E-Books lesen an Mac und PC

Wenn ihr in die E-Production einsteigt, wird euch nichts anderes übrig bleiben, als eure E-Books immer wieder zu checken. Die Interpretation des Quelltextes durch die Reader ist einfach zu unterschiedlich, als dass ihr euch darauf verlassen könntet, dass ihr die Matrix durch den Code hindurchsehen könnt.

E-Books sind natürlich in erster Linie für mobile Devices gemacht. Und wann immer möglich, solltet ihr euer Buch an euren Reader, das Tablet oder Smartphone senden und gucken, wie es wirkt. Allerdings ist das nicht immer praktikabel, denn oft müsst ihr Kleinigkeiten im Code mit „Trial and Error“ flicken. Ich bastele gerade an meinem Lebenslauf im ePub-Format. Durch die Zeugnisse, die ich als Bilddateien eingebunden habe, ist das gute Stück schon 30 MB groß. Mal eben per Mail ans Tablet schicken ist da keine Option. Hier helfen natürlich Clouddienste weiter, auf die ich später mal eingehen kann, aber auch Reader, die ihr direkt am Desktop einsehen könnt.

Ich habe mich mal umgeschaut, was es zur Zeit gibt und werde die Reader nach und nach für euch testen.

Die Liste ist erstaunlich lang. Testen werde ich für euch:

  • Adobe Digital Editions
  • Azardi
  • booki.sh
  • BookReaderLite
  • Bookshelf
  • calibre
  • die Firefox-Erweiterung ePubreader (gibt es auch für Google Chrome, glaube ich)
  • die „ePub eReader Platform“ von publiwide
  • FBReader
  • Die Kindle App
  • den Kindle Previewer
  • Kobo Desktop
  • Nook for Mac
  • Readium Plugin für Chrome
  • Sigil
  • Sony Reader for PC & Mac
  • Stanza

Wenn ihr noch weitere Reader kennt, die ich vergessen habe, schreibt sie doch in die Kommentare.
Die ausführlichste Liste von Reader-Software für die verschiedensten Plattformen habe ich hier gefunden.

Fangen wir an mit Adobe Digital Editions

ADE ist mit etwas über 40 MB ein relativ kleines Programm. Es unterstützt PDF (klar bei Adobe), ePub2 und ePub3 „in Teilen“ ̶ was auch immer das bedeuten soll. Fixed Layout mit Text vor Bildern habe ich ausprobiert: Fehlanzeige.

ADE verfügt über eine interne Bibliothek und legt viel Wert auf schickes Design. Insgesamt ist das komplette Programm ausgelegt für das Lesen von ausschließlich Text in ePub2. Denn immer, wenn Bilder in ePub ins Spiel kommen, beginnt ADE zu zicken. So verfügt das Programm über keinerlei Möglichkeiten Bilder zu zoomen oder zu scrollen. Was oft dazu führt, dass zu kleine Details in Bildern schlichtweg unerkennbar bleiben und zu große Bilder einfach abgeschnitten werden.

Ein Cover, das zu groß ist, schneidet ADE gnadenlos ab.

Merkwürdig ist das besonders, weil ADE mit Zoom und scrollen keinerlei Problem hat, sobald man ein PDF betrachtet. Einzige Schlussfolgerung, die ich dafür habe, ist, dass Adobe weiter gegen Windmühlen kämpfen will und versucht sein PDF als E-Book-Standard durchzudrücken, was nicht passieren wird, da Adobe das Rad der Zeit nicht zurückdrehen kann und PDF einfach nicht mit mobilen Devices zusammengeht.

Screenshot der Bibliothek von Adobe Digital Editions

Ein weiteres Manko ist die Bibliothek, erst einmal legt diese auf dem Rechner (sowohl in Windows als auch im Mac OS) im Dokumentenordner eine eigene Ordnerstruktur an, was ich persönlich hasse wie die Pest. Ich habe ein dezidiertes Ablagesystem für meine Dokumente und kann es nicht leiden, wenn Software sich nicht nach mir richtet, sondern mir Vorschriften macht, wie ich Dateien zu speichern habe. Diese eigene Ordnerstruktur führt zum zweiten Problem von ADE, das speziell uns in der E-Production betrifft. ADE rafft es nicht, wenn man ein Dokument geändert hat. Denn einmal importiert, legt es eine Kopie des Dokuments an. Das heißt, man muss das E-Book bei jedem neuen Check erst aus der Bibliothek löschen und es dann erneut importieren, bevor man die Fortschritte betrachten kann.

Dennoch kommt man an ADE leider nicht vorbei. Denn das DRM von Adobe, das viele deutsche Händler von Libri bis Weltbild benutzen, ist an ADE gekoppelt. Das heißt, dieses Programm ist Pflicht für jeden E-Book-Designer, denn es ist auf deutschen Rechnern zu weit verbreitet, um es zu ignorieren, sonst passiert am Ende so etwas:

Ein Fehler in der ePub-Datei führt bei diesem E-Book dazu, dass das Cover in ADE doppelt angezeigt wird.

Quellenangabe: Alle Screenshots von Adobe Digital Editions. E-Book: Platon: Des Sokrates Verteidigung. Apologie. (Apologia Sôkratous). (395-390 v. Chr.).

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