Das große PDF-Missverständnis

Leute, mal ehrlich, es spricht überhaupt nichts dagegen, eure Daten ins Netz zu stellen in Form eines PDFs. Die große Mehrheit arbeitet nach wie vor an Desktop-Computern und Laptops, auf denen man PDFs optimal nutzen kann.

Aber bitte hört auf, in diesem Fall von E-Books zu sprechen! PDFs sind keine E-Books. E-Books sind elektronische Textdokumente die für E-Reader und Tablets optimiert wurden. Und genau das trifft auf PDF nicht zu.

Ich will hier mal die These in die Welt stellen, dass – egal welches E-Book-Format sich in Zukunft als Sieger durchsetzen wird – es auf jeden Fall folgende Features unterstützen muss:

1. Veränderbare Textgröße
2. Responsive Design
3. Die Möglichkeit zu Fixed Layout, das aber auf die Bildschrimgrößen von Tablets und E-Readern optimiert wurde
4. Unterstützung von HTML, CSS und JavaScript

All das (unter Ausnahme der meist ungenutzten Möglichkeit von 3.) trifft auf PDF nicht zu.

So schwappte in meine Timeline eine Meldung der Bundeszentrale für Politische Bildung, dass sie ein E-Book zum Thema „Marketing im Web 2.0 für Bidungsanbieter“ herausgegeben haben. ‚Toll‘, denke ich mir und wil schauen, was die BPB da schönes gecoded hat, welche Tools sie verwendet hat (findet man in den Metadaten), ob sie sauberen Code schrieben oder alles quick and dirty Calibre-Style machten.

Doch statt ein E-Book vorzufinden, wie angekündigt, also eine ePub- oder Mobidatei, stoße ich nur auf ein PDF und eine ODT-Datei (Das Format von Open Office). -.-

Ich gehe doch auch nicht hin, tackere eine Blättersammlung zusammen und nenne sie dann Buch. Ich habe es einmal gesagt und ich sage es wieder: PDF ist ein Format, mit dem ich meine Daten zur Druckerei trage. Es unterstützt weder Responsive Design noch ist es in der Regel auf dem Abmessungen von Readern oder Tablets abgestimmt, was zu Scroll-Exzessen führt. Schließlich und endlich gibt es auch kaum Enhancement, also die multimediale Anreicherung in PDFs, weil Adobe sich an seinen Flash-Standard klammert wie ein Bonobobaby an die Mama. Aber Flash wird halt nicht von iOS unterstützt und auch Android lässt es mehr und mehr sein.

Echte E-Books (zur Zeit ePub und Mobi) setzen auf HTML, CSS und Java, damit kann ich entweder variablen Text erzeugen, der sich jedem Lesegerät anpasst, oder ich mache fixed layout E-Books, die auf die Displaygröße meines Devices optimiert wurden. Zudem kann ich interaktive Elemente, Videos und Audiodateien einbinden.

Ich jedenfalls werde mit dem Predigen hier nicht aufhören, bevor auch der letzte es verstanden hat:

PDFs sind keine E-Books.

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