E-Book, du unbekanntes Wesen

Es geht voran mit meiner Autorensuche. Ich habe soeben die Rechte am „Wiederabdruck“ eines Textes eines großen deutschen Verlages eingeräumt bekommen. Näheres erfahrt ihr, wenn alles wasserdicht ist.

Denn leider zeigt sich hier einmal mehr, wie verkanntet dieses Medium ist und dass es sich gar nicht einfügen lassen will in die deutsche Verlagstradition.

Vor dem Problem stehe ich selbst, wenn ich den Autoren den „Druckunterlagenschluss“ mitteile. Wenn man hier noch von einer Metapher sprechen kann, liegt das bei der oben erwähnten Rechteeinräumung leider anders. Denn ich habe das Nutzungsrecht für eine einmalige Nutzung eines „Wiederabdrucks“ in einer Auflage von 10.000 Stück eingeräumt bekommen.

Einfach, weil das die Vertragsrealität im Verlagswesen ist. Für mich bedeutet das aber, dass ich, sollte ich tatsächlich 10.000 E-Books verkaufen, mich erneut um die Rechte bemühen muss. Gut, das ist noch kein Problem, ginge mir ja auch so, wenn ich eine Auflage abverkauft hätte, und sollte ich tatsächlich 10.000 Bücher verkaufen (was Bestseller-Niveau wäre), bin ich gerne bereit, erneut zu verhandeln.

Mein Problem ist vielmehr das einmalige Nutzungsrecht, denn, wie ich schon erklärte, gibt es ja nicht „das E-Book“ sondern ePub, Mobi und PDF. Entsprechend muss ich da weiterverhandeln und im Zweifel eben eine abgespeckte Kindle-Edition herausgeben…

Es bleibt spannend.

Mit diesem Post will ich mich übrigens in keiner Weise lustig machen, oder so. Ich kenne das Problem einfach zu gut. Hier trifft eben ein neues, nur wenige Jahre altes Medium auf eine Jahrhunderte alte Verlegertradition. Dass es da viele Probleme gibt, ist klar.

Ähnlich sieht es mit dem Pflichtexemplar für die Deutsche Nationalbibliothek aus, diese ist auch noch nicht auf die Veränderung eingestellt und behandelt E-Books als Webseiten, oder im Bibliothekarsdeutsch „Netzpublikationen“. Und richtig verrückt wird es bei Bibliotheken, die ihren Lesern E-Books anbieten. Diese müssen nämlich analog zum gedruckten Buch jeweils ein E-Book erwerben, das sie dann verleihen können. Die Tatsache, dass man E-Books einfach kopieren kann (und dann gegebenenfalls das entsprechend lizensieren), wird also schlichtweg ignoriert.

P.S.: Während ich dies schrieb, kam übrigens das „Okay“ für die verschiedenen Formate. Also: ein Problem weniger. =)

P.P.S.: Und bevor ihr jetzt anfangt über das deutsche Verlagswesen zu lachen, denkt mal an eure anachronistischen Metaphern, wenn ihr auf paper.li eure „Hastenichgesehn“-Daily herausbringt…

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2 Kommentare

Eingeordnet unter E-Book Vertrieb, Hintergründe

2 Antworten zu “E-Book, du unbekanntes Wesen

  1. Gabi

    Welch grausame Kommentare zu den Ebook pdfs ( Das wären ja meine wohl auch, siehe Frage von heute in den Kommentaren). Ich seh ohne die Möglichkeit der Pdfs Formate gar keine Möglichkeit Text und Bild verlustfrei als ebook anzubieten.

  2. Ich verstehe in keiner Weise, wie Ihr Kommentar mit meinem Post zusammenhängt… Zu Ihrer Meinung:

    „Ich seh ohne die Möglichkeit der Pdfs Formate gar keine Möglichkeit Text und Bild verlustfrei als ebook anzubieten.“

    Ich schlage vor, Sie lesen einfach alle Posts hier im Blog, dann werden Sie 1. lernen, dass PDF kein wirkliches E-Book ist und 2. wie Sie ein richtiges E-Book machen…

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