Vom Word-Dokument zum E-Book von Apple iBooks #4

#4 Mit Sigil

Kommen wir zum vierten und vorletzten Teil, meiner Artikelserie, die versucht, den besten Weg aufs iPad zu finden. Bisher war folgende Kandidaten angetreten:

Nun kommt also das Tool mit dem ich in der Vergangenheit immer meine E-Books gebastelt habe. Sigil ist ein E-Book-Editor, der eine Code-Ansicht bietet, aber auch verspricht, einen What-You-See-Is-What-You-Get-Modus zu haben. Durch die Codeansicht bietet Sigil als einziges Tool in diesem Test die volle Kontrolle über das Ergebnis. Wenn wir unser Buch allerdings hardcoden würden, also direkt in HTML setzen würden, dann müssten wir – wie bei iBooks Author – sehr viel unserer schon getanen Arbeit wiederholen. Denn wir gehen ja davon aus, dass unser E-Book schon fertig formatiert als Word-Dokument vorliegt.

Also schauen wir doch mal, ob Sigil uns noch Alternativen bietet. Aber eines noch vorweg: Sigil hat einen weiteren massiven Nachteil: Das Open-Source-Projekt von Entwickler John Schember wird offiziell nicht mehr weiterentwickelt, da Schember dem Open-Source-Burnout erlegen ist. Sigil unterstützt noch immer nicht ePub3, den neuesten Standard und hat eine Reihe nerviger Bugs. Daher habe ich schon in der Vergangenheit gefragt, ob jemand eine Alternative kennt, leider konnte mir bislang keine genannt werden. Mittlerweile habe ich eine gefunden, dazu aber später. Übrigens steht Sigil als Open Source Software auf GitHub, fühlt euch also frei, das Projekt wieder aufblühen zu lassen. Sigil ist auch nicht komplett tot, es gibt vereinzelte Commits, der letzte ist erst zwei Tage alt. Doch genug Krokodilstränen vergossen schauen wir uns doch mal Sigil an…

Mit großer Macht kommt viel Arbeit. Sigil ermöglicht uns zwar die volle Kontrolle, dafür müssen wir aber unser E-Book von Grund auf aufbauen. Zunächst müssen mal alle Dokumente (Kapitel oder Abschnitte) angelegt werden.

Dokument in Sigil anlegen

Dokument in Sigil anlegen

In dieses Dikument können wir dann unseren Text einfügen. Leider wird im WYSIWYG-Modus keine meiner Formatierungen übernommen. Auch Hyperlinks sind futsch… Und Bilder müssen erst in die ePub-Datei importiert werden, bevor sie in Dokumente eingebunden werden können. Gleiches gilt auch für die Fußnoten: Sie sind schlichtweg futsch.

Sigil übernimmt keine Formatierung

Sigil übernimmt keine Formatierung

Fazit

Damit kann ich schon gleich ein Fazit ziehen: Sigil ist nach wie vor ein schöner Editor, aber genauso wie iBooks Author für unseren aktuellen Zweck ungeeignet. Zumindest für den ersten Entwurf. Wenn ihr euer E-Book mit einer Software generiert habt, die in ePub2 exportiert, dann eignet sich Sigil zur nachbearbeitung. Entsprechend ist es aber nicht geeignet für die Nachbearbeitung des Pages Export, denn der war ja in ePub3. Wer wissen will, was Sigil sonst so zu bieten hat, der oder die beachte diesen Artikel von mir.

Fazit meines Tests

Insgesamt würde ich euch raten, euch nicht allzuviel Mühe mit eurem Word-Dokument zu geben, sondern euch auf diesem Level voll auf euren Text zu konzentrieren. Dann würde ich das Layout komplett in iBooks Author setzen, wenn das E-Book fürs iPad optimiert ist und besonders viel Wert auf die Gestaltung gelegt werden soll. Wenn Ihr hingegen ein E-Book layouten wollt, das auf verschiedenen Plattformen angeboten werden soll, würde ich Pages benutzen und dann mit einem Texteditor die Nachbearbeitung übernehmen. Das war genau der Weg, den ich bei meinem E-Book eingeschlagen habe. Wie genau das ablief erzähle ich dann beim nächsten und letzten Teil dieser Artikelreihe…

Wie immer stehe ich gerne für Ratschläge oder Fehlerbehebung eurer E-Books bereit. Fragt einfach hier in den Kommentaren oder schickt mir eine E-Mail.

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Ein Kommentar

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