Vom Word-Dokument zum E-Book für Apple iBooks #3

#3 mit Apple iBooks Author

In unserem ersten Teil des großen Tests, was denn wohl die beste Software ist, um E-Books für den Apple-Cosmos zu erzeugen, nahmen wir uns Pages zu Brust und erzielten ein ordentliches aber kein perfektes Ergebnis. Im zweiten Teil bekam dann Calibre eine Chance, fiel aber auf ganzer Linie durch. Mal sehen, wie sich Apples E-Book Profi iBooks Author so anstellt…

Zunächst einmal bildet dieser Teil meines Tests eine Zäsur, denn nachdem wir zwei Programme im Einsatz hatten, die für uns die Arbeit vollautomatisch übernahmen, müssen wir jetzt selbst Hand anlegen. Allerdings beginnt das ganze im Apple-Stil erst einmal recht komfortabel, mit der Formatauswahl. Ich entscheide mich für Querformat und Hochformat einfach.

Formatauswahl in iBooks Author

Formatauswahl in iBooks Author

Das zeigt uns auch schon den größten Unterschied zwischen iBooks Author und herkömmlichen E-Book-Schmiedewerkzeugen: iBooks Author bastelt iPad optimierte E-Books mit Seitenlayout, nicht mit responsive Design. Als nächstes öffnet sich vor uns eine recht traditionelle Layoutsoftware, in die wir jetzt unser E-Book übertragen…

iBooks Author Arbeitsoberfläche

iBooks Author Arbeitsoberfläche

iBooks Author stellt uns eine Formatvorlage bereit, bei der alles kann aber nichts muss. Textfelder sind vorgegeben, können gefüllt aber auch gelöscht werden, wenn man sie nicht benötigt.Auch neue Seiten können einfach hinzugefügt werden.

Neue Seiten in iBooks Author einfügen

Neue Seiten in iBooks Author einfügen

Doch dann die erste Ernüchterung: Wenn ich Text mit Hyperlinks per copy and paste einfüge, übernimmt Author nicht die Links. In meinem Probe-E-Book habe ich eine ganze Menge Links und die jetzt alle noch einmal zu setzen, ist schon ein wenig nervig. Genau wie schon Pages verweigert auch iBooks Author Links auf Bilder zu setzen. Was hat nur Apple gegen Bilder? Es gibt ein Workaround, das hier erklärt wird, das ist aber auch eher suboptimal… Mal sehen, was Author aus meinen Fußnoten macht… Wie ich es schon erwartet hatte, lassen sich mit Copy & Paste auch keine Fußnoten übernehmen.

Textimport in iBooks Author

Textimport in iBooks Author

Auf den zweiten Blick entdecke ich dann, dass ich Text auch automatisch aus Word- oder Pages-Dokumenten importieren kann. Dabei werden die Links übernommen, allerdings ist die Formatierung futsch und alles mehr oder weniger Plaintext. So wurde zwar die Einrückung meiner Zitate übernommen, aber ignoriert, dass sie in einer anderen Schriftart und -größe waren. Ferner wurden zwar die hochgestellten Zahlen der Fußnoten übernommen, die Fußnoten selbst wurden hingegen rausgelöscht.

iBooks Author übernimmt beim Import nicht verschiedene Schriftarten

iBooks Author übernimmt beim Import nicht verschiedene Schriftarten

Du solltest auf jeden Fall vor dem Import aus jedem Kapitel ein eigenes Word-Dokument erstellen, da ansonsten dein komplettes Word-Doument in ein Kapitel fließt. Bilder und das Inhaltsverzeichnis konnte Author hingegen ohne größere Probleme importieren. Beim Inhaltsverzeichnis stimmen die Seitenzahlen jetzt nicht mehr, da mein Word-Dokument in DinA4 und nicht im iPad-Format angelegt war. Aber das ist auch gar nicht nötig, denn iBooks Author erstellt ein automatisches Inhaltsverzeichnes, sofern man die Kapitel richtig formatiert hat.

Das fertige E-Book lässt sich dann als iBook, als PDF oder als Plaintext exportieren. Außerdem kann man es direkt im iBooks Store veröffentlichen. Vorausgesetzt natürlich man hat alle Bedingungen dafür erfüllt.

Den Code kann ich mir diesmal  nicht ansehen, da iBooks Author proprietär ist und mir dies nicht gestattet. Genausowenig kann ich das iBook irgendwoanders verwenden als im iBooks-Universum.

Fazit

Für unseren konkreten Anwendungsfall, in dem ein E-Book quasi schon fertig im Worddokument vorliegt, ist iBooks Author nicht geeignet, da ein großer Teil unserer Arbeit nicht übernommen werden kann. Dennoch erscheint mir iBA – wie ich es jetzt einfach mal abkürze, weil der Name viel zu lang ist – als ein solides Tool und besonders Menschen, die schon zuvor mit klassischen Layout-Programmen wie InDesign gearbeitet haben, werden sich hier wohlfühlen.
Das größte Manko ist natürlich die gewollt künstliche Beschränkung des Tools auf den Apple-Cosmos. Daher ist auch der klassische Anwendungsfall für iBA, ein enhanced E-Book, das speziell für das iPad entworfen wurde. Will man hingegen auch (zum Beispiel) den Marktführer Amazon bedienen, lohnt sich eher ein Programm, das ePub schreiben kann. Denn Amazon empfielt die Konvertierung von ePub in kf8.

Das war er also, der dritte Teil meines großen Tests, wie ihr am besten aufs iPad kommt. Auch hier gilt natürlich wieder: wenn ihr Hilfe braucht, weil irgendetwas nicht klappt, könnt ihr euch gerne hier in den Kommentaren oder per Mail melden. Wenn die Frage für mich einfach zu lösen ist, helfe ich in er Regel kostenlos. Wenn ihr hingegen eine größere Hilfe oder Dienstleistung braucht, dann werden wir uns sicher auch einig. Lest auf alle Fälle auch noch den vierten Teil meines Testes, der bald hier erscheint. Und kauft alle mein neues E-Book!

tl;dr

Bei „Die Siedler von Catan“ ist es am Anfang wichtiger möglichst viele verschieden Zahlen zu besetzen als verschiedene Rohstoffe, denn mit einem konstanten Rohstoffnachschub könnt ihr euch alles eintauschen, was ihr nicht habt.

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