iBooks Author kann jetzt auch ePub exportieren

Mottet die Texteditoren ein und kündigt das InDesign-Abo: iTunes Author kann jetzt ePub exportieren. Das bedeutet, ihr könnt eure E-Books für ALLE Shops jetzt in iBooks Author layouten. Wie man ePub dann für Amazon umwandelt, hatte ich hier bereits geschrieben.

Was war der Ärger groß, als Apple 2012 sein E-Book-Layout-Programm iBooks Author vorstellte. Denn statt den offenen und freien Standard ePub zu unterstützen, setzte Apple auf ein eigenes Format: .ibook. Die so erstellten E-Books konnte man entsprechend nur innerhalb des Apple-Cosmos lesen und verkaufen. Doch damit ist jetzt endlich Schluss.

Heute erreichte mich der E-Book-Newsletter von Apple, der mich über die neuesten Änderungen informiert rund um alles, was bei Apple mit E-Books zu tun hat. und dort steht unter anderem:

iBooks Author now allows you to export books in the EPUB 3 format. This lets you create media-rich books for iBooks as well as other ebook readers that support EPUB. Select one of the new iBooks Author EPUB templates and start adding movies, galleries, and HTML widgets to your book.

Wenn das stimmt, dann haben wir mit iBooks Author den ersten wirklich funktionierenden What-You-See-Is-What-You-Get-Editor und damit mal wieder ein echter Game-Changer. Wie schön der Code ist, den Apples Programm schreibt, kann ich zur Zeit aber noch nicht sagen. Das muss ich bei Zeiten mir mal angucken.

Was? iBooks Author ist gar nicht das erste WYSIWYG-Programm für E-Book-Lauyout? Du kennst ein besseres? Dann raus damit! Empfehle es mir in den Kommentaren und ich check aus, was es so kann!

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100 Tage Kindle – Eine Rezension von Amazons E-Reader

Ich habe zu Weihnachten einen Kindle geschenkt bekommen. Bisher habe ich E-Books immer entweder mit iBooks auf dem iPad gelesen (Was rein ästhetisch nach wie vor mein Favorit bleibt) oder mit Google Play Books auf dem Android Handy (Was vor allem aus Performanz-Gründen wirklich unkomfortabel ist). Nun ist also ein Kindle hinzugekommen und daher wollte ich mal, wie in der Politik üblich, ein 100-Tage-Zwischenfazit ziehen.

Mein Kindle

Mein Kindle

Ich habe einen klassischen Kindle*, nix mit Licht*, Reise* oder Feuer*. Den gibt es bei Amazon ab 59 Zacken. Das Gerät hat ein schwarzes Plastikgehäuse uns einen Infrarot-Touchscreen. Die Rückseite ist etwas angeraut, was verhindert, dass der Kindle zu leicht von etwas schrägen Untergründen rutscht. Das Gerät hat nur einen Knopf an der Unterseite zum Ein- und Ausschalten.

Kommen wir zunächst zu den Stärken des Kindles

Am meisten beeindruckt mich der Touchscreen. Der schwuppt, hat quasi keine Verzögerung, sondern funktioniert immer sofort und fehlerfrei. Fast schon zu gut: Dadurch, dass er anders als ein kapazitiver Touch nicht nur bei stromleitenden Dingen wie Fingern, sondern quasi bei allem reagiert, kann es schon einmal vorkommen, dass versehntlich auch zum Beispiel die Bettdecke toucht. Das ist aber kein Problem, man hat sich schnell daran gewöhnt und vor allem die nächste Stärke des Kindles sorgt dafür, dass versehntliches Vertouchen weitgehend egal ist.

Das Gerät ist wahnsinnig performant. Es blättert enorm schnell. Von älteren Generationen des Kindles und anderer E-Reader war ich es gewohnt, dass es einige Zehntelsekunden dauert, bevor die E-Ink die neue Seite dargestellt hat. Das ist bei meiner Kindlegeneration quasi nicht mehr der Fall, die Verzögerung liegt im Millisekundenbereich und ist somit eigentlich nur feststellbar, wenn man sich darauf konzentriert.

Die dritte große Stärke ist der Zoom der Schriftgröße. Zwischen grotesk groß und Ameisenscheiße-klein lässt die Schriftgröße in acht verschiedenen Stufen einstellen. Das ist ein Feature, das ich je nach Lichtverhältnissen, Lust und Laune ausgiebig nutze. Genauso schön finde ich die Lesestandsanzeige: Neben Prozentzahlen gibt es drei weitere Anzeigen zur Auswahl: Eine für mich komplett undurchschaubare Positionsanzeige. So bin ich bei 14% meines aktuellen Buches Der Name des Windes* bei Position 2158. Was ist das? Seitenzahlen ganz offensichtlich nicht, schließlich haben E-Books keine Seiten. Wenngleich der Kindle diese Option bei manchen Büchern auch anbietet. Ein spannendes Feature, dem ich mich mal ausführlicher widmen muss …Aber die Position ist auch nicht die Wortzahl, was für mich die nächste logische Option gewesen wäre. Keine Ahnung, was dieser kryptische Wert besagen soll.

Aber es gibt außer der Positionsanzeige zum Glück noch zwei andere, die mir sehr gut gefallen: Zum einen wieviel Zeit noch im Kapitel verbleibt. Ein Feature, das ich beim Vorlesen liebe, da es mir oft Diskussionen mit meiner Tochter (7) erspart, ob ich zu kurz vorgelesen habe, indem ich ihr einfach sagen kann: „Okay, das Kapitel heute ist 15 Minuten lang, die lesen wir, dann wird geschlafen.“ Für mich selbst bevorzuge ich die Anzeige, wie viel Zeit noch im Buch verbleibt. Diese muss sich während der ersten 10-20% des Buches langsam einpendeln, ist dann aber ganz nett, wenngleich ich nicht nachgemessen habe, wie präzise sie ist.

Der letzte Punkt, den ich auf der Haben-Seite des Kindles vermerke, ist natürlich die Akkuladezeit. Obwohl ich jeden Tag in dem Gerät lese, muss ich es im Schnitt nur einmal im Monat aufladen. Das ist sehr, sehr schön und ein enormer Vorteil der E-Ink-Technologie, die fast ausschließlich dann Strom verbraucht, wenn das Bild neu aufgebaut wird, beispielsweise beim Umblättern.

Kommen wir zu den neutralen Aspekten des Kindles

Darin werte ich einerseits die Funktion, mit einem Tippen einkaufen zu können. Das ist natürlich enorm komfortabel, birgt aber zugleich auch ein Sicherheitsrisiko. Wenn mir das Gerät geklaut wird, dann kann jemand schön auf meine Kosten shoppen. Allerdings kann ich das über mein Amazon-Konto stornieren, sofern ich es rechtzeitig bemerke.

Der zweite neutrale Aspekt sind Größe und Gewicht des Geräts. Es ist 193g leicht bei einem 6 Zoll Display. Mein Luxusproblem dabei ist: Wenn ich beim Stehen oder Gehen lese, was ich relativ oft tue, weiß ich nicht, wie ich das Gerät halten soll … Wenn ich den Kindle von hinten umgreife, dann komme ich nicht mehr an den Touchscreen zum umblättern (Zum Glück habe ich noch eine Nase …) Als Linkshänder kann ich ihn auch nicht wie ein Smartphone halten (drei Finger hinter dem Gerät, kleiner Finger als Stütze und Daumen zum Touchen), denn die linke Seite des Gerätes blättert zurück. Zwar kann ich auch per Swipe von links nach rechts vorwärts umblättern, aber das birgt die Gefahr, dass ich mir den Kindle buchstäblich aus der Hand wische, was tatsächlich schon passiert ist, zumal der Daumen auch so weit am Unteren Rand ist, dass statt Umblättern ich zwischen den Lesestandanzeigen wechsle. Schließlich bleibt mir nur, den Kindle von unten zu greifen, indem ich ihn auf den Ringfinger und zwischen Daumen und Zeigefinger ablege, hinten mit Zeige- und Mittelfinger stütze und den Daumen zum touchen benutze. Das ist aber ziemlich unbequem, ermüdend und birgt die Gefahr, dass das Gerät über meine Fingerspitzen kippt (auch das ist mir schon passiert …) Tja, das Beste ist einfach, wenn das Gerät beim Lesen liegt.

Die dunkle Seite des Kindles

Während ich die verbaute Touchtechnologie noch lobte, so muss ich die Bedienung kritisieren. Blättern und Zoomen funktionieren gut, das hatte ich ja schon gesagt. Aber der Kindle setzt eben auf eine ausschließliche Touchbedienung bei zeitgleichen Verzicht auf ein dauerhaft eingeblendetes Menü. Konkret heißt das, dass ich beim Tippen in die linke untere Ecke zwischen den Lesestandsanzeigen wechseln kann, beim Tippen in die rechte obere Ecke kann ich Lesezeichen setzen und zwischen Lesezeichen wechseln und beim Tippen in die linke obere Ecke öffne ich das Hauptmenü, in dem ich zum Beispiel zwischen Büchern wechseln kann. Das Problem ist aber, dass der Kindle diese Optionen nicht dauerhaft anzeigt, sondern erst nach Antippen. Was gut gemeint ist, da es zu mehr Platz für den Text führt, ist aber schlecht ausgeführt, da ich oft den richtigen Punkt nicht auf anhieb treffe und im besten Fall mehrfach tippen muss, um die entsprechende Funktion aufzurufen und im schlechtesten Fall mit einem Tippen versehentlich umblättere. Ein Knopf, wie der Home-Button bei iOS-Geräten oder die Menütaste bei den Androidgeräten wäre hier wirklich hilfreich.

Während das Menü nur etwas unkomfortabel ist, ist mein nächster Kritikpunkt ein echtes Ärgernis: Mein Kindle zeigt mir im Ruhestand beständig Werbung an für Bücher, die ich doch gefälligst kaufen soll. Das macht das Gerät OBWOHL ich ihm gesagt habe, dass es das gefälligst lassen soll. Was sollte man sonst auch in der COVERansicht anzeigen … Mmmh … Genauso habe ich in den Optionen gewählt, dass ich KEINE Kaufempfehlungen über den Text geblendet haben möchte, wenn ich mich dem Ende nähere, DENNOCH zeigt mir mein Kindle die regelmäßig an. Ich habe mittlerweile herausgefunden, dass ich bei Amazon auch eine Variante des Kindles hätte kaufen kaufen, die auf dieses „Feature“ verzichtet, das kostet dann 20 Euro mehr. Warum mein Kindle dennoch in den Optionen so tut, als könnte ich die Funktion deaktivieren, bleibt ein Rätsel …

Doch am meisten stört mich die Standardschrift des Kindles. Die ist unglaublich hässlich. Amazon tritt die 2000 Jahre alte Geschichte der Typographie mit Füßen, denn Amazon erlaubt nicht einmal, dass E-Book-Designer eigene Schriftarten in ihren E-Book-Dateien einbinden.Ich habe sogar mal Amazon angeschrieben, warum das so ist. Hier die nichtssagende Antwort, die ich erhielt:

„Der Kindle verfügt über drei neue und eigens für Kindle entwickelte Schriftarten, welche für noch bessere Lesbarkeit sorgen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, aus acht Schriftgrößen zu wählen und diese nach den persönlichen Präferenzen einzustellen.“

Tja, solange Amazon eine derartig starke Markmacht hat, wie derzeit, wird sich an dieser Einstellung wohl auch nichts ändern.

Update 14.4.2015: Ich wurde auf Twitter darauf hingewiesen, dass ich tatsächlich zwischen verschiedenen, bereits im Kindle hinterlegten Schriftarten wechseln kann. Links oben tippen, dann auf die beiden Buchstaben „Aa“ tippen. Das hatte ich immer für einen anderen Zugriff auf’s Zoom-Menü (2 Finger Zoom) gehalten.

Fazit

Das war mein 100-Tage-Test. Alles in allem bin ich mit meinem E-Reader zufrieden und er hat schon jetzt bewirkt, dass ich wieder mehr Bücher lese, was einer meiner guten Vorsätze war. Denn als neues technisches Spielzeug ist er für mich Motivation und obendrein lenkt er mich nicht mit dem Internet ab, wie es Tablet oder Handy tun. Auch den Preis von 59 Euro finde ich recht überzeugend. Denn, sollte er mir im Sommerurlaub vom Handtuch geklaut werden, dann wird das nicht so ärgerlich sein, wie ein geklautes iPad oder Handy für mehrere hundert Euro.

 

* Hinterhältiger Afilliate-Link: Kauft ihr den Kindle, dann bekomme ich eine winzige Provision und freue mich.

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Bilder in einem E-Book für Apples iBooks

Mir wurde schon vor zwei Wochen folgende Frage gestellt:
„Ich mache ein Bilderbuch mit iBooks Author und bin mir nicht ganz im Klaren, welche Dateigröße beim Hochladen sinnvoll ist, damit die Bilder bildschirmfüllend und schön scharf sind, auch bei verschiedenen Tablets?“
Und da mir das ePub-Format am Herzen liegt, beantworte ich die Frage für beide Formate. Auch wenn im oben skizzierten Fall Author sicher das beste Werkzeug ist.
Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen findet ihr einerseits im „iBooks
 Publisher User Guide“ und andererseits in der iBooks Author Hilfe. Den Publisher User Guide solltet ihr euch sowieso mal zu Gemüte führen, wenn ihr nicht ein paar unangenehme Überraschungen erleben wollt, sobald ihr euer E-Book dann mit iTunes Producer zu iBooks hochgeladen habt. Den User Guide findet ihr in eurem Itunes-Connect-Konto unter „Ressourcen und Hilfe“.
iTunes Connect Screenshot

iTunes Connect Screenshot

Die Author-Hilfe gibts unter den entsprechendem Reiter in Author.
iBooks Author Hilfe

Screenshot: iBooks Author Hilfe

Beim Publisher User Guide macht Apple zunächst einmal Vorgaben, wie groß euer Cover sein soll: 1400 x 1873 Pixel. Das ist eine ganze Menge, sorgt aber dafür, dass das Cover auch bei den Retina-Displays noch gut aussieht. Als Format gibt Apple JPG oder PNG vor. Meine Empfehlung ist hier ganz klar PNG, da es dabei zu weniger Kompressionsartefakten kommt, wie sie bei JPG typisch sind.
Insgesamt gilt dann auch: je größer, desto besser. Die Grenze ist dabei die Dateigöße: Ein ePub darf nicht größer als zwei Gigabyte sein, Apple empfiehlt aus Performance-Gründen eine Größe von weniger als einem GB. Auch für Screenshots, die auf eurer Produktseite im iBooks Store angezeigt werden, macht Apple Vorgaben:
„Screenshots must be full-sized iPad images in the PNG or JPEG format with a size of 1024 x 768, 768 x 1024, 2048 x 1536, or 1536 x 2048 pixels. For a cleaner look, you can also remove the status bar from your screenshots, making the size 1024 x 748, 768 x 1004, 2048 x 1496, or 1536 x 2008 pixels.“
Ich denke, dass sind ganz nützliche Zahlen für die Bildergrößen innerhalb eures E-Books, denn durch Doppeltippen oder -klicken könnt ihr ja Bilder in iBooks in den Vollbildmodus holen.Und da sollen sie dann schließlich auch noch gut aussehen.
Schauen wir mal in die Author-Hilfe, ob wir noch weitere Infos finden. In der Author-Hilfe finden wir tatsächlich weitere Zahlen. Da heißt es zunächst einmal:
„Wichtig: Die Bilder dürfen höchstens 25 Megapixel (5000 x 5000 Pixel) bzw. 50 MB groß sein.“
Bei den Dateiformaten lässt Author auch noch zusätzlich GIF zu. Ach ja, und in einem ePub könnt ihr auch SVG benutzen, was ich euch empfehle, wann immer es möglich ist. Da SVG eine Vektor-Graphik ist und somit in jedem Zoomfaktor gut aussieht. Einen habe ich noch, Apple gibt nämlich noch Infos aus, um sein mit Author erstelltes iBook zu optimieren und da heißt es:
Interaktive Bilder für Retina-Displays sollten 4096 Pixel breit sein, für die öden-schnöden Diplays reichen 2048 Pixel. Normale Bilder sollen 2048 Pixel und entsprechend 1024 Pixel breit sein. Ein Keynote-Widget sollte Folien in den Größen 2048 x 1536 oder 1024 x 768 enthalten. Und zu guter letzt heißt es da für 3D-Objekte „Verwenden Sie bis zu 50.000 mäßig strukturierte Polygone“ beziehungsweise 20.000 für die Nicht-Retina-Variante.
Falls ihr mich fragt, ob ihr für Retina oder nicht entwerfen sollt, dann empfehle ich jederzeit Retina. Denn die Zukunft hat schon gestern begonnen und ihr wollt doch sicher, dass eure Bücher noch in 100 Jahren glänzen, oder?
Das war’s von mir zu dem Thema. Wenn ich was vergessen habe, dann haut es in die Kommentare. Außerdem freue ich mich über weitere Fragen, auch wenn ich manchmal etwas länger brauche, bevor ich dazu komme, eine Antwort zu schreiben. Bis jetzt habe ich am Ende noch jede Frage beantwortet …

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Brauche ich eine ISBN bei einem E-Book …

… das mit iBooks Author produziert wurde?

Diese Frage bekam ich per E-Mail gestellt. Denn so ein E-Book lässt sich ja nicht woanders verkaufen als bei Apple. Die Frage ist schnell beantwortet: Nein. Seit geraumer Zeit braucht ihr weder für ein mit Author generiertes E-Book eine ISBN noch für irgendein anderes, das ihr im iBook-Store verkaufen wollt. Ich habe darüber hier schon berichtet. Ihr müsst beim Upload das entsprechende Feld in iTunes Producer einfach freilassen:

Screenshot iTunes Producer

Screenshot iTunes Producer

Apple vergibt dann automatisch eine interne ID.

Falls ihr auch Fragen zu E-Books habt, beantworte ich die gerne … =)

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Zustand des deutschen E-Book-Marktes im Oktober 2014

Ich habe mal wieder versucht, ein E-Book zu kaufen…

Ich möchte Richard Dawkins: Das egoistische Gen* lesen. Und ich möchte es als E-Book lesen. Am liebsten als ePub3 ohne DRM, sodass ich es sowohl auf dem Mac und dem iPad in iBooks lesen kann, als auch auf meinem Android-Handy in Play-Books. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert, mal sehen, was am Ende des heutigen Tages von meinen Wünschen übrig bleibt…

Ohne zu wissen, was mich dort erwartet, einfach aus Neugier beginne ich mal meine Suche bei Sobooks, dem neuen Stern am E-Book-Himmel. Sobooks sieht spannend aus, aber mein Buch gibt es da nicht, außerdem hätte ich es nur online lesen können, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden.

Sobooks führt mein Buch nicht

Sobooks führt mein Buch nicht

Mein nächster Anlaufpunkt ist die Seite des Verlages. Das egoistische Gen ist beim Springer Fachverlag erschienen, der sogar einen eigenen E-Book-Shop hat. Die Seite scheint allerdings etwas instabil zu sein, vielleicht hatte sie aber auch nur einen schlechten Tag, jedenfalls konnte sie ständig nicht geladen werden, war dann mal wieder kurz da, anschließend wieder weg.

Daher schaute ich zwischendurch mal bei einem der großen Drei vorbei: im iBook-Store bin ich leider nicht erfolgreich. Das egoistische Gen wird dort nicht angeboten. Nur auf Englisch gibt es das Buch für 10,99 Euro. Der Preis wäre noch okay für mich, aber ich würde das Buch wirklich gerne auf Deutsch lesen.

Nun gut, mal gucken, ob ich bei Google Play mehr Erfolg habe. Dort gibt es das E-Book für 14,99 Euro, doch ein Blick ins Buch verrät, dass es gar kein E-Book ist, sondern ein PDF. Das man nicht wirklich auf dem Handy lesen kann.
Auch bei Amazon gibt es keine Version für den Kindle, sondern nur ein Taschenbuch*, das ich aber immerhin schon ab 16 Euro inklusive Versandkosten bekomme. Auf Englisch kann ich hier übrigens auch das E-Book bekommen und zwar für nur 6,86 Euro. Das verstehe ich nicht: Da heulen die Verlage rum, wie böse Amazon ist, aber dennoch bietet OUP Oxford das E-Book hier für über 4 Euro weniger an als bei Apple. So werdet ihr bestimmt Amazons Dominanz brechen, liebe Verlage!

In der Zwischenzeit hat sich die Seite von Springer gefangen und was ich da lese, lässt mein Herz kurz höher schlagen:

Springer Fachverlag über seine E-Books

Springer Fachverlag über seine E-Books

Springer sagt, das Buch lasse sich auf allen gängigen Readern lesen und sei sogar DRM-frei. Das ist ja top! Dafür bin ich sogar bereit die geforderten 14,99 Euro zu zahlen. Doch auf den zweiten Blick folgt sofort die Ernüchterung…

Erhältliche Formate: PDF

…heißt es da. PDF ist KEIN E-Book, sondern eine Datei, die du zur Druckerei tragen kannst! Und zu behaupten, dass ich ein PDF auf allen Readern lesen kann, ist schon kein Euphemismus mehr sondern kratzt haarscharf an der Lüge. Formal ist das zwar möglich, aber wenn ich versuche das PDF auf einem 4“ Handydisplay zu lesen, bekomme ich am Ende wahrscheinlich eine Sehnenscheidenentzündung vom vielen hin-und-her-scrollen…

Aber noch bin ich mit meinem Latein nicht am Ende. Da gab es doch noch dieses tolle Tolino-Netzwerk. Mal schauen was ebook.de so im Angebot hat. Ich weiß, ich weiß: Das grenzt schon an Verzweiflung. ebook.de führt immerhin auch das PDF, im Gegensatz zu Weltbild, das nur Sekundärliteratur bietet. Die Konkurrenz von ebookS.de bietet neben dem PDF für 14,99 immerhin auch die Möglichkeit, das Buch online zu lesen, auch wenn ich befürchte, dass man sich dafür in die Flash-Hölle begeben müsste.

Das Taschenbuch bekomme ich übrigens bei ZVAB auch ab 14 Euro inklusive Versand und bei Booklooker sogar schon ab 6 Euro! Nun könnte man natürlich einwenden, dass das nicht ganz fair ist, schließlich gibt es keine gebrauchten E-Books zu kaufen. Das wiederum ist aber eines der Hauptargumente, warum die Verlage E-Books dringend günstiger machen sollten…

Und so schade das ist, bevor ich mir jetzt ein PDF für 15 Euro kaufe, dass ich dann halbgar mit Calibre in eine ePub umwandeln muss, von dem ich dann so wenig überzeugt sein werde, dass ich am Ende noch selbst den Texteditor öffne um das E-Book, für das ich bezahlt habe, schön zu machen, bevor ich das also mache und damit wahrscheinlich sogar den Bereich dessen verlasse, was ich legal mit einem E-Book machen darf, da kaufe ich mir doch lieber für 6 Euro ein Taschenbuch.

Fazit: Das E-Book ist im Herbst 2014 noch immer nicht in Deutschland angekommen.

*hinterhältiger Affili-Link: Kauf ihr das Buch, bekomme ich eine winzige Provision und freue mich.

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Vom Word-Dokument zum E-Book von Apple iBooks #4

#4 Mit Sigil

Kommen wir zum vierten und vorletzten Teil, meiner Artikelserie, die versucht, den besten Weg aufs iPad zu finden. Bisher war folgende Kandidaten angetreten:

Nun kommt also das Tool mit dem ich in der Vergangenheit immer meine E-Books gebastelt habe. Sigil ist ein E-Book-Editor, der eine Code-Ansicht bietet, aber auch verspricht, einen What-You-See-Is-What-You-Get-Modus zu haben. Durch die Codeansicht bietet Sigil als einziges Tool in diesem Test die volle Kontrolle über das Ergebnis. Wenn wir unser Buch allerdings hardcoden würden, also direkt in HTML setzen würden, dann müssten wir – wie bei iBooks Author – sehr viel unserer schon getanen Arbeit wiederholen. Denn wir gehen ja davon aus, dass unser E-Book schon fertig formatiert als Word-Dokument vorliegt.

Also schauen wir doch mal, ob Sigil uns noch Alternativen bietet. Aber eines noch vorweg: Sigil hat einen weiteren massiven Nachteil: Das Open-Source-Projekt von Entwickler John Schember wird offiziell nicht mehr weiterentwickelt, da Schember dem Open-Source-Burnout erlegen ist. Sigil unterstützt noch immer nicht ePub3, den neuesten Standard und hat eine Reihe nerviger Bugs. Daher habe ich schon in der Vergangenheit gefragt, ob jemand eine Alternative kennt, leider konnte mir bislang keine genannt werden. Mittlerweile habe ich eine gefunden, dazu aber später. Übrigens steht Sigil als Open Source Software auf GitHub, fühlt euch also frei, das Projekt wieder aufblühen zu lassen. Sigil ist auch nicht komplett tot, es gibt vereinzelte Commits, der letzte ist erst zwei Tage alt. Doch genug Krokodilstränen vergossen schauen wir uns doch mal Sigil an…

Mit großer Macht kommt viel Arbeit. Sigil ermöglicht uns zwar die volle Kontrolle, dafür müssen wir aber unser E-Book von Grund auf aufbauen. Zunächst müssen mal alle Dokumente (Kapitel oder Abschnitte) angelegt werden.

Dokument in Sigil anlegen

Dokument in Sigil anlegen

In dieses Dikument können wir dann unseren Text einfügen. Leider wird im WYSIWYG-Modus keine meiner Formatierungen übernommen. Auch Hyperlinks sind futsch… Und Bilder müssen erst in die ePub-Datei importiert werden, bevor sie in Dokumente eingebunden werden können. Gleiches gilt auch für die Fußnoten: Sie sind schlichtweg futsch.

Sigil übernimmt keine Formatierung

Sigil übernimmt keine Formatierung

Fazit

Damit kann ich schon gleich ein Fazit ziehen: Sigil ist nach wie vor ein schöner Editor, aber genauso wie iBooks Author für unseren aktuellen Zweck ungeeignet. Zumindest für den ersten Entwurf. Wenn ihr euer E-Book mit einer Software generiert habt, die in ePub2 exportiert, dann eignet sich Sigil zur nachbearbeitung. Entsprechend ist es aber nicht geeignet für die Nachbearbeitung des Pages Export, denn der war ja in ePub3. Wer wissen will, was Sigil sonst so zu bieten hat, der oder die beachte diesen Artikel von mir.

Fazit meines Tests

Insgesamt würde ich euch raten, euch nicht allzuviel Mühe mit eurem Word-Dokument zu geben, sondern euch auf diesem Level voll auf euren Text zu konzentrieren. Dann würde ich das Layout komplett in iBooks Author setzen, wenn das E-Book fürs iPad optimiert ist und besonders viel Wert auf die Gestaltung gelegt werden soll. Wenn Ihr hingegen ein E-Book layouten wollt, das auf verschiedenen Plattformen angeboten werden soll, würde ich Pages benutzen und dann mit einem Texteditor die Nachbearbeitung übernehmen. Das war genau der Weg, den ich bei meinem E-Book eingeschlagen habe. Wie genau das ablief erzähle ich dann beim nächsten und letzten Teil dieser Artikelreihe…

Wie immer stehe ich gerne für Ratschläge oder Fehlerbehebung eurer E-Books bereit. Fragt einfach hier in den Kommentaren oder schickt mir eine E-Mail.

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Vom Word-Dokument zum E-Book für Apple iBooks #3

#3 mit Apple iBooks Author

In unserem ersten Teil des großen Tests, was denn wohl die beste Software ist, um E-Books für den Apple-Cosmos zu erzeugen, nahmen wir uns Pages zu Brust und erzielten ein ordentliches aber kein perfektes Ergebnis. Im zweiten Teil bekam dann Calibre eine Chance, fiel aber auf ganzer Linie durch. Mal sehen, wie sich Apples E-Book Profi iBooks Author so anstellt…

Zunächst einmal bildet dieser Teil meines Tests eine Zäsur, denn nachdem wir zwei Programme im Einsatz hatten, die für uns die Arbeit vollautomatisch übernahmen, müssen wir jetzt selbst Hand anlegen. Allerdings beginnt das ganze im Apple-Stil erst einmal recht komfortabel, mit der Formatauswahl. Ich entscheide mich für Querformat und Hochformat einfach.

Formatauswahl in iBooks Author

Formatauswahl in iBooks Author

Das zeigt uns auch schon den größten Unterschied zwischen iBooks Author und herkömmlichen E-Book-Schmiedewerkzeugen: iBooks Author bastelt iPad optimierte E-Books mit Seitenlayout, nicht mit responsive Design. Als nächstes öffnet sich vor uns eine recht traditionelle Layoutsoftware, in die wir jetzt unser E-Book übertragen…

iBooks Author Arbeitsoberfläche

iBooks Author Arbeitsoberfläche

iBooks Author stellt uns eine Formatvorlage bereit, bei der alles kann aber nichts muss. Textfelder sind vorgegeben, können gefüllt aber auch gelöscht werden, wenn man sie nicht benötigt.Auch neue Seiten können einfach hinzugefügt werden.

Neue Seiten in iBooks Author einfügen

Neue Seiten in iBooks Author einfügen

Doch dann die erste Ernüchterung: Wenn ich Text mit Hyperlinks per copy and paste einfüge, übernimmt Author nicht die Links. In meinem Probe-E-Book habe ich eine ganze Menge Links und die jetzt alle noch einmal zu setzen, ist schon ein wenig nervig. Genau wie schon Pages verweigert auch iBooks Author Links auf Bilder zu setzen. Was hat nur Apple gegen Bilder? Es gibt ein Workaround, das hier erklärt wird, das ist aber auch eher suboptimal… Mal sehen, was Author aus meinen Fußnoten macht… Wie ich es schon erwartet hatte, lassen sich mit Copy & Paste auch keine Fußnoten übernehmen.

Textimport in iBooks Author

Textimport in iBooks Author

Auf den zweiten Blick entdecke ich dann, dass ich Text auch automatisch aus Word- oder Pages-Dokumenten importieren kann. Dabei werden die Links übernommen, allerdings ist die Formatierung futsch und alles mehr oder weniger Plaintext. So wurde zwar die Einrückung meiner Zitate übernommen, aber ignoriert, dass sie in einer anderen Schriftart und -größe waren. Ferner wurden zwar die hochgestellten Zahlen der Fußnoten übernommen, die Fußnoten selbst wurden hingegen rausgelöscht.

iBooks Author übernimmt beim Import nicht verschiedene Schriftarten

iBooks Author übernimmt beim Import nicht verschiedene Schriftarten

Du solltest auf jeden Fall vor dem Import aus jedem Kapitel ein eigenes Word-Dokument erstellen, da ansonsten dein komplettes Word-Doument in ein Kapitel fließt. Bilder und das Inhaltsverzeichnis konnte Author hingegen ohne größere Probleme importieren. Beim Inhaltsverzeichnis stimmen die Seitenzahlen jetzt nicht mehr, da mein Word-Dokument in DinA4 und nicht im iPad-Format angelegt war. Aber das ist auch gar nicht nötig, denn iBooks Author erstellt ein automatisches Inhaltsverzeichnes, sofern man die Kapitel richtig formatiert hat.

Das fertige E-Book lässt sich dann als iBook, als PDF oder als Plaintext exportieren. Außerdem kann man es direkt im iBooks Store veröffentlichen. Vorausgesetzt natürlich man hat alle Bedingungen dafür erfüllt.

Den Code kann ich mir diesmal  nicht ansehen, da iBooks Author proprietär ist und mir dies nicht gestattet. Genausowenig kann ich das iBook irgendwoanders verwenden als im iBooks-Universum.

Fazit

Für unseren konkreten Anwendungsfall, in dem ein E-Book quasi schon fertig im Worddokument vorliegt, ist iBooks Author nicht geeignet, da ein großer Teil unserer Arbeit nicht übernommen werden kann. Dennoch erscheint mir iBA – wie ich es jetzt einfach mal abkürze, weil der Name viel zu lang ist – als ein solides Tool und besonders Menschen, die schon zuvor mit klassischen Layout-Programmen wie InDesign gearbeitet haben, werden sich hier wohlfühlen.
Das größte Manko ist natürlich die gewollt künstliche Beschränkung des Tools auf den Apple-Cosmos. Daher ist auch der klassische Anwendungsfall für iBA, ein enhanced E-Book, das speziell für das iPad entworfen wurde. Will man hingegen auch (zum Beispiel) den Marktführer Amazon bedienen, lohnt sich eher ein Programm, das ePub schreiben kann. Denn Amazon empfielt die Konvertierung von ePub in kf8.

Das war er also, der dritte Teil meines großen Tests, wie ihr am besten aufs iPad kommt. Auch hier gilt natürlich wieder: wenn ihr Hilfe braucht, weil irgendetwas nicht klappt, könnt ihr euch gerne hier in den Kommentaren oder per Mail melden. Wenn die Frage für mich einfach zu lösen ist, helfe ich in er Regel kostenlos. Wenn ihr hingegen eine größere Hilfe oder Dienstleistung braucht, dann werden wir uns sicher auch einig. Lest auf alle Fälle auch noch den vierten Teil meines Testes, der bald hier erscheint. Und kauft alle mein neues E-Book!

tl;dr

Bei „Die Siedler von Catan“ ist es am Anfang wichtiger möglichst viele verschieden Zahlen zu besetzen als verschiedene Rohstoffe, denn mit einem konstanten Rohstoffnachschub könnt ihr euch alles eintauschen, was ihr nicht habt.

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