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Reden wir über Geld – E-Book-Preisgestaltung

Da ich kein Geld habe, kann ich meinen Autoren, die ich hinter den Kulissen fleißig am Kontaktieren bin, erst einmal nichts bieten. Das ist natürlich ein schlechtes Geschäft. Aber ich habe auch schon eine Antwort darauf: Gewinnbeteiligung. Und wenn ich meine Einnahmen schon verteile, bevor ich sie überhaupt erzielt habe, muss ich mir zuallererst einmal Gedanken über den Preis machen, zu dem ich das E-Book anbieten möchte.

Ein 20 Markschein aus Altenburg in Sachsen aus dem Jahre 1918

20 Mark Altenburg (Sachsen), 1918, Vorderseite. Urheber: Altenburg (Sachsen).

Eines vorneweg: Außer bei Apple kann ich ein E-Book nirgends umsonst anbieten. Okay, ich könnte es auf die eigene Webseite stellen oder als Torrent ins Netz. Ferner könnte ich es exklusiv bei Amazon anbieten und bekäme fünf Tage oder so geschenkt, an denen die Kunden das Buch umsonst downloaden können. Woooohoooo! Aber abgesehen davon, dass ich damit den letzten Anreiz für potentielle Autoren in den Wind schießen würde, könnte ich auch nicht die Reichweite der Kombination von Amazon, Apple und Google nutzen. Also werde ich Geld für das Buch verlangen.

Wie nun soll ich festlegen, wie viel Geld ich für das E-Book verlangen soll? Denn in dieser Wahl bin ich zunächst einmal frei, abgesehen von den Grenzen, die mir Amazon auferlegt und der Forderung von Apple, dass der Preis entweder auf ,99 oder ,49 enden muss.

Die veränderten Produktionskosten
Wen auch immer ich im Netz als Vorbereitung hierzu gelesen habe, sagte vor allem eines:

Die Leser möchten, dass E-Books signifikant günstiger sind als gedruckte Bücher, ansonsten gäbe es für sie keinen Anreiz zum Wechsel. Demgegenüber weinen die Verlage immer ein bisschen, dass die Produktion von E-Books teurer wäre, als immer alle denken. Da zwar einerseits Kosten wegfielen, aber andererseits auch sagenumwobene „neue Kosten“ entstünden.

Gehen wir also der Sache mal auf den Grund. Was kostet die Herstellung eines Printbuches und was die eines E-Books?

Im Vergleich zum Printbuch spare ich durch die E-Production durchaus etwas ein. Die Frage ist: wie viel? Dafür muss ich mir zunächst einmal Gedanken machen, welche Unkosten ich habe. Sowohl im Print, als auch im E-Book muss ich folgende Produktionskosten einberechnen:

1. Das Autorenhonorar
2. Redaktion und Lektorat
3. Das Layout
4. die Covergestaltung und andere Grafiken
5. Werbung
6. Allgemeine Vertriebskosten wie die Erstattung von zurückgegebenen Exemplaren und Ähnliches.

Was beim E-Book aber wegfällt, hingegen beim Printbuch ins Kontor schlägt, sind:

1. Druck (inklusive der Vorstufe und der Bindung)
2. Transport und Lagerung.

Ferner darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass der Händleranteil beim E-Book (abgesehen von Google) mitunter signifikant geringer ist. Als kleiner Verlag bin ich im Printvertrieb auf die großen Zwischenhändler, die Barsortimente, angewiesen. Diese verlangen etwa die Hälfte vom Kuchen. Im Buchhandel schwanken die Rabatte zwischen 35% und 50%. Wenn ich aber heute einen Verlag gründen würde, müsste ich wohl erst einmal 50% gewähren. Hingegen bietet im E-Book-Vertrieb Apple die besten Konditionen und verlangt nur 30%.

Doch zunächst zu Druck, Transport und Lagerung. Das sind recht schwer zu errechnende Werte, da sie abhängen von der Auflagenhöhe des gedruckten Buches, sowie von der Wahl des Materials. Klar, wenn ich viele bunte Seiten auf einem hochwertigen Papier haben möchte, wird der Spaß teurer, als wenn ich auf Farbe verzichte und braun-graues Recyclingpapier nehme. Ferner verlangt die Druckerei einen höheren Prozentanteil je geringer die Auflage ist. Lasse ich nur ein Buch ‚on Demand‘ drucken, schlagen die Kosten für die Prüfung der Daten, (gegebenenfalls) das Anfertigen der Druckvorlagen, das Hochfahren der Maschine und die Ausfälle durch Material- oder Maschinenfehler für die Druckerei viel höher ein, als wenn ich 1.000 Bücher im Bogenoffsetdruck produzieren lasse oder gar 50.000 im Rollenoffsetdruck. Dem gegenüber habe ich natürlich geringere Kosten für Lager und Transport, je geringer meine Auflage ist.

Trotz aller Widrigkeiten wollte ich gerne eine Zahl haben und habe mich im Internet auf die Suche begeben. Leider schweigen sich die Verlage über Produktionskosten weitgehend aus.
Recht gute Infos fand ich (mal wieder) beim Berlin Story Verlag sowie bei Turmsegler. Auch schön war diese Stimmensammlung bei boersenblatt.net.

Dennoch brachte mich das alles nicht wirklich voran in der Frage, wie viel Prozent denn nun Druck, Lager und Transport an den Produktionskosten ausmachen. Nach langer Suche habe ich bei Voland & Quist zumindest mal eine Zahl gefunden, die da jetzt so ganz ungeprüft steht. Wenn ich die Euroangaben überschlage, belaufen sich die Druckkosten auf etwa 14%. Händlerrabatt und Vertriebskosten (also auch Versand und Lager) fasst Voland & Quist zusammen. Gehe ich von 50% Prozent Händlerrabatt aus, dann bleiben noch etwa 7% für Lager und Versand. Schließlich kommt dann noch der Unterschied bei den Händlerrabatten.
Ich habe ja schon geschrieben, welchen Rabatt man bei Google (zwischen 48% und 55%) und bei Amazon (zwischen 31% und 65%) gewähren muss. Hinzu kommt der Rabatt von Apple. Der, wie oben schon geschrieben, folgendermaßen aussieht:

Apple 30% - wir 70%

Der Einfachheit halber gehe ich davon aus, dass unser E-Book nicht allzu viele Megabyte haben wird, sodass wir unsere „Liefergebühren“ niedrig halten und wir Amazon 40% Rabatt einräumen müssen. Bei Google hingegen kann ich nicht einschätzen, wie viele E-Books wir über Play und wie viele über angeschlossene Shops verkaufen, weshalb ich den Mittelwert nehme: etwa 52%.

Im Schnitt müssen wir also einen Händlerrabatt von 41% gewähren. Das sind noch einmal 9% weniger als im Handel mit gedruckten Büchern.

Alles in allem kommt heraus, dass die Produktionskosten von E-Books grob geschätzt 30% niedriger liegen als die von gedruckten Büchern.

Das Problem, das sich mir als nächstes stellt, ist die Frage, von welchem Buchpreis ich jetzt ausgehen möchte. Schließlich liegen Welten zwischen einem in Leder gebundenem Buch und einem Reclam. Ich hab da mal was vorbereitet™, eine Stichprobe gemacht und vollkommen willkürlich in mein Bücherregal gegriffen, um zehn verschiedene Bücher zu entnehmen und einen Mittelwert ihres Preises zu errechnen. Das teuerste war erstaunlicherweise kein Hardcover (von denen ich auch zwei gewählt habe) sondern ein ‚Lonely Planet‘ für 26,50 € und das günstigste erwartungsgemäß ein Reclam (Kafkas Prozess) für 2,10 €. Der Durchschnittspreis lag bei 12,07 €. Wobei zu erwähnen ist, dass meine Bibliothek recht Taschenbuchlastig ist. Aber darin sehe ich kein Problem, denn wenn man den amerikanischen E-Book-Markt ansieht, so stehen gerade Taschenbücher in direkter Konkurrenz zu E-Books.

70% von 12.07€ sind 8,45€.

8,45€ wäre also ein fairer Preis für ein E-Book.

Allerdings habe ich zwei Probleme mit dieser Zahl. Zum einen sind alle Werte, die ich oben angebe, recht wackelig. Zum anderen scheint sie mir nicht dem Leserwunsch zu entsprechen, signifikant günstiger zu sein als Printbücher. Kar: 30% sind 30% sind 30% und schließlich will ich ja meine Autoren beteiligen. Aber ein Buch gibt man für Leser heraus und was bringt mir alle Herrlichkeit, wenn es am Ende keiner kauft. Deshalb habe ich mir noch mehr Zahlen angeguckt:

Angebot und Nachfrage

Ich habe noch einmal etwas vorbereitet™ und wieder eine Stichprobe genommen (am 05. November 2012). Diese ergab, dass der durchschnittliche Preis für ein E-Book in Deutschland, unter der Berücksichtigung der Portale, in denen mein Buch präsent sein wird, zurzeit bei 6,02 € liegt.

Diese Zahl habe ich ermittelt, in dem ich den Durchschnittspreis der Top 10 bei Amazon, bei Apple und bei Google errechnete und daraus wieder den Durchschnitt bildete.

Im Detail sahen die Preise so aus:

Durchschnittspreis für E-Books bei Amazon: 6,68 €
Durchschnittspreis für E-Books bei Apple: 7,04 €
Durchschnittspreis für E-Books bei Google: 4,35 €

Wobei die ‚Shades of Grey‘-Trilogie mit jeweils 9,99 € den Preis wohl ziemlich nach oben getrieben hat. Ich denke, ich werde das mal beobachten.

Wenn ich aber den eben errechneten Preis marktüblich und applekonform abrunde, komme ich somit auf einen

Verkaufspreis von 5,99 €.

Und das erscheint mir sehr fair für die Leser. Obendrein dürfte auch noch nach dem Händlerrabatt genug übrig bleiben, sodass die Autoren nicht ganz leer ausgehen.

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E-Depesche, New Book, Check this out, fuck off and read, Nachrichten rund um E-Books, E-Book-News, E-Postkutsche, E-Taubenpost #3

Jedenfalls ist Folgendes in letzter Zeit passiert.

03.11.2012
heise hat ein Pamphlet ins Netz gestellt. Wonach die Welt schöne E-Books braucht. heise analysiert zutreffend, dass E-Books in Sachen Layout und Typographie noch in der tiefsten Steinzeit stecken. Über heise hinausgehend kann ich euch sogar drei Gründe dafür nennen:
1. Die zerklüfteten Formate. Es ist ja nicht einmal so, dass nur verschiedene Formate auf dem Markt sind, zudem wird der am weitesten verbreitete Standard ePUB von jedem Reader anders interpretiert. Sodass die Setzer lieber wenige Features einbauen als viele, um auf Nummer sicher zu gehen.
2. Die Setzer. Wenn man sich mal in einschlägigen Foren wie mediengestalter.info oder HilfDirSelbst.ch umschaut, findet man noch immer weitverbreitet die Klage, E-Books könne man gar nicht layouten. Dieses Vorurteil ist auf den fließenden Text zurückzuführen. Die Verlage setzen ihre Layouter an die E-Production, die seit Jahrzehnten für statische Buchseiten produziert haben. Doch die Regeln rund um Witwen und Waisen haben in einem variablen Text keine Bedeutung mehr. Statt dessen kann man mit Hilfe von CSS neue tolle Sachen anstellen. Aber das ist ein Wissen, das erst langsam von den Webdesignern rübergeschaufelt wird.
3. Das liebe Geld. Speziell in deutschen Verlagen gibt es derzeit zwei Paradigmen: ‚E-Books muss man haben‘ und ‚mit E-Books kann man kein Geld verdienen‘. Eine fatale Kombination, die dazu führt, dass alle E-Books quick and dirty konvertiert werden und das sieht man ihnen eben auch an.
Einen ersten Schritt, um dies zu ändern, finden wir bei Google, das Open-Source-Fonts, die weboptimiert sind, anbietet. Gewiss, letztlich kommt es wieder auf den Reader an, ob er die Schrift auch unterstützt. Technisch ist dies eigentlich kein Problem, da der Schriftsatz in der E-Book-Datei mitgegeben wird, aber gerade Apple ziert sich diesbezüglich öfter mal und möchte seinen Lesern nicht jede Schrift gönnen.

02.11.2012
ebooks-lesen.net berichtet, dass Thalia einen beleuchteten E-Reader auf den Markt bringen will mit dem unglaublich griffigen Namen „Cybook Odyssey HD FrontLight von Bookeen“. Der Reader soll 130 Euro kosten und dem beleuchteten Kindle Paperwhite Konkurrenz machen, der laut ebooks-lesen.net bis nächstes Jahr ausverkauft sein wird.

02.11.2012
Auf CARTA berichten Pia Ziefle und Vera Bunse mal wieder über Amazons merkwürdigen Umgang mit seinen Kunden und seinem DRM. Sie versuchen der Frage auf den Grund zu gehen, was denn eigentlich mit den Büchern auf dem Kindle passiert, wenn man sein Konto kündigt. Bislang ergebnislos, da Amazon auskunftsfreudig wie eh und je ist.

31.10.2012
Book To The Future meldet, dass der sehr gute Open Source ePUB-Editor Sigil mit der neuen Version 0.6 am Start ist. Sigil behauptet von sich selbst ein „What You See Is What You Get“-Editor zu sein, jedoch das ist reine Hybris. Aber wenn man in den Syntaxmodus umschaltet und in den Code abtaucht, ist es ein sehr gutes Tool. Das Besondere an Sigil ist, dass man ePUBs, die auf bestimmte Art gezippte Ordner sind, nicht entpacken muss, sondern direkt editieren kann. Leider unterstützt auch die neueste Version unverständlicherweise noch immer nicht ePUB3. Man muss sich also mit der Version 2 begnügen.
Ein weiteres Tool zur E-Production wanderte diese Woche durch meine Timeline. myebookmaker.com ist ein E-Book-Layout-Programm, das sich direkt aus dem Browser (chrome) heraus bedienen lässt. Leider sind die Infos, welche Formate unterstützt werden, ziemlich spärlich. Nur, dass E-Books für die großen Plattformen gemacht werden können, steht dort. Aber nicht, ob ePUB 2 oder 3 unterstützt wird und ob bereits Amazons kf8 oder noch den Vorgängerstandard unterstützt wird. myebookmaker.com behauptet zudem, einen ePUB-Validator anzubieten, jedoch der Link endet im Nirvana.
Doch ein solches Programm zur Syntaxprüfung von ePUBs (ePUBcheck) gibt es auch bei der IDPF online für nicht kommerzielle Zwecke oder zum Download als vertracktes Kommandozeilen-Tool. Wie man letzteres auf einem Server installiert, kann man seit einiger Zeit auf meBooks nachlesen.
Zudem bietet meBooks den Validator auch online an, solange die Bücher nicht größer als 10 MB sind und man nicht mehr als drei Bücher in 24h checkt.

31.10.2012
Außerdem fand noch die Konferenz ‚Books in Browsers statt‘. Deren Ergebnisse Publishers Weekly gut zusammenfasst.

Zu guter Letzt noch ein schönes Fundstück. Da ich mich hier ja schon öfter mit AGB auseinandergesetzt habe, präsentiere ich euch die besten AGB aller Zeiten!

P.S.: Seifenblasen!

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Für euch gelesen: die Google Play AGB

Also eigentlich: Die AGB zum Google Buch Partner-Programm und die Google E-Books Ergänzungsvereinbarung, aber, da man die Überschrift eines Textes immer zuerst liest, habe ich das mal etwas griffiger formuliert.

Bild der AGB von Google Play

Vorneweg wieder der Hinweis: natürlich übernehme ich keine Gewähr. Google wird die Vereinbarungen beliebig im Laufe der Zeit ändern, außerdem habe ich nicht Jura studiert, mich nur schon ein paar Mal mit E-Book-Vertriebsverträgen beschäftigt (etwa hier) und das ganze ist natürlich nicht vollständig. Wollt ihr Rechtssicherheit, dann meldet euch bei Google Books an und lest selbst nach. Jetzt aber los!

Um bei Google Play E-Books zu verkaufen, muss man zunächst den AGB für das „Google Buch Partner-Programm“ zustimmen. Dieses Programm beschäftigt sich weitgehend mit dem – so komisch das klingt – klassischen Google Books. Das heißt, mit der damals hochumstrittenen Aktion von Google, Bücher einzuscannen und so für die Suchmaschine indizierbar zu machen. Entsprechend haben die ganzen AGB ziemlich wenig mit unserem Anliegen zu tun, weswegen ich sie hier lakonisch zusammenfasse mit:

Der Verlag muss Google seine Bücher schicken, Google scannt die ein, präsentiert sie dann auf Google Books und beteiligt den Verlag an den Werbeeinnahmen. Google schickt die eingescannten Bücher nicht zurück und darf im Übrigen so ziemlich alles damit machen, garantiert aber für nichts und der Verlag bekommt Kohle nach Googles Gutdünken dafür.

Damit kommen wir zur Ergänzungsvereinbarung für E-Books und bleiben bei den Zahlungen. Denn eines fiel mir als erstes auf. Google schweigt sich darüber weitgehend aus. Die einzige Zahl, die ich finden konnte ist folgende: Wenn Google Bücher über Drittanbieter verkauft, erhält der Verlag einen Anteil von 45% des Nettopreises. Auch im Netz, mit Hilfe einer gewissen Suchmaschine, findet man nur sehr mühsam Informationen. Ich hatte schließlich bei buchreport Glück, der behauptet mehr zu wissen, nämlich dass Verlage beim Direktverkauf über Google Play 52% des Nettopreises bekommen. Wenn man allerdings sieht, was buchreport zu Amazons Tantiemen schreibt, ist diese Zahl mit Vorsicht zu genießen, denn was da über Amazon steht, ist schlichtweg falsch. Ich berichtete über die wahren Zahlen.

Gehen wir davon aus, dass die Zahlen stimmen, dann sind das extrem schlechte Zahlen. Schlechter als die Bedingungen, die die Großhändler im Printbereich gewähren, die liegen nämlich üblicherweise bei 50-60% des Bruttopreises für den Verlag. Ich werde mich mit der Preisgestaltung für E-Books noch eingehender beschäftigen, aber außer mit Marktmacht (die Google jedoch noch gar nicht hat) lassen sich die Zahlen der Kalifornier nicht begründen, denn schließlich fallen die Kosten für Lager und Transport, die die Printbuchhändler zu stemmen haben, weg. Klar muss Google Server betreiben und eine Shopinfrastruktur liefern, aber beides machen sie einerseits sowieso und bekommt andererseits die Konkurrenz von Amazon und Apple, die den Markt wirklich beherrscht, günstiger hin. Der einzige Vorteil Googles gegenüber Apple und Amazon ist die Bereitstellung dieser „elektronischen ISBN“, von der ich immer noch nicht genau weiß, was sie eigentlich sein soll. (Aber noch immer am recherchieren bin).

Nun gut, kommen wir zum Rest der Ergänzungsvereinbarung. Die ist zwar wesentlich knorriger geschrieben als die von Amazon, welche sich dagegen las wie ein leichter, grau schattierter Roman, enthält aber letztlich nur wenige Überraschungen, soweit sie mir auffielen.

Die Stolperfallen der Google Play AGB

  • Google behält sich das Recht vor, die E-Books zu verändern.
  • Google wird die E-Books auch an lizenzierte Händler weiterverkaufen.
  • Wenn ihr euren Vertrag mit Google kündigt, dürfen die Kunden die E-Books natürlich behalten.
  • Google darf bis zu 20% der Bücher umsonst präsentieren.
  • Ihr könnt zwar angeben für welche Regionen der Welt ihr die Rechte an den E-Books haltet, Google übernimmt aber keine Gewähr, dass die Bücher nicht sonst wo verkauft werden können. Können sie nämlich nicht, wie ihr feststellen werdet, wenn ihr mal „VPN-Tunnel“ googelt.
  • Google und seine Freunde dürfen nach eigenem Ermessen den Verkauf eurer E-Books wieder einstellen.
  • Google darf im Rahmen von Marketingmaßnahmen Marken nutzen, auf die ihr die Rechte haltet, etwa euer Logo.
  • Der Verlag ist für die Einhaltung der Buchpreisbindung verantwortlich. Sind die Bücher nicht preisgebunden, kommt ein langer Rattenschwanz an Bestimmungen, wie Google den Preis gestalten darf, der uns aber nicht interessiert, wie ich ja schon erläutert habe.
  • Interessant ist dabei lediglich, dass Google einen Paketpreis für die Kombination Print und E-Book ermöglicht, „sofern der mit der Buchpreisbindung vereinbar ist“. Da das eine spannende Marketingmaßnahme wäre, werde ich da noch einmal beim Börsenverein nachhaken.
  • Google wird eure Tantiemen spätestens 60 Tage nach Abrechnungsmonatsende überweisen, sofern der Betrag höher als 100$ liegt, anderenfalls darf Google warten, bis der Hunderter erreicht ist. Solltet ihr oder Google den Vertrag kündigen, wird Google den Restbetrag innerhalb von 90 Tagen auszahlen, es sei denn, er liegt unter 1$.
  • Google muss euch natürlich keine Tantiemen zahlen, wenn die Käufer die E-Books zurückgegeben haben, in Deutschland zum Beispiel darf man ja über das Internet gekaufte Waren innerhalb von 14 Tagen zurückgeben. Google zahlt auch nichts aus, wenn das E-Book „betrügerisch“ von einem Kunden erworben wurde, etwa mit einer geklauten Kreditkarte.
  • Ihr dürft Google E-Books nicht missbrauchen, etwa als Spamschleudern, Viren-, Trojaner- oder allgemein Mallware-Lieferanten.
  • Google behält sich das Recht vor, Den Preis des E-Books an den Käufer „nach eigenem Ermessen“ zurückzuerstatten.
  • „Mit Google verbundene Unternehmen“ dürfen Kreditauskünfte über euch einholen.
  • Sowohl ihr als auch Google dürfen den Vertrag mit einer Frist von 30 Tagen kündigen. Es gibt ferner noch diverse Möglichkeiten der außerordentlichen Kündigung.
  • Ihr könnt Google schriftlich auffordern eines oder mehrere Bücher aus dem Verkauf zurückzuziehen.
  • Auch nach Kündigung des Vertrages dürfen die Endnutzer bereits gekaufte Bücher behalten.
  • Ihr habt zu gewährleisten, dass alle Infos, die ihr Google übermittelt, korrekt und aktuell sind, ihr über alle Rechte und Genehmigungen an euren E-Books verfügt, ihr nicht gegen geltendes Recht verstößt, ihr keine Malware in eure E-Books gepackt habt und eure Bücher von zufrieden stellender Qualität sind.
  • Ferner – und das ist vielleicht der problematischste Punkt – gewährleistet ihr, dass die Autoren eurer E-Books auf ihre „Urheberpersönlichkeitsrechte“ verzichten, respektive diese nicht gegen Google durchsetzen. Ich habe das mal gegoogelt 🙂 und zu den Urheberpersönlichkeitsrechten gehören: das Veröffentlichungsrecht, also dass der Urheber bestimmen darf, was veröffentlicht wird. Gut, das ist nicht problematisch, aber es geht weiter: Das Benennungsrecht. Der Urheber darf dem Werk den Namen geben. Das heißt mit anderen Worten: Google darf eure Bücher umbenennen. Schließlich gehört zu den Urheberpersönlichkeitsrechten auch das Beeinträchtigungsverbot: dass der Urheber bestimmen darf, welche Änderungen am Werk vorgenommen werden dürfen. Womit wir wieder bei dem Punkt von oben wären, dass Google die E-Books quasi umschreiben darf. Ich frage mich, in wie weit dieser Verzicht im Namen Dritter nach deutschem Recht überhaupt zulässig ist, glaube allerdings nicht, dass er letztlich weitgehend angewendet wird. Zumindest in Bezug auf das Beeinträchtigungsverbot habe ich beim Kauf von E-Books im Play-Store gesehen, was Google damit meint: sie packen nämlich Screenshots des Seitenlayouts im „Standardzoom“ in die Datei. Aufgrund des flexiblen Textflusses in der ePUB-Datei kann ein aufwändiges Layout auf einem kleinen Handydisplay schon einmal zerschossen werden. Dann sieht man mit dem Screenshot zumindest, wie sich das der Setzer eigentlich gedacht hatte. Allerdings weiß ich natürlich nicht, ob dies die einzige Veränderung ist, die Google jemals an E-Books vornehmen wird.
  • Ihr stellt Google von sämtlicher Haftung frei.
  • Schön finde ich: keine Partei ist berechtigt, Rechten oder Verpflichtungen ohne vorherige schriftliche Zustimmung des anderen an Dritte abzutreten. Ausgenommen sind „mit Google verbundene Unternehmen“. Mit anderen Worten: Google darf das, ihr nicht.
  • Gleiches gilt für das Entstehen von Rechten oder Vorteilen.
  • Die Egänzungsvereinbarung unterliegt deutschem Recht.
  • Wenn es Stress zwischen euch und Google gibt, soll zunächst eine Mediation einberufen werden.

Das war es.

Solltet ihr noch Fragen haben, empfehle ich die Lektüre des entsprechenden Hilfethemas bei Google selbst: Support zum Google Books Partnerprogramm

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Tantiemen bei Amazon – kindle direkt publishing

Der vielleicht wichtigsten Frage im E-Book-Vertrieb habe ich mich noch gar nicht gewidmet: Was verdient man denn da eigentlich? Anfangen will ich mit dem Marktführer, quasi dem Drive-In des Indiepublishings: Amazon.

Ein wenig Kleingeld

Bei Amazon verdient man wohl eher Kleingeld

Zunächst einmal gibt es bei Amazon zwei verschiedene Tantiemen-Modelle. Zum einen die Rundum-sorglos-aber-nur-35%-Option und zum anderen die Wir-nennen-es-70%-das-kommt-bei-der-Presse-gut-an-Option.

Man muss also erst einmal wählen, ob man 35% Tantiemen möchte oder doch lieber 70%. Und dass Qualitätsjournalismus und Netzgemeinde nicht schon ob dieser mysteriösen Wahl ins Grübeln gerieten, sondern Amazon im Kim-Jong-Il-Style für seine autorenfreundliche Preispolitik feierten, spricht für sich selbst.

Also steigen wir noch einmal hinab in die Tiefen der AGB des Kindle Direktvertriebs und schauen uns an, vor welche Wahl uns da die Sphinx tatsächlich gestellt hat:

Zunächst die 35%.

Die gelten weltweit mit der Formel:

35% x Listenpreis = Tantiemen

Es sei denn, sie muss an Wettbewerbspreise angepasst werden, also euer Buch wird woanders günstiger verkauft. Ferner dürft ihr euren Preis frei bestimmen solange er zwischen 0,86 € und 173,91 € liegt – das dürfte machbar sein. „Listenpreis“ ist übrigens ganz wörtlich zu nehmen, in eurem kdp-Konto könnt ihr die Preise eingeben. „Hurra, hurra, alles ist einfach, alles ist wunderbar.“

Anders hingegen bei der so genannten 70%-Option.

Dieser liegt nämlich folgende Formel zugrunde:

70% x (Listenpreis – Versandkosten) = Tantiemen

Versandkosten? Bei E-Books? Werden die am Ende auf CD gebrannt und mit – gnade uns Gott – Hermes verschickt? Ganz so schlimm ist es zwar nicht aber nicht minder absurd. Amazon verlangt nämlich für die Auslieferung eurer E-Books 0,12 € pro angefangenem Megabyte. Ja, das ist korrekt! Ein Roman mit 200.000 Zeichen ohne nennenswerte Bilder dürfte im Mobipocketformat ca 3-5 MB groß sein. das heißt, ihr kommt ganz gut weg. Anders hingegen sieht es aus, wenn ihr ein „enhanced E-Book“ anbietet. Also eines, das mit multimedialen Inhalten angereichert wurde, dann habt ihr nämlich ganz schnell einige hundert Megabyte oder sogar ein paar Gigabyte zusammen. Rechnen wir das mal kurz durch. Wollt ihr die 70%-Option spielen, muss euer Listenpreis zwischen 2,60 € und 9,70 € liegen. Wir nehmen 9,70. Unser Buch ist 1 GB groß, also 1000 MB. Eure Tantiemen belaufen sich folglich auf:

70% x (9,70 - 1000 x 0,12) = -77,21 €

Mit anderen Worten: ihr dürft Amazon für jedes ausgelieferte E-Book 77,21 € zahlen. Wer da nicht die 35%-Option wählt, ist selbst schuld. Zum Glück dürft ihr die Tantiemen für jedes Buch individuell festlegen, könnt das also vorher immer durchrechnen.

Amazon begründet die Liefergebühren übrigens mit ihrem „Wispernet“ also der Möglichkeit, E-Books mit dem Kindle jederzeit via Handynetz zu beziehen. Allerdings war das ein Vertriebsweg, der für den klassischen Kindle galt. Mittlerweile haben sie zum einen – habe ich gehört – das weltweite Wispernet gekappt, also kannst du nicht länger mit deinem deutschen Kindle auch in Neuseeland Bücher runterladen, zum anderen verfügt zumindest der Kindle Fire auch über W-LAN und obendrein gibt es die Kindle App für so ziemlich jedes Betriebssystem. Mit anderen Worten: es wird nur ein Teil der E-Books via Wispernet ausgeliefert, aber das stört Amazon nicht.

Mit der 70%-Option gehen übrigens noch weitere Beschränkungen einher:

  • Sie findet zunächst nur Anwendung in Andorra, Österreich, Belgien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, Luxemburg, Monaco, San Marino, der Schweiz, Spanien, dem Vereinigten Königreich, den USA und im Vatikan. Ferner unter bestimmten Bedingungen in Indien. Im Rest der Welt gilt wieder automatisch die 35%-Option. Sollte Amazon zudem gezwungen sein, den Listenpreis an Mitbewerber anzupassen, nehmen sie plötzlich auch noch die Steuern mit in die Gleichung hinein.
  • Der Listenpreis muss mindestens 20% niedriger sein als der eines inhaltsgleichen gedruckten Buches.
  • Die Inhalte dürfen nicht gemeinfrei sein. Ihr könnt also nicht eine Neuedition Shakespeares zu 70% verkaufen. Allerdings wird es wohl auch mit Bloginhalten unter CC-Lizenz problematisch. Fraglich ist nur, inwieweit Amazon das überprüft.
  • Ferner müsst ihr das E-Book selbst layouten sowie mit einem Cover versehen und könnt nicht einfach den Text hochladen und Amazon die Arbeit machen lassen, was bei 35% auch möglich ist.
  • Aber der schönste Punkt ist: solltet ihr irgendeine Richtlinie der 70%-Option verletzen, reduziert Amazon die Tantiemen automatisch wieder auf 35%. Dies gilt auch nachträglich für bereits ausgezahlte Tantiemen! Zugleich behält Amazon sich aber vor, die Regeln für die 70%-Option jederzeit zu ändern!

Ich muss schon sagen, Leute, ihr habt Recht: Amazon ist fantastisch für Selbstverlage!

Allerdings glaube ich nicht, dass Amazon zumindest die MB-Grenze langfristig aufrechterhalten kann. Dagegen sprechen folgende Gründe:
Apple drängt massiv auf den Markt mit enhanced E-Books. iBooks Author macht es kinderleicht, Videos und Animationen in ein E-Book einzubinden. Apple selbst empfiehlt dabei, dass E-Books nicht größer als 2 Gigabyte sein sollten. Um der Konkurrenz zu begegnen hat Amazon sein Tablet Kindle Fire auf den Markt gebracht und ins neueste Format kf8 viele Optionen für multimediale Anreicherung mit aufgenommen. Der Kindle Fire wird quersubventioniert. Amazon macht pro Verkauf Verluste und hofft die wieder einzufahren, indem die Kunden dann im großen Stil (unter anderem) E-Books bei Amazon kaufen. Aber wie soll das funktionieren, wenn alles multimediale sich im Verkauf nicht wirklich lohnt und das Internet mit YouTube und Co. nur einen Klick entfernt ist?

Es bleibt zumindest spannend. Morgen zeige ich euch, wie es bei Google Play so mit dem Geldverdienen aussieht (Auch nicht sonderlich rosig).

Quelle: Amazon – kdp Preisseite

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Für euch gelesen: Die AGB von Amazon – kindle direct publishing

Der kleine Grammatiknazi in mir kann sich folgenden Vorabkommentar nicht verkneifen: AGB steht für Allgemeine GeschäftsbedingungEN. Plural. Das heißt, dass man niemals nie, nicht, auf keinen Fall AGBs schreibt. Und jeder, der es doch tut, landet später einmal in der Grammatikhölle!
Foto von den AGB des kindle direct publishing
Doch zum Thema: Die häufigste Lüge im Internet ist laut Terms of Service – Didn’t Read „Ich habe die Nutzungsbedingungen gelesen, verstanden und stimme ihnen zu“. Amerikanische Wissenschaftler™ haben herausgefunden, dass man im Jahr 201 Stunden (also 25 Arbeitstage) damit verbringen müsste, die AGB von all den Webdiensten zu lesen, die man den lieben langen Tag so benutzt. Das ist ja jetzt schlechterdings nicht praktikabel. Allerdings auch kein Grund in Gram zu versinken, denn in den AGB dürfen nach deutschem Recht „keine von der wesentlichen Erwartung abweichenden Regelungen getroffenen werden.“ Will sagen, ihr könnt eure Seele nicht verkaufen, selbst wenn Facebook, Google oder eben Amazon das reinschrieben.

Nichtsdestotrotz habe ich mich mal hingesetzt und mir die AGB vom „kindle direct publisihing“-Programm von Amazon zu Gemüte geführt, um euch im Stile von Terms of Service – Didn’t Read einen Überblick über einige Punkte zu ermöglichen.

Disclaimer!

Ich bin kein Jurist und übernehme entsprechend keinerlei Gewähr, dass das, was ich da herausgelesen habe, stimmt und natürlich ist es nicht vollständig. Ich bin einfach nur ein sprachkompetenter Mensch, der in seinem letzten Job den einen oder anderen Vertrag rund um den E-Book-Vertrieb gelesen hat und fasse hier zusammen, was mir so aufgefallen ist. Ich kann schon allein deswegen nicht garantieren, dass das hier Geschriebene richtig ist, weil sich diese AGB im Laufe der Zeit ändern, ich aber diesen Artikel nicht aktualisieren werde. Wer Rechtssicherheit will, der kann die AGB hier nachlesen.

Los geht’s:

  • Zunächst schreibt Amazon erst einmal, dass die AGB, die sie einem präsentieren, gar nicht gelten, sondern nur die englische Fassung und dass sie einfach aus Nettigkeit auch eine deutsche Version geliefert haben.
  • Klar ist, dass man am KDP nicht teilnehmen kann, wenn man den Bedingungen nicht zustimmt und das man für die Zustimmung gegebenenfalls bevollmächtigt sein muss, wenn man sie für jemand anderen tätigt (Etwa für einen Verlag).
  • Amazon darf die Bestimmungen jederzeit ändern.
  • Amazon darf dein Konto und damit den Vertrag jederzeit kündigen und muss dies nur 5 Tage vorher ankündigen. Ferner dürfen sie dein Konto auch ohne Benachrichtigung nach Lust und Laune sperren.
  • Selbst wenn der Vertrag gekündigt wurde, dürfen die Kunden die E-Books behalten. Logisch.
  • Du darfst nur ein Konto bei KDP führen und musst dafür deine richtigen Daten angeben. Warum letzteres sowieso notwendig ist, habe ich hier erklärt.
  • Amazon sendet keine Dateien zurück, auch wenn der Vertrag beendet wurde. Bei digitalen Gütern ist das ja auch unsinnig.
  • Du musst sicherstellen, dass deine E-Books frei von Malware sind.
  • Amazon darf das E-Book, den „Umschlag“, also die Coverdatei und die Metadaten mehr oder weniger nach eigenem Gusto verändern.
  • Du darfst keine Werbung innerhalb deines E-Books präsentieren.
  • Amazon darf dein E-Book jederzeit ablehnen oder aus dem Vertrieb zurückziehen. Letzteres kündigen sie wieder fünf Tage im Voraus an.
  • Amazon darf Teile des E-Books im Rahmen von Werbung kostenlos anbieten.
  • Kunden dürfen die E-Books verleihen. Wenn man sich für die 35%-Lizenzgebühr-Option entscheidet, kann man das Verleihen verbieten. (Über die Preise und Tantiemen werde ich hier demnächst noch ausführlich schreiben).
  • Wenn andere Händler, die dein E-Book auch führen, das Verleihen erlauben, dann darfst du diese Option nicht bei Amazon verbieten.
  • Wenn man sich nicht an die Inhaltsrichtlinien für E-Books von Amazon hält, verliert man seinen Anspruch auf Tantiemen.
  • Wenn dein Konto gekündigt wurde und du eröffnest einfach ein neues, ohne das Amazon dir das erlaubt hat, erhältst du keine Tantiemen von dem neuen Konto.
  • Du räumst Amazon ein nicht ausschließliches Vertriebsrecht für deine E-Books ein. Das heißt: du darfst deine E-Books auch woanders verkaufen. Ausnahme bildet das Programm KDP-Select. Bei dem räumst du Amazon für 90 Tage exklusive Rechte ein und bekommst dafür tolle Sachen. Da das für mich nicht in Frage kommt, habe ich mich nicht weiter damit beschäftigt.
  • Amazon kann dir DRM (Digitales Rechte Management), also Kopierschutz, anbieten, muss das aber nicht. Außerdem übernimmt Amazon keine Gewähr, dass der Kopierschutz funktioniert.
  • Du behältst sämtliche Rechte an dem Buch (Urheberrecht etc.) räumst nur das nicht ausschließliche) Vertriebsrecht Amazon ein.
  • Wenn du dein Coverbild automatisiert von Amazon erstellen lässt (bist du schön blöd. Pardon.) dann bleiben sämtliche Rechte für dieses Bild bei Amazon.
  • Es gibt eine Geheimhaltungspflicht für den Vertrag. Die extrem lächerlich ist, da der Vertrag ja hier online steht.
  • Amazon übernimmt quasi überhaupt keine Gewährleistung, dass dein Buch verkauft wird und am Ende auch bei den Kunden landet.
  • Bei Vertragsstreitigkeiten darfst du nicht vor Gericht gehen, sondern musst ein Schiedsverfahren bei einer Organisation in den USA ankurbeln. Die Kontaktdaten stehen in den AGB.
  • Du darfst keine Sammelklagen gegen Amazon betreiben oder daran teilnehmen.
  • Abschließend kommen noch die Bestimmungen zu KDP Select, die hier – wie gesagt – nicht interessieren, die Preisliste, die ich noch gesondert behandeln werde und immer die letzten Änderungen an den AGB noch einmal zusammengefasst.

So, jetzt wisst ihr, worauf ihr euch da einlasst. Viel Spaß. Mein nächster Artikel widmet sich der Anmeldung bei Google, die schon wesentlich vertrackter ist als das KDP.

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kindle direct publishing

Screenshot der Seite kdp.amazon.com – kindle direct publishing

Ich habe mich entschieden, mit den Anmeldungen zu beginnen, denn die sind nach meiner Erfahrung mit den meisten Komplikationen verbunden. Allerdings gilt das nicht für Amazon. So sehr ich über das Amazon-Format unten gelästert habe, so wenig gilt diese Kritik für den Vertriebsweg. Das hat Amazon schon spitze gemacht und ein einfaches Tool geliefert, mit dem jeder schnell publizieren kann.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Nichts weiter als ein stinknormaler Amazon-Käufer-Account.

Ihr surft auf kdp.amazon.com klickt auf ‚Anmelden’ hackt Eure Daten in die Maske und schon öffnet sich das Fenster, dass ihr die ‚Kindle Direct Publishing Geschäftsbedingungen’ gelesen und akzeptiert habt. Da wir alle wissen, dass dies die größte Lüge im Netz ist und ihr sowieso keine andere Wahl habt, als zuzustimmen, werde ich hier im nächsten Blogpost kurz die Fallstricke zusammenfassen, damit ihr wisst, für was ihr eure Seele verkauft habt.

Wenn ihr also die AGB akzeptiert hat, kommt höchstwahrscheinlich die Meldung, dass eure Kontodaten unvollständig sind und ihr sie ergänzen müsst, bevor ihr publizieren könnt. Verlangt werden Name, Adresse und Kontoverbindung.

Kleiner AGB-Spoiler: ihr habt eben zugestimmt, dass ihr hier nur Klarnamen verwendet, was ihr auch tun solltet, wie ihr gleich sehen werdet.

Anschließend müsst ihr den Auszahlungsweg für eure Tantiemen für alle Amazon-Seiten festlegen. Bei den Amazon-Seiten aus dem Euro-Raum könnt ihr (zumindest solange es den Euro noch gibt) die Auszahlung via Überweisung wählen und mit eurer IBAN und eurer BIC die Bankverbindung angeben. IBAN und BIC stehen in der Regel auf eurer EC-Karte. Nicht wundern: in die IBAN ist die Kontonummer schon integriert, daher braucht man die nicht extra anzugeben.
Sobald nun eine Tantiemen-Summe von 10€ zusammengekommen ist, wird sie von der jeweiligen Amazon Seite (.de, .fr, .it und .es) auf euer Konto überwiesen.
Anders sieht es bei den anderen Amazon-Seiten aus. Da werden die Tantiemen per Scheck ausgezahlt, wenn 100 Piepen in der jeweiligen Währung zusammengekommen sind. Und das ist genau der Grund, wegen dessen ihr den richtigen Namen und die richtige Adresse angeben solltet.

Abschließend könnt ihr euch noch die Kontendetails als Mail zuschicken lassen, um alles Schwarz/Amazon-Blau-Gelb auf Weiß zu haben und damit ist eure Anmeldung abgeschlossen.

Herzlichen Glückwunsch, ihr könnt jetzt beginnen zu publizieren!

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