Archiv der Kategorie: Google-Suche

Antwort auf die Google-Suche: Kindle, PDF, sauberes ePub und Rechtliches

Ihr fragt, ich antworte. Erstaunlich viele Menschen werden von Google mit ganz konkreten Fragen zu mir geschickt und erstaunlich viele dieser Fragen kann ich beantworten. So zum Beispiel die folgenden.

Screenshot Google-Suche

Screenshot Google-Suche

„Bücher verkaufen“ Kindle Paperwhite 

Zunächst einmal bleibt festzustellen, dass es prinzipiell egal ist, ob du Bücher für den klassischen Kindle, den Kindle touch oder den Kindle Paperwhite verkaufen möchtest. Lediglich beim Kindle Fire stehen dir ein paar Features mehr, wie fixed Layout oder Multimedialität zur Verfügung.

Was brauchst du, um Bücher bei Amazon verkaufen zu können? 

Zunächt ein Konto bei Kindle Direct Publishing. Das klickst du dir in fünf Minuten, wie ich bereits erklärt habe. Dann brauchst du mittlerweile auch eine amerikanische Steuer ID. Wie du an die kommst, habe ich auch bereits erklärt. Das ist zwar unwesentlich schwerer aber auch keine Hexerei. Sollten dennoch Probleme auftreten, kann ich gerne behilflich sein. Dann musst du natürlich Inhalt haben. Sollte dieser im Fließtext vorliegen, ist der einfachste Weg, ihn im ePub-Layout-Programm Sigil zu setzen. Sigil ist Opensource und entsprechend kostenlos. Es hat einen What-You-See-Is-What-You-Get-Editor aber auch eine HTML-Ansicht. Denn ePub, genau wie mobi sind HTML-Dialekte. Hier im Blog findest du alles relevante zum Layout unter dem Tag #ePrdctn, mit dem du auf Twitter auch weitere spannende Tipps findest. Ist dein Buch fertig gesetzt, wandelst du es am besten mit dem Kindle-Previewer um. Auch beim Layout bin ich gerne behilflich, wenn ihr mal ein Problem habt. Sofern es sich da nur um Kleinigkeiten handelt, mache ich das übrigens in der Regel umsonst. Anschließend lieferst du deine Daten bei Amazon an, das ist auch ziemlich einfach. Das Spannenste dabei ist noch, dass du dich zwischen 35% und 70% Tantiemen entscheiden musst.

Du wirst wahrscheinlich nicht unglaublich viel verdienen mit deinem E-Book, aber das was du verdienst, musst du dann natürlich versteuern. Ich habe mich schlau gemacht und in Deutschland giltst du als Händler, wenn du E-Books über kdp verkaufst. Das heißt, du kannst das nicht als freiberufliche Tätigkeit versteuern, sondern musst ein Gewerbe anmelden. Dafür musst du (zumindest in Frankfurt) aufs Ordnungsamt. Die Anmeldung selbst dauert aber nur fünf Minuten und die Beamten beraten dich, was du wie machen musst. Das ganze kostet dann auch noch einen zweistelligen Eurobetrag Bearbeitungsgebühr. Nach ein paar Wochen bekommst du dann ein Formular vom Finanzamt, in dem du angeben musst, mit welchem Gewinn du rechnest. Da das im Normalfall keine Unsummen sein werden, kannst du einen Antrag auf Anerkennung als Kleingewerbetreibender stellen, dann brauchst du keine Gewerbe- und keine Mehrwertsteuer zu zahlen, sondern nur deinen Gewinn versteuern…

Wem das alles zu tricky ist, dem biete ich, wie viele andere auch den Service an, dass ich das alles übernehme. Im Gegensatz zu manch anderem, verlange ich dafür keine Bearbeitungsgebühren, sondern lediglich eine kleine Gewinnbeteiligung. Welchen Service ich insgesamt anbiete, findet ihr hier. Aber bevor das hier noch zur Werbeveranstaltung verkommt, schnell weiter zur nächsten Frage:

PDF zu sauberen ePub

That’s a tricky one. Das Grundproblem ist, dass du das properitäre, seitenbasierte PDF-Format in einen offenen, auf HTML-basierenden, responsiven Standard wandeln musst. Dafür stehen dir im Grunde zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Am saubersten wird es, wenn du Zeile für Zeile und Absatz für Absatz von Hand kopierst und dann noch die ganze Worttrennungen im HTML von Hand korrigierst. Das ist natürlich ein einziger „Pain in the Ass“, weswegen du diese Arbeit auch von meiner Nemesis Calibre erledigen lassen kannst.

Aber Calibre macht eines genau nicht: sauberes ePub. Das kannst du ihm in diesem Fall nicht einmal verdenken, denn das Problem ist einfach, dass PDF so störrisch ist und Calibre schlichtweg nicht entscheiden kann, was eine relevante Information ist und was nicht. So bleibt dir auch nach der automatischen Konvertierung nichts anderes übrig, als den Quelltext noch einmal von Hand durchzugehen und die ganzen unsinnigen HTML-Auszeichnungen und CSS-Befehle, die wahrscheinlich entstanden sind, rauszulöschen.

Eine Frage geht noch:

Kindle Direct Publishing rechtlich

Es gibt im Wesentlichen vier rechtliche Punkte zu beachten, wenn du E-Books bei Amazon verkaufen willst:

  1. Du brauchst eine amerikanische Steuernummer.
  2. Du musst das Urheberrecht berücksichtigen, darfst also keine Inhalte veröffentlichen, an denen du nicht die Rechte hältst.
  3. Du musst das Markenrecht beachten, darfst also keine eingetragenen Markenzeichen etwa als Titel deines Buches verwenden. Anders sieht das möglicherweise aus, wenn du über ein entsprechendes Produkt schreibst, konsultiere hierzu einen Anwalt.
  4. Und du musst ein Gewerbe anmelden, um deine Einnahmen richtig versteuern zu können.

Wie immer gilt übrigens: Ich bin kein Jurist, sondern nur stinknormaler Indie-Publisher. Wenn du sicher gehen willst, dann frag einen Fachmann.

Haut Fragen und/oder Anregungen einfach in die Kommentare, dann freue ich mich. Genauso freue ich mich natürlich auch, wenn Ihr diesen Post weiterverbreitet oder mich flattert.

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DRM knacken – ein paar Fakten zum Entfernen von Kopierschutz

Auf dieses Blog schickt Google immer wieder Menschen, die wissen möchten, wie man DRM entfernt. Gelegentlich erreichen mich sogar entsprechende Anfragen per Mail. Um es gleich zu sagen: Ihr seid hier falsch. Googelt weiter, ihr solltet schnell zu einer Quelle gelangen, die Euch weiterhilft. Warum ich euch nicht helfe? Weil das Umgehen von DRM verboten ist. Halt, stopp. Das stimmt so nicht ganz. Ich sollte einen Schritt zurücktreten…

Rusty padlock

„Rusty padlock“ von Oxfordian. Lizenz: CC BY-ND 2.0

Amazon, der dunkle Lord des DRMs

Zunächst: was ist DRM? DRM steht für Digital Rights Management oder Digitales Rechte Management und bezeichnet eine bestimmte Form von Kopierschutz. Ausführlich habe ich das hier beschrieben. Ich verachte DRM! DRM ist falsch und schädlich, weil es die falschen, nämlich die ehrlichen Kunden bestraft. Die Tendenz von Autoren, Verlagen und Händlern, Kunden immer mehr als Feinde und potentielle Gegner zu betrachten, ist eine katastrophale Entwicklung, die uns allen noch einmal leid tun wird. Auch das habe ich schon einmal behandelt. Der jüngste Fall, der zeigt, wie absurd DRM ist, geht natürlich wieder einmal auf das Konto von Amazon.

Amazon hatte Kundenkonten von Käufern gesperrt, die zu oft Produkte zurückgeschickt haben. Das ist Amazons gutes Recht. Ein Händler ist keine Wohltätigkeitsorganisation, er will Gewinn machen und wenn ein Vertragspartner durch zu häufige Retouren mehr kostet als einbringt, kann Amazon eben sagen: gut, dann handele ich eben nicht mehr mit dir! Das Problem ist aber, dass Amazon mittlerweile nicht mehr nur Händler ist, sondern auch Anbieter von digitaler Infrastruktur. In Bezug auf E-Books zeigt sich das so, dass mit der Kontosperrung sämtliche E-Books auf dem Kindle, die mit DRM versehen waren, auch futsch waren. Auch das ist rechtlich in Ordnung, denn in den AGB hat Amazon das festgelegt. DRM räumt eben nur ein Nutzungsrecht ein, keinen Besitz. Aber es ist moralisch falsch! Daher muss ich sagen, wer E-Books von DRM befreit, um Sicherheitskopien zu machen, handelt zwar rechtlich falsch, hat aber meines Erachtens die Moral auf seiner Seite.

Nebenbei führt diese Praxis von Amazon zu der ihnen sicherlich nicht genehmen Nebenwirkung, dass ich, der ich selbst über kdp und das Afilliate-Programm Geld mit Amazon verdiene, mir mittlerweile zweimal überlege, ob ich selbst auch bei Amazon einkaufen soll. Denn angenommen, ich muss ein paar mal hintereinander Produkte zurückschicken, nicht aus bösem Willen, sondern weil tatsächlich unglückliche Umstände dazu führten. Das könnte mich dennoch, quasi als Kollateralschaden, auf die rote Liste von Amazon führen und  – schwupp – wären auch mein kdp-Konto und das Partner-Konto weg. Doch zurück zum DRM…

Urheberrecht, Kopierschutz und die Digital-Analog-Schranke

DRM zählt, wie gesagt, zu den Kopierschutzmethoden. Und diese zu knacken ist in Deutschland seit dem sogenannten „ersten Korb“ der Urheberrechtsreform im Jahre 2003 verboten. Davor war es erlaubt, solange man sich im Rahmen der Privatkopie bewegte. Also wenn man eine Kopie etwa zum Zwecke einer Sicherheitskopie macht oder um sie an einige wenige Freunde oder Verwandte weiterzugeben. Wer sich für diese Thematik interessiert, dem empfehle ich natürlich (wieder einmal) Blackbox Urheberrecht… 😉

Aber, es gibt einen Ausweg! Eine Gesetzeslücke gewissermaßen erlaubt das Umgehen eines Kopierschutzes, sofern man die sogenannte „Digital-Analog-Schranke“ dabei durchschreitet. Bei Musik ist das relativ einfach: ihr müsst einfach nur ein kopiergeschütztes Lied während des Abspielens wieder aufnehmen. Also einmal die Umwandlungskette Code -> Schallwellen -> Code hinter euch bringen und schon habt ihr eine legale Privatkopie.

Bei Büchern ist das schon etwas komplizierter: Ihr müsst jede Seite eures Buches vom Kindle oder einem äquivalenten Reader abfotografieren und anschließend mittels eines Spracherkennungsprogramms wieder digitalisieren. Das ist natürlich sehr zeitaufwändig. Es sei denn ihr habt so etwas:

DIY kindle scanner from peter purgathofer on Vimeo.

Oder ihr googelt einfach noch einmal 😉

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Von ungeöffneten Mobi-Dateien, iBooks Metarmorphosen, papierweißen ePubs und verschenkten Büchern

Heute aber mal ein paar schnell zu beantwortender Fragen:

„womit öffne ich eine mobi datei“?

Mit dem Kindle respektive dem Kindle-Desktop-Reader oder der Kindle-App. Es gibt auch andere Programme, wie Calibre, aber die besten Ergebnisse erzielt alles rund um den Kindle.

„export ibooks author to google play“

Kannste knicken! Selbst wenn es dir gelänge, darfst du 1. keine mit iBooks Author gelayouteten E-Books woanders verkaufen als auf iBooks (dem hast du mit dem Häkchen bei den AGB zugestimmt). 2. Gibt es nur zwei Gründe, E-Books mit iBooks Author statt mit einem Texteditor zu schreiben: multimediale Anreicherung und Fixed Layout. Beides macht iBooks iPad-optimiert. Auf Play hingegen werden E-Books für Android verkauft. Entsprechend macht es keinen Sinn ein iBook auf Google Play zu verkaufen.

„epub auf paperwhite ohne umwandlung“

Wenn ich davon ausgehe, dass du den Kindle Paperwhite meinst, lautet die Antwort auch hier: Kannste knicken! Mobipocket ist das native Format aller Kindles. ePub wird nicht unterstützt. Zwar tauchen immer mal wieder Gerüchte auf, dass die immer nächste Kindle-Version nun aber wirklich ePub-kompatibel sein wird. Aber das wird nicht passieren. Amazon ist der Marktführer auf dem E-Book-Markt aus einem einfachen Grund: Sie liefern das Gesamtpaket vom besten E-Reader bis zu den Büchern. Alles ist darauf angelegt, dass der Kunde die Amazon-Infrastruktur nicht verlässt. Wenn Amazon ePub auf dem Kindle erlauben würde, würden sie sich ihr eigenes Geschäftsmodell kaputtmachen. Deshalb wird das nicht passieren.

Und einen noch: „bücher durch ibooks verschenken“

DAS ist wiederum möglich – sofern du von deinen eigenen Büchern sprichst. Ich habe schon beschrieben, wie du dir einen iBooks-Account zulegen kannst. Im Zuge des Registrierungsprozesses wirst du gefragt, ob du deine Bücher verkaufen willst oder umsonst anbieten möchtest. Du musst dich entscheiden, beides erlaubt dir Apple nicht mit dem gleichen Account. o.O Wenn du hingegen meintest, ob du jemandem anderes ein iBook wie ein physisches Buch schenken kannst, lautet die Antwort: kannste knicken!

Nun gut, du kannst in der Drogerie eine iTunes-Guthabenkarte kaufen und die verschenken, aber du kannst nicht ein bestimmtes Buch verschenken… noch nicht.

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