekommt ihr die EIN sofort mitgeteilt und etwa noch einmal 4 Wochen später per Post. Es dauert – so meine Erfahrung – etwa 2-3 Wochen bis Apple die EIN in der entsprechenden Datenbank abfragen kann und ihr euer iBooks-Lieferanten-Konto oder alternativ euren Developer-Account einrichten könnt.
    Das war’s.

    Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich hier morgen schon den ersten Teil der Anmeldung bei Google beschreibe, oder ob ich noch warte, bis ich alle Voraussetzungen vervollständigt habe (etwa meine EIN schon offiziell funktioniert). Wahrscheinlich beschreibe ich morgen erstmal wieder etwas grundsätzliches rund um E-Books. Wenn ihr Wünsche oder Fragen habt, könnt ihr sie gerne äußern.

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